Ein Promi-Fall erschüttert Deutschland, die Lager streiten sich und doch plötzlich geht es nicht mehr nur um Collien Fernandes und Christian Ulmen, sondern um neue Gesetze und die Zukunft der Anonymität im Netz. Wir schauen den Eliten genau auf die Finger und haben einen Buchtipp. Jürgen Elsässer ist sich sicher: Das ist das Buch des Jahres! Die Rede ist von „Die Akte Epstein“ des deutsch-amerikanischen Investigativjournalisten Colin McMahon. Hier mehr erfahren.
Der Skandal um Collien Fernandes und ihren Ex-Mann Christian Ulmen eskaliert weiter. Er soll über zehn Jahre hinweg Fake-Profile von ihr erstellt und gefälschte Nacktfotos sowie Pornos veröffentlicht haben. Auf diese Weise führte er in ihrem Namen angeblich Online-Affären mit bis zu dreißig Männern. Besonders verstörend ist, dass offenbar im Namen des Opfers auch eine perverse Gruppenvergewaltigungs-Geschichte veröffentlicht worden ist, in der sehr detailliert ihre Verzweiflung, Angst und Schmerzen geschildert werden.
Gestern, am Sonntag den 22. März, fand auf Fernandes-Aufruf in Berlin am Brandenburger Tor eine vom Mainstream massiv gepuschte Demo gegen sexualisierte Gewalt und allerlei Gesetzesverschärfungen statt. Anwesend waren mehrere prominente Persönlichkeiten, darunter Saskia Esken von der SPD und Lisa Paus und Ricarda Lang von den Grünen. Männer seien zwar generell willkommen, „sie sollten aber selbst bitte die Klappe halten“, berichtete die Zeit. Da fragt man sich schon, wie sich Männer da selbstbewusst zu betroffenen Frauen stellen sollen, wenn ihnen der Mund verboten wird?
Der neu gegründete Feminist Fight Club organisierte die Veranstaltung offiziell, dieser wiederum wurde von der Initiative Nur Ja heißt Ja ins Leben gerufen. Die Initiatoren fordern, dass sexuelle Handlungen ohne ausdrückliche, freiwillige Zustimmung stets als Vergewaltigung oder sexuelle Übergriffe gewertet werden. Betroffene müssen sich so nicht mehr erklären oder rechtfertigen, warum sie nicht „Nein“ gesagt haben. In Deutschland gilt das bisher nicht in dieser Form. Deswegen hat Fernandes die Anzeige gegen ihren Ex-Mann auch in Spanien erstattet.
Eine der Gründerinnen des Feminist Fight Club heißt im Übrigen Kira Bönisch. Die 25-Jährige studiert Gender Studies, Intersektionalität und Politik an der Freien Universität Berlin und ist seit Jahren bei Fridays for Future aktiv. Noch Fragen? Zu den schockierenden Deepfakes sagte sie Folgendes: „Aber ganz egal, wer der Täter war: Dieser Fall ist ein weiterer Beleg, wie sehr das Patriarchat uns Frauen gefährdet.“ Also vom traurigen Einzelfall direkt zum System…
Na, wer hat denn jetzt recht?
Die Demo war übrigens für 500 Leute angemeldet worden. Am Ende kamen laut Polizei 6.700, die Veranstalter sprechen hingegen von 13.000 Menschen. Die Bild-Zeitung beachte es fertig, in einem Artikel von 2.500 Teilnehmern und wenige Zeilen später von 6.000 Demonstranten zu faseln. Am heutigen schreibt sie von 1.000 Besuchern.
Der Fall wird zum Politikum, der Lager sind gespalten. Da gibt es die, die Christian Ulmen in Schutz nehmen, weil er noch nicht verurteilt wurde und die, die sich mit Collien Fernandes solidarisieren. Wiederum andere befürchten eine kommende Klarnamenpflicht durch die Hintertür. Fernandes selbst äußerte im WDR, dass sie eine Identifikationspflicht im Netz befürworte. Mit dieser Aussage macht sie sich zur Steigbügelhalterin für die Befürworter einer allgemeinen Klarnamenpflicht.
Na, wer hat denn jetzt recht? Die Antwort könnte einfacher nicht sein: Vermutlich haben alle ein bisschen Recht. Ulmen wurde noch nicht verurteilt, es besteht die Unschuldsvermutung. Fernandes hat möglicherweise jahrelang mit einem Ehemann zusammengelebt, der sie im Internet bloßstellte.
Die Gefahr einer Klarnamenpflicht ist zum Greifen nah. Man hat das Gefühl, es mit einer orchestrierten Kampagne zu tun zu haben. Erst die Story, dann die Titelgeschichte im Spiegel, dann die Demo, in dieser Woche bereits Gesetzesentwürfe hin zum gläsernen Menschen. Fernandes von Tagesschau in Tagesthemen interviewt und bezeichnete Deutschland als „Täterparadies“. Allein auf ihrer Demo tauchte sie selbst nicht auf. Seit Jahren schon ist sie Opfer, im Dezember 2024 hat er alles gebeichtet. Und was machen die beiden? Sie drehen gemeinsame Werbespots. Im Bett.
Was man bei der ganzen Sache nicht vergessen darf: Eine Klarnamenpflicht nützt in so einem Fall von Identitätsmissbrauch recht wenig. Ulmen war Collien Fernandes Ehemann, da war es vermutlich nicht sehr schwierig, sich über Datenklau einen Weg zu bahnen. Keine Frage. Opfer verdienen Schutz und Gerechtigkeit, aber eine pauschale „Männer sind die Täter“-Rhetorik und überstürzte Gesetzesverschärfungen helfen weder Fernandes noch anderen Betroffenen langfristig.
Jeffrey Epstein – der Name steht für Machtmissbrauch, elitäre Netzwerke und eine der dunkelsten Affären unserer Zeit. Collin McMahon öffnet die Akte hinter den Kulissen und zeigt, wie Politik, Geheimdienste und Milliardäre in das System des Missbrauchs verstrickt waren. Hier bestellen.





