Deutschrap-Legende Sido will nach vier Jahren wieder ein Soloalbum veröffentlichen. Sensationell: Für den Titelsong „Frieden“ hat er seinen politisch unbequemen Kollegen Xavier Naidoo an Bord geholt. Das sorgt nun für Aufregung. Wer wissen will, wie der Soul-Star wirklich tickt, sollte zur Naidoo-Biografie von COMPACT greifen. Hier mehr erfahren.

    Die Meldung wäre eigentlich nur für Musikfans von Interesse, doch ein Detail zieht nun weite Kreise: Der erfolgreiche Berliner Deutschrapper Sido, bürgerlich Paul Würdig, plant für November 2026 die Veröffentlichung eines neuen Soloalbums mit dem Titel „Frieden“ – vier Jahre nach seinem letzten Album „Paul“. Das erklärte der 45-Jährige kürzlich in einem Gesprächs mit Hakan Dündük in dessen Talk-Format Hakan Hause Geht.

    Für Aufregung sorgt nun vor allem Sidos Ankündigung von Gastmusikern. Neben seinem Großcousin Menowin (2005 und 2010 Juror bei Deutschland sucht den Superstar) soll nämlich auch Soul-Legende Xavier Naidoo mit an Bord sein. Er habe mit diesem für den Titeltrack „Frieden“ zusammengearbeitet, so der Rapper im Hakan-Podcast. Dies hob er sogar besonders hervor.

    Sido gehört seit den frühen 2000er-Jahren zu den prägendsten Figuren und auch kommerziell erfolgreichsten Musikern der deutschen Rap-Szene. Seinen Durchbruch feierte er 2004 mit dem Album „Maske“ und der Single-Auskopplung „Mein Block“. Auch mit anderen Veröffentlichungen wie „Ich und meine Maske“ (2008) oder „30-11-80“ (2013) landete er weit oben in den Charts. Zudem war der Berliner 2019 für eine Staffel Juror in der Talentshow „The Voice of Germany“.

    Das große Comeback

    Die Brisanz der Zusammenarbeit mit Naidoo ergibt sich aus den außermusikalischen Aktivitäten des Letzteren. Der Soul-Star, der unter anderem 2006 den Soundtrack für das Fußball-Sommermärchen beisteuerte und mit der Nationalmannschaft vor dem Brandenburger Tor auftrat, spielte Ende letzten und Anfang dieses Jahres bei seinem Comeback zwar wieder vor ausverkauften Hallen.

    Doch kurze Zeit später, am 17. Februar, tauchte er bei einer Demo für Kinderschutz vor dem Kanzleramt auf, um – unter dem Eindruck der Epstein-Enthüllungen – eine restlose Aufklärung über die Verstrickung der Großen und Mächtigen in den Skandal zu fordern.

    Hierzu schreibt Paul Klemm, der ebenfalls vor Ort war, in der gerade erschienenen April-Ausgabe von COMPACT-Magazin:

    „Wie aus dem Nichts tauchte er an einem Dienstagmittag auf einer kleinen Kundgebung des Bündnisses Justice for Survivors (Gerechtigkeit für Überlebende) auf und bestand gegenüber Sicherheitsbeamten darauf, mit Friedrich Merz persönlich zu sprechen. In den Monaten zuvor war ihm nach sechs Jahren Konzertpause ein fulminantes Comeback auf die Bühnen der Nation gelungen. (…)

    Überwältigt von diesem Erfolg diskutierte der Mainstream bereits darüber, ob Naidoo nach seiner Aufsässigkeit in der Corona-Zeit nicht doch wieder anschlussfähig sei. Schließlich habe er ja im Jahr 2022 ein Video veröffentlicht, in dem er sich von ‚rechten und verschwörerischen Gruppen‘ lossagte. Doch der Rückkehr auf die Bühne folgte die Rückkehr zu seinem Herzensthema. Die Tagesschau nannte es die ‚Kehrtwende von der Kehrtwende‘.“

    Der Kurzauftritt vor dem Kanzleramt war jedoch nur der Anfang. Schon wenige Wochen später kam der große Paukenschlag.

    Tausende auf der Straße

    Am 14. März trat Naidoo nämlich als Stargast auf der Anti-Epstein-Demo in Berlin auf, die von dem Youtuber und Deutschland-Kurier-Reporter Matthäus Westfal alias Aktivist Mann binnen kürzester Zeit auf die Beine gestellt worden war. Tausende folgten seinem Aufruf in die Hauptstadt, Xavier eröffnete die Kundgebung am Großen Stern nicht nur mit seinen bekanntesten Songs, sondern auch einer Erklärung, warum er sich so vehement für die lückenlose Aufklärung des Epstein-Skandals einsetzt.

    Naidoos Rückkehr

    „So aufgewühlt hat man Superstar Xavier Naidoo selten erlebt“, schreibt Paul Klemm, der die Demo für COMPACT-TV begleitet hat, in unserer aktuellen April-Ausgabe. „Als er dann über ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit spricht, wird es mucksmäuschenstill auf der Straße des 17. Juni. Es ist jene Erfahrung, die ihn noch Jahrzehnte später seine Stimme für Kinderschutz und gegen Missbrauch erheben lässt.“

    Die Demo war ein voller Erfolg und wie man aus dem Umfeld der Organisatoren hört, sind schon weitere Aktionen geplant – und zwar wieder mit Xavier Naidoo, der mit seinem Namen, seiner Popularität und Renommee weiter für die gute Sache einstehen will.

    Ikkimel motzt

    Auch deshalb rümpfen Mainstream und Kollegen nun die Nase über die Zusammenarbeit von Sido – allen voran Obszön-Rapperin Ikkimel, bürgerlich Melina Gaby Strauß, die nicht nur gerne über ihr Geschlechtsteil und ihren Drogenkonsum („Keta und Krawall, meine Nase ist wund. / Titten sind prall und mein Arsch ist rund“), singt, sondern bei ihren Konzerten auch diese widerwärtigen Zeilen zum Besten gibt:

    „Kindermord, Kindermord, ich nehm’ die Antibabypille.
    Männer sind der Grund, warum ich überhaupt verhüte.
    Babys sind doch süß, es sei denn, es sind Jungen.
    Im Notfall treib’ ich ab, mit Alk und Mephedron!“

    In ihrer Instagram-Story schrieb Babymord-Fan Ikkimel nun zu der Kollabo für „Frieden“: „Sido wird gefragt, auf welches Feature er sich bei seinem kommenden Album am meisten freut. Er sagt Xavier Naidoo.“ Dahinter setzte sie ein Clown-Emoji und fügte hinzu: „Ich kann das alles nicht mehr.“

    Wahrheitssucher Sido

    Auf ein pikantes Detail zu dem Rapper wies in diesem Zusammenhang der Sender NTV hin: „Allerdings war auch Sido in der Vergangenheit schon einmal wegen seiner vagen Position zu diversen Verschwörungstheorien in die Kritik geraten. In einem Gespräch mit seinem Rap-Kollegen Ali Bumaye sagte er 2019 [tatsächlich war es 2020] unter anderem Sätze wie: ‚Ich glaube schon, die großen Medien, die sind unterwandert.‘ Haben sich hier also zwei gesucht und gefunden?“

    Chillig: Sido (l.) und Ali Bumaye quatschen am 10. Mai bei «Ali therapiert» über Gott und die Welt. Irgendwann geht‘s um Rockefeller und andere Truther-Themen. Foto: Screenshot Youtube

    COMPACT-Magazin berichtete in Ausgabe 6/2020 über den brisanten Rap-Talk. Dabei ging es auch um Aussagen Naidoos zu pädophilen Strukturen in Machtkreisen. Sido damals: „Dass Kinder auf unerklärliche Weise verschwinden und man die nicht wiederfinden kann, (…) zeigt ja schon der Fall Madeleine McCann [das damals vierjährige Mädchen verschwand 2007 aus der Ferienwohnung seiner Eltern in Portugal und wird seitdem vermisst]. Da hat man auch nachgeforscht, und irgendwann haben sie gesagt: Wir müssen hier an dieser Stelle aufhören, weil wir zu tief in eine Sache reingehen, mit der wir lieber nichts zu tun haben wollen.“

    Ali Bumaye, eigentlich Ali Alulu Abdul-razzak, warf an dieser Stelle das Stichwort „Kabale“ ein – ein Synonym für unter dem Radar laufende Machenschaften der Geld- und Machtelite, das bisweilen als antisemitisch diffamiert wird. Sido sagt, er glaube „schon daran, dass so etwas sein kann“. Und auch sein Kollege zeigte sich überzeugt, dass manche der sogenannten Verschwörungstheoretiker keine Spinner seien. „Die bringen Fakten, die auch stimmen“, so Ali Bumaye, der palästinensischer Herkunft ist.

    Das Gespräch drehte sich im weiteren Verlauf um Rockefeller, „Bruderschaften“, die „ganz alten Clans“, wie Sido meinte. Schließlich ging es noch mal um Naidoo. „Ist der einfach nur durch?“, fragte Ali Bumaye. Sidos Antwort: „Xavier ist aus der Frankfurter Ecke, und ich kenne andere Rapper von da, (…) denen klargemacht wurde: Okay, es gibt so was, besonders in Frankfurt und der ganzen Gegend da.“

    Tatsächlich mit Naidoo und Sido haben sich zwei eingefleischte Truther gefunden – und da geht sicherlich noch mehr als ein gemeinsamer Song.

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