Wolfram Weimer kassiert bei der Leipziger Buchmesse-Eröffnung den Shitstorm seines Lebens, weil er linke Buchläden per Verfassungsschutz von einer Preisverleihung ausschließt. Und auch sonst bekleckert sich der Kulturstaatsminister nicht mit Ruhm. In COMPACT 1/2026: „2026 – Jahr des Goldes“ erfahren Sie mehr über Weimers Treiben. Lesen ist ein absolutes Muss.

    Bei der Eröffnung der Buchmesse in Leipzig kassierte Wolfram Weimer reichlich Buhrufe, währenddessen forderten draußen Demonstranten lautstark seinen Rücktritt. Der Vorwurf gegen ihn lautet: Er habe drei linksextreme Buchhandlungen aufgrund von Einschätzungen des Verfassungsschutzes von der Nominierung für den Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen.

    Die drei linken Läden reagierten auf die Entscheidung empört, beklagten die Streichung und veröffentlichten ein Statement, in dem es hieß:

    „Wir haben uns auf einen Preis beworben, hätten ihn bekommen, wurden belogen und nachträglich gestrichen, weil wir einem erzkonservativen Minister nicht in den Kram passen.“

    Weimer selbst behauptete, er wisse gar nicht genau, was den Läden zur Last gelegt werde, denn das dürfe die Behörde nicht sagen. Aufgrund des immer größer werdenden öffentlichen Drucks sagte der Eiertanz-Minister die Zeremonie schließlich komplett ab.

    Die Begründung lautet:

    „Nun droht aber die Debatte um die Nicht-Berücksichtigung von drei Juryvorschlägen den eigentlichen Sinn der Veranstaltung – nämlich die Auszeichnung und Ehrung unabhängiger Buchhandlungen – zunehmend zu überlagern.“

    Die Absage der Preisverleihung in Leipzig betrifft nur die öffentliche Zeremonie. „Die ausgewählten Buchhandlungen werden Preisgeld und Urkunde auf direktem Wege erhalten“, erklärte ein Sprecher. Es stehen übrigens weitere nominierte Verlage im Verdacht, in den linksextremistischen Sumpf verstrickt zu sein. Weitere Diskussionen drohen. Weimer selbst hat Schiss vor dem Shitstorm und verzichtete auf seinen Rundgang durch die Messe.

    Es ist natürlich in Ordnung, antideutsche Buchhandlungen nicht auch noch auszuzeichnen und ihnen Steuergelder zuzuschanzen. Es geht ja nicht nicht um ein Verbot, sondern darum, denen nicht auch noch einen Ordnen anzuheften. Fakt ist: An der Hauswand einer dieser Buchläden aus Bremen ist stolz der Schriftzug „Deutschland verrecke bitte“ angebracht. Keine weiteren Fragen! Allerdings ist es ein Unding, sich hinter dem Verfassungsschutz zu verstecken und dessen angebliche Erkenntnisse nicht preiszugeben. Diese feige Vorgehensweise ist typisch für Weimer.

    Ob er wirklich „erzkonservativ“ ist, darüber lässt sich streiten. Er ist eher ein Karrierist im Konservatismus-Kostüm. Im August 2025 erklärte er: „Wir sollten schauen, dass wir Linkspartei und AfD tunlichst aus der Macht und dem politischen Entscheidungszentrum der Republik fernhalten – mit allen demokratischen Mitteln, die wir haben.“ Weimer bezeichnete beide Parteien als „gleichermaßen schlecht für Deutschland“.

    Mit Skandalen kennt sich der Kulturstaatsminister aus. Sein Unternehmen The European hatte im großen Stil Texte von verschiedenen Persönlichkeiten ohne deren Einverständnis veröffentlicht, darunter AfD-Chefin Alice Weidel, Friedrich Merz, Annalena Baerbock, Sahra Wagenknecht, Gregor Gysi, Papst Franziskus und sogar Brad Pitt. Die Plattform setzte Werbung mit „mehr als 2.000 anerkannten Autoren“ aus Politik, Wirtschaft und Kultur fort. Infolgedessen wurde das Magazin mit schwerwiegenden Urheberrechtsvorwürfen konfrontiert.  Im Hinblick auf den Betrugsvorwurf besonders heikel, denn diese falschen Angaben wurden genutzt, um Einnahmen zu erzielen.

    Auf diesen Eklat folgte gleich der nächste. Seine Weimer Media Group (geführt von seiner Ehefrau Christiane Goetz-Weimer) bot Unternehmen und Lobbyisten gegen saftige Summen „Premiumvernetzung“ mit Ministern und möglicherweise sogar dem Bundeskanzler persönlich. Im Klartext: Er verkaufte politischen Zugang zu Polit-Bonzen.

    Der Kulturkampf-Minister scheint also ein Händchen zu haben, es sich sowohl mit links als auch mit rechts zu verscherzen. Sein Versuch, die politische Mitte salonfähig zu machen, endet zunehmend in einem Eiertanz. Wie lange hält er das noch durch? Im November erklärte Friedrich Merz noch: „Dass er nun von ganz links und von ganz rechts unter Feuer genommen wird, das bestätigt mich eher in meiner Einschätzung, dass er gute Arbeit macht.“ Ob der Kanzler das auch beim nächsten Skandal so sieht?

    Wie sich Weimer bereicherte, lesen sie unter anderem in COMPACT 1/2026: „2026 – Jahr des Goldes“. Brisant und immer noch aktuell. Hier bestellen.

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