Von hunderten Kontakten, die Epstein in Politik, Finanzwelt und Promiwelt pflegte, haben bislang nur 40 Konsequenzen gezogen beziehungsweise wurden damit belegt. Strafrechtliche Ermittlungen gibt es kaum – und nur eine einzige Verurteilung. Eine Übersicht mit den wichtigsten Fällen. Mehr dazu lesen Sie in unserer März-Ausgabe mit dem Titelthema „Das System Epstein – Mossad, Mädchen, Machteliten“. Brisante Recherchen! Hier mehr erfahren.
Die Epstein-Akten offenbaren ein weit verzweigtes Netz des erpresserischen Sexualstraftäters, das bis in die Chefetagen von Politik und Wirtschaft sowie zu Stars aus Musik, Filmindustrie und Showbusiness reichen. Doch Konsequenzen gab es bislang kaum, von einigen Rücktritten wie dem des langjährigen Präsidenten des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, einmal abgesehen (hier mehr erfahren).
Auch die strafrechtlichen Ermittlungen in verschiedenen Staaten halten sich in engen Grenzen. Betroffen sind hier vor allem Politiker und Diplomaten in Norwegen und Großbritannien (siehe unten). Verurteilt worden ist bislang nur Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell. Modelagent Jean-Luc Brunel, gegen den man in Frankreich Anklage erhob, wurde im Februar 2022 erhängt in seiner Zelle im Pariser Gefängnis La Santé aufgefunden. Der Franzose hatte sich dort seit Juni 2021 in Untersuchungshaft befunden, weil er von mehreren Frauen der Vergewaltigung bezichtigt wurde.
Epstein selbst wurde 2008 wegen Prostitution einer Minderjährigen zu einer 13-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt, Anfang Juli 2019 wurde er erneut festgenommen und angeklagt, einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten zu haben. Schließlich fand man ihn am 10. August 2019 erhängt in seiner New Yorker Zelle auf. Offiziell soll er – wie später Brunel – Suizid verübt haben, in beiden Fällen ist dies jedoch zweifelhaft – genauso wie bei Epstein-Opfer Virginia Giuffre, die sich im April 2025 in ihrem Haus in Neergabby in Westaustralien umgebracht haben soll, nachdem sie wenige Monate zuvor einen schweren Autounfall hatte.
Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten Akteure im Epstein-Skandal, die bislang entweder von ihren Posten zurückgetreten sind, ihres Amtes enthoben wurden, gegen die Ermittlungen eingeleitet oder die verurteilt wurden. Nicht berücksichtigt sind dabei die deutschen Verbindungen, die wir hier zusammengefasst haben.
Verlust von Ämtern, Titeln oder beruflicher Stellung
Alexander Acosta: Der 1969 in Miami, Florida, geborene Jurist und Politiker der Republikaner musste bereits im Juli 2019 als Arbeitsminister im ersten Kabinett von US-Präsident Donald Trump zurücktreten, nachdem es öffentliche Empörung über die umstrittene Vergleichsvereinbarung aus dem Jahr 2008 gegeben hatte, die Jeffrey Epstein nach seiner Verurteilung wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen gewährt worden war.

Als Staatsanwalt in Miami unterzeichnete Acosta diesen Deal, der es Epstein ermöglichte, Anklagen auf Bundesebene abzuwenden und stattdessen eine 13-monatige Haftstrafe nach einzelstaatlichem Recht zu verbüßen. Diese konnte er allerdings in einer eigens für ihn hergerichteten Zelle in einem Polizeirevier von Palm Beach, Florida, bei sechs Tagen Freigang pro Woche absitzen. Zudem gewährte die Vereinbarung dem Haupttäter und möglichen Mitverschwörern Immunität. Die offizielle Akte blieb unter Verschluss.
Richard Axel: Der 1946 in New York City geborene Wissenschaftler und Professor der Columbia University, 2004 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet, trat im Februar 2026 als Co-Direktor eines neurowissenschaftlichen Instituts der Universität (Mortimer B. Zuckerman Mind Brain Behavior Institute) zurück und legte sein Amt als Forscher am renommierten Howard Hughes Medical Institute nieder.
Axel nahm 2010 an einer Geburtstagsfeier für Jeffrey Epstein in Paris teil und hatte über ihn zuvor geschwärmt: „Er hat die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen, die anderen verborgen bleiben. (…) Er ist extrem intelligent und hat ein großes analytisches Denkvermögen.“ Aus den Akten geht hervor, dass der Nobelpreisträger häufig in Epsteins Stadthaus in Manhattan zu Gast war und für diesen als eine Art Bindeglied zwischen Zulassungsstelle und Spendenabteilung der Columbia University fungierte.
In einer Stellungnahme zu seinem Rücktritt erklärte Axel: „Meine frühere Verbindung zu Jeffrey Epstein war ein schwerer Fehler im Urteilsvermögen, den ich zutiefst bedauere. Ich entschuldige mich dafür, das Vertrauen meiner Freunde, Studierenden und Kolleginnen und Kollegen beeinträchtigt zu haben.“ Er fügte hinzu, dass er seine Forschung und Lehrtätigkeit an dem Institut fortsetzen und der Universität weiterhin „eng verbunden“ bleiben werde.
Sultan Ahmed bin Sulayem: Der Geschäftsmann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (*1955) pflegte zu Epstein offenbar ein jahrelange Freundschaft. Beide tauschten sich über Frauen und Mädchen aus und schickten sich sexuell anzügliches Material. Besonders schockierend ist eine Nachricht Epsteins an den Araber vom 24. April 2009, in der es heißt: „Wo bist du? Geht es dir gut? Ich fand das Foltervideo toll.“

Der Empfänger wurde zwar vom US-Justizministerium geschwärzt, doch die Kongressabgeordneten Thomas Massie aus Kentucky (Republikaner) und Ro Khanna aus Kalifornien (Demokraten) machten nach Einsicht in die unzensierten Akten öffentlich, dass es sich dabei um bin Sulayem handelt.
In der März-Ausgabe von COMPACT („Das System Epstein“) heißt es zudem: „Epstein fragte Mandelson [siehe unten] im Auftrag von Sultan Ahmed bin Sulayem, ob er sich an einer von dessen Firmen beteiligen wolle.“ Der staatliche Logistikkonzern DP World aus Dubai setzte den Sultan im Februar 2026 nach Bekanntwerden der Vorwürfe als CEO ab.
Leon Black: Der US-Unternehmer, Kunstsammler und Mitgründer der Investmentgesellschaft Apollo Global Management (*1951) zahlte Epstein über 150 Millionen Dollar für angebliche Beratungsdienstleistungen. „Er und sein Management hatten Kontakt zu Vertretern der Edmond de Rothschild Group, insbesondere im Jahr 2015, als Apollo-Gründer Marc Rowan und Sanjay Patel mit Ariane de Rothschild und Cynthia Tobiano über potenzielle Zusammenarbeit sprachen. Diese Gespräche fanden in Epsteins Manhattan-Mansion statt“, so Oliver Janich in COMPACT 3/2026.
Und weiter: „Einige der neuen Dokumente deuten darauf hin, dass der Sexualverbrecher eine Rolle bei der Vorbereitung dieser Gespräche spielte, darunter auch Überlegungen zu einem möglichen Steuerspar-Modell für Apollo, wobei die Edmond de Rothschild Group als Partner in Betracht gezogen wurde.“ 2021 trat er wegen seiner Verbindungen zu Epstein als CEO von Apollo Global Management zurück.
Sarah Ferguson: Im Oktober 2025 beendeten sieben Wohntätigkeitsorganisationen die Zusammenarbeit mit der 1959 in London geborenen Ex-Frau von Andrew Mountbatten-Windsor [siehe unten], nachdem im ersten Schwung der Epstein-Aktenveröffentlichung zahlreiche E-Mails der als „Fergie“ bekannten ehemaligen Herzogin von York an den Finanzberater an die Öffentlichkeit kamen. Sechs Unternehmen, die von Ferguson geleitet wurden, sollen geschlossen werden.
In einer E-Mail vom April 2009 bezeichnete die Ex-Herzogin Epstein als „Legende“ und zeigte sich begeistert: „Ich bin so stolz auf Dich.“ Wenige Wochen später schrieb sie ihm laut den Akten: „Danke, Jeffrey, dass du der Bruder bist, den ich mir immer gewünscht habe.“ In einer weiteren Nachricht aus dem Jahr 2010 wurde Ferguson gegenüber als ihrem „überragenden Freund“ noch direkter. „Heirate mich einfach“, so ihre Nachricht an den verurteilten Sexualstraftäter.

Im Zusammenhang mit einem Projektideen-Vorschlag lobhudelte sie außerdem: „Hat dir schon jemand gesagt, dass du ein Genie bist?“ Es ist also nicht so, wie eine Sprecherin seinerzeit gegenüber CNN erklärte, nämlich dass Sarah Ferguson ihre Verbindungen zu Epstein „sofort beendet“ hätte, nachdem ihr „das Ausmaß der Vorwürfe bekannt wurde“.
Andrew Mountbatten-Windsor: Der ehemalige britische Prinz (*1960) und Bruder von König Charles III. wurde am 19. Februar 2026 wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit seinen Verbindungen zu Jeffrey Epstein festgenommen, jedoch kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt. Zuvor waren ihm seine Titel und sein royales Anwesen aberkannt worden.

Der Name des Ex-Prinzen tauchte bereits 2010 zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal auf. Damals, zwei Jahre nach der Verurteilung des Sexualstraftäters, wurde er bei einem Besuch in dessen New Yorker Stadthaus fotografiert. Im Zusammenhang mit Epsteins zweiter Festnahme 2019 wegen Sexhandels wurden ältere Fotografien öffentlich, die den Royal mit Epstein-Opfer Virginia Giuffre zeigen.
Giuffre beschuldigte Andrew, mit ihr als 17-Jährige am 10. März 2001 zum ersten Mal intim geworden zu sein. Dazu sei sie von Epstein gezwungen worden. Der Ex-Prinz behauptete hingegen, er habe an diesem Tag seine Tochter Beatrice zu einer Geburtstagsfeier in ein Restaurant der Kette Pizza Express in Woking in der Grafschaft Surrey begleitet. Giuffre konnte dem FBI allerdings ein Foto vorlegen, das an dem fraglichen Abend entstand. Es zeigt die damals Minderjährige mit dem Herzog und der Kupplerin Maxwell.
Investigative Recherchen der Daily Mail förderten zudem Reiseunterlagen zutage, aus denen hervorgeht, dass Andrew im April 2001 in einem der Anwesen Epsteins in New York übernachtete. Einer Straftat angeklagt wurde der ehemalige Herzog von York bislang nicht; ihre Zivilklage ließ Virginia Giuffre gegen Geldzahlung fallen. Die britische Polizei ließ jedoch verlautbaren, dass sie Vorwürfe prüfe, wonach eine Frau von Epstein ins Vereinigte Königreich gebracht worden sei, um mit dem damaligen Prinzen Sex zu haben. Andrew bestreitet sämtliche gegen ihn erhobenen Anschuldigungen und behauptet, er habe nichts von den Verbrechen Epsteins gewusst.
Larry Summers: Über den 1954 in New Haven, Connecticut, geborenen Finanzminister unter US-Präsident Bill Clinton erkaufte sich Epstein Zugang zur Universität Harvard, deren Präsident Summers von 2001 bis 2006 war. „Er spendete Millionen, griff exklusives Wissen ab, steuerte die Forschung. Außerdem unterstützte er Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), insbesondere in Hongkong, und finanzierte den deutschen KI-Guru Joscha Bach“, schreibt AUF1-Chefredakteur Stefan Magnet in COMPACT 3/2026 über Epstein im Zusammenhang mit Summers.
Ende Februar 2026 kündigte Summers an, dass er seine Harvard-Professur zum Ende des akademischen Jahres niederlegen werde. Der ehemalige Chefökonom der Weltbank hatte bereits zuvor seine Lehrtätigkeit an der Uni aufgegeben und war im November 2025 aus dem Vorstand der KI-Firma OpenAI zurückgetreten. Zudem wurde Summers lebenslang aus einer renommierten wirtschaftswissenschaftlichen Vereinigung ausgeschlossen.
Zuvor hatte er erklärt: „Ich schäme mich zutiefst für mein Handeln und erkenne den Schmerz an, den es verursacht hat. Ich übernehme die volle Verantwortung für meine fehlgeleitete Entscheidung, weiterhin mit Herrn Epstein zu kommunizieren.“
Steve Tisch: Die Kontakte des 1949 in Lakewood Township, New Jersey, geborenen Filmproduzenten und Eigentümers des American-Football-Teams New York Giants sind Gegenstand einer Untersuchung der National Football League, also der obersten Liga der in den USA populärsten Sportart. In den Epstein-Akten finden sich Korrespondenzen bis 2013, in denen es vor allem um Kontaktanbahnungen zu Frauen geht.
Tisch bat Epstein wiederholt, ihn bei Treffen oder Bekanntschaften zu unterstützen. Besonders deutlich wird dies anhand einer Nachricht, in der der Giants-Eigentümer den Sexualstraftäter fragte, ob eine bestimmte Frau „pro or civilian?“ sei – also sinngemäß, ob sie „professionell“ (im Sinne von Escort/Prostituierte) oder eine „Zivilistin“ sei. Weitere E-Mails enthalten organisatorische Details zu Treffen.
In einer Stellungnahme erklärte Tisch, seine Kontakte mit Epstein seien kurz gewesen und hätten nur erwachsene Frauen betroffen. „Wie wir heute alle wissen, war er ein schrecklicher Mensch, und ich bereue zutiefst, mit ihm in Verbindung gestanden zu haben“, so der Produzent, der 1995 mit einem Oscar für den Spielfilm „Forrest Gump“ ausgezeichnet wurde.
Leslie „Les“ Wexner: Der 1937 in Dayton, Ohio, geborene Spross einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie gilt als Schlüsselfigur in Epsteins Netzwerk und war maßgeblich am finanziellen Aufstieg seines Protegés beteiligt. Wexner gründete unter anderem die Dessousfirma Victoria’s Secret und gehörte der sogenannten MEGA-Group an, einem Netzwerk jüdischer Milliardäre und Pro-Israel-Aktivisten, das laut NSA-Agent John Schindler Kontakte zum Mossad pflegte und als Basis für nachrichtendienstliche Operationen in den USA diente.
Das Wall Street Journal schrieb 1998 über die Truppe: „Zu ihr gehörten 20 der reichsten und einflussreichsten jüdischen Geschäftsleute Amerikas, die sich zweimal im Jahr trafen. Zu den Mitgliedern der Gruppe zählten der Hollywood-Regisseur Steven Spielberg, der Vorsitzende von Seagram, Edgar Bronfman Sr., und der ehemalige Hedgefonds-Manager Michael Steinhardt.“
Im Februar 2026 sagte Wexner in Ohio vor dem House Oversight and Government Affairs Committee aus und erklärte, er sei von Epstein „hereingelegt“ worden und dieser habe ihm Millionen gestohlen. Ob das stimmt, ist jedoch fraglich. Epstein-Opfer Maria Farmer gab an, dass der Sextäter und seine Komplizin Ghislaine Maxwell 1996 versucht hätten, sie auf einem von Wexners Anwesen in New Albany, Ohio, sexuell zu missbrauchen.
Wexner wurde beschuldigt, keine Maßnahmen ergriffen zu haben, als Beschwerden gegen Epstein vorgebracht wurden, nachdem Führungskräfte seines Textilkonzerns L Brands (Mitte der 1990er Jahre) berichtet hatten, dass Epstein seine Macht und seine Verbindung zu Wexner missbrauchte, indem er sich als Anwerber für Victoria’s Secret-Models ausgab, um an Mädchen zu kommen.
Ursprünglich war Wexners Name in einer Veröffentlichung der Akten geschwärzt worden – und zwar in einem Regierungsvermerk, der potenzielle Mitverschwörer Epsteins benannte. Das widersprach den gesetzlichen Vorgaben, woraufhin der Kongressabgeordnete Thomas Massie für eine Offenlegung sorgte. Trotz dieser exponierten Stellung in Epsteins Netzwerk gibt es nach wie vor keine strafrechtlichen Untersuchungen gegen den Multimilliardär.
Strafrechtliche Ermittlungen und Verurteilungen
Jean-Luc Brunel: Ein Dokument des US-Justizministeriums aus dem Jahr 2019 identifizierte den französischen Model-Scout (1946–2022) als potenziellen Mitverschwörer bei Epsteins Verbrechen. Brunel startete seine Karriere 1978 mit der Agentur Karin Models und ging einige Jahre später in die USA, wo er das Unternehmen MC2 Model Management gründete.
Der Franzose soll dem US-Sexualstraftäter jahrelang als eine Art Zuhälter zu Diensten gewesen sein. Sein Name tauchte bereits in den ersten Ermittlungen gegen Epstein im Jahr 2007 auf. 2008 besuchte er seinen Kumpan mehrmals im Gefängnis. Im Dezember 2020 wurde Brunel in Paris im Rahmen von Ermittlungen im Zusammenhang mit Epstein selbst in mehreren Fällen wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe gegen Erwachsene und Minderjährige festgenommen. Unter anderem wurde ihm zur Last gelegt, Epstein drei 12-jährige Schwestern als „Geburtstagsgeschenk“ zugeführt zu haben.
Brunel beteuerte seine Unschuld, doch zum Prozess kam es nicht, da er am 19. Februar 2022 erhängt in seiner Zelle im Gefängnis La Santé aufgefunden wurde – angeblich Suizid. Zu den Frauen, die ihm kriminelle Handlungen vorwarfen, gehörte auch Epstein-Hauptbelastungszeugin Virginia Giuffre.
Thorbjørn Jagland: Der frühere norwegische Ministerpräsident (*1950) und Politiker der sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurde im Zusammenhang mit Verbindungen zu Jeffrey Epstein wegen schwerer Korruption angeklagt. Laut der Ermittlungsbehörde für Wirtschafts- und Umweltkriminalität Økokrim werde geprüft, ob Jagland im Zusammenhang mit seinem Amt „Geschenke, Reisen und Darlehen“ von Epstein erhalten habe.
Der norwegische Politier geriet wegen seiner Kontakte zu dem Sexualstraftäter wiederholt in die Schlagzeilen. 2019 fragte der Vorsitzende des Nobelkomitees jedes Mitglied, ob jemand von ihnen Kontakt zu Jeffrey Epstein gehabt habe. Jagland, der dem Gremium angehörte, leugnete dies zunächst, räumte es aber 2020 ein. 2013 hatte er sich, damals als Generalsekretär des Europarates, mit Epstein und Bill Gates in seiner Straßburger Residenz getroffen.
Mit der Veröffentlichung der neuen Akten Ende Januar 2026 wurde ein noch engerer Kontakt zwischen dem Norweger und dem Amerikaner deutlich. Im Zentrum der Ermittlungen von Økokrim stehen E-Mails, die auf Geschenke, bezahlte Reisen und Kredite während Jaglands Zeit als Vorsitzender des Nobelkomitees hindeuten. Zudem soll er Epstein um finanzielle Unterstützung bei einem Wohnungskauf gebeten habe. Der Europarat hob daraufhin die diplomatische Immunität des Norwegers auf und machte so den Weg für strafrechtliche Ermittlungen frei.
Mona Juul und Terje Rød-Larsen: Das norwegische Diplomatenpaar scheint besonders tief im Epstein-Sumpf zu stecken. Juul (*1967) trat im Februar 2026 zurück, das Außenministerium ihres Landes erklärte, ihre Verbindungen zu Jeffrey Epstein hätten das für ihr Amt erforderliche Vertrauen untergraben. Anschließend wurde sie – wie ihr Ehemann Terje Rød-Larsen (*1947) – wegen schwerer Korruption angeklagt.
Rød-Larsen war bereits 2020 von seinem Posten als Präsident eines internationalen Thinktanks zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er ein Darlehen von Epstein angenommen sowie Spenden für die Organisation von mit Epstein verbundenen Stiftungen erhalten hatte. Aus den zuletzt veröffentlichten Akten geht hervor, dass Epstein die Kinder der beiden Diplomaten in seinem Testament mit 10 Millionen US-Dollar berücksichtigt hatte.
Juuls Anwalt erklärte gegenüber CNN, dass weder sie noch ihre Kinder von Änderungen in Epsteins Testament gewusst hätten und dies „nicht nachvollziehen können“. Rød-Larsens juristischer Vertreter erklärte im Februar 2026, sein Mandant sei „zuversichtlich, dass die Untersuchung, sobald alle tatsächlichen Umstände gründlich geprüft wurden, klären wird, dass keine Grundlage für eine strafrechtliche Verantwortung besteht“. Später fügte er hinzu: „Hätte [Rød-Larsen] gewusst, was heute bekannt ist, hätte der Kontakt niemals stattgefunden.“
Jack Lang: Der 1939 in Mirecourt in den Vogesen geborene Ex-Kulturminister Frankreichs und Politiker der Sozialistischen Partei trat im Februar 2026 als Präsident des Institut du Monde Arabe zurück, nachdem bekannt geworden war, dass es nicht nur eine langjährige E-Mail-Korrespondenz zwischen ihm und Jeffrey Epstein gab, sondern auch Hinweise auf finanzielle Verbindungen – insbesondere durch ein gemeinsames Unternehmen auf den Jungferninseln, das Langs Tochter, Caroline Lang, mit dem Sexualstraftäter gegründet haben soll.
Am Tag seines Rücktritts leiteten die französischen Behörden Ermittlungen gegen Lang und seine Tochter wegen des Verdachts der „erschwerten Steuerbetrugswäsche“ ein. Jack Lang reagierte darauf via X: „Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind haltlos, und ich werde dies beweisen – jenseits des Lärms und der Wut der Medien und der digitalen Gerichtshöfe.“
Peter Mandelson: Der frühere britische Labour-Politiker und Ex-EU-Kommissar (*1953) wurde am 23. Februar 2026 wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauchs von der Polizei festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. In COMPACT 3/2026 („Das System Epstein“) kann man dazu weiter lesen:
„Auch die Affäre um den britischen Labour-Politiker Peter Mandelson führt zu den Rothschilds. E-Mails zeigen, dass dieser während seiner Amtszeit als EU-Handelskommissar (2004–2008) und britischer Wirtschaftsminister (2008–2010) mit Epstein über sensible Regierungsangelegenheiten kommunizierte, darunter Lobbyarbeit für US-Finanzreformen und der Austausch von Informationen aus Treffen mit US-Offiziellen wie Larry Summers (US-Finanzminister von 1999 bis 2001, danach im Nationalen Wirtschaftsrat).“
Und weiter: „Er stach Informationen über die Griechenland-Rettung 2010 durch und spielte innerhalb der Labour-Partei eine unheilvolle Rolle, etwa Ende der 1990er Jahre durch das von ihm mit verfasste sogenannte Blair-Schröder-Papier, das maßgeblich dazu beitrug, dass Premier und Bundeskanzler gesetzliche Möglichkeiten für die Raubzüge von angloamerikanischen Hedgefonds ermöglichten. 2019 betrieb er erfolgreich den Sturz des israelkritischen Labour-Chefs Jeremy Corbyn durch erfundene Antisemitismus-Vorwürfe.“
Mandelson unterstützte die Beteiligung der US-Bank JP Morgan an einem mit Rothschild verbundenen, 700 Millionen Pfund schweren Bergbau-Investmentvehikel und bat Nathaniel Rothschild um Rat, als er über eine Stelle bei der Investmentbank Lazard nachdachte. In diesem Zusammenhang soll Rothschild ihn als „tragisch naiv“ und „Trottel“ bezeichnet haben – eine Bemerkung, die Mandelson Epstein mitteilte.
Die Anwälte Mandelsons, der bereits im September 2025 wegen seiner Epstein-Verstrickungen als Botschafter Großbritanniens in den USA entlassen worden war, erklärten in einer Stellungnahme, dass es „oberste Priorität“ ihres Mandanten sei, „mit der polizeilichen Untersuchung zu kooperieren, wie er es während des gesamten Verfahrens getan hat, und seinen Namen reinzuwaschen“.
Ghislane Maxwell: Epsteins Komplizin, die 1961 im französischen Maisons-Laffitte geborene Tochter des britischen Verlegers und Mossad-Agenten Robert Maxwell, wurde im Juli 2020 wegen des Verdachts auf Menschenhandel mit Minderjährigen festgenommen und im Dezember 2021 unter anderem wegen Sexhandels mit einer Minderjährigen, des Transports einer Minderjährigen mit der Absicht, kriminelle sexuelle Handlungen zu begehen, sowie in drei weiteren Anklagepunkten wegen Verschwörung schuldig gesprochen.

Im Juni 2022 wurde sie zu 20 Jahren Bundesgefängnis verurteilt – als bislang einzige Person aus Epsteins Umfeld, die im Zusammenhang mit seinem Netzwerk strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Oliver Janich in COMPACT 3/2026 („Das System Epstein“) über ihren Vater:
„Ari Ben-Menashe, ehemaliger israelischer Geheimdienstmitarbeiter, erklärte in Interviews und einem Buch, Robert Maxwell sei in den 1980er Jahren ein aktiver Mossad-Agent gewesen und Epstein habe seine Aufgaben übernommen. Menashe ist besonders glaubwürdig, da er von 1977 bis 1987 für AMAN, den militärischen Nachrichtendienst Israels arbeitete. Ehud Barak, von April 1983 bis Januar 1986 Direktor des AMAN, war seinerzeit sein Vorgesetzter.“
Und weiter: „Epstein selbst zitiert in einer E-Mail vom 15. März 2018 unter der Überschrift ‚Er wurde umgebracht‘ (‚he was passed away‘) einen Bericht, nachdem Robert Maxwell 1991 vom Mossad 400 Millionen Pfund für sein strauchelndes Medien-Imperium haben wollte, oder er würde alles aufdecken, was er für den Mossad getan hätte. Kurz darauf verstarb er unter ungeklärten Umständen. In den E-Mails befinden sich weiter Hinweise auf den Mossad.“
James Edward „Jes“ Staley: Der US-amerikanische Bank-Manager (*1956) trat bereits 2021 als CEO von Barclays zurück, nachdem seine Beziehung zu Epstein von britischen Aufsichtsbehörden untersucht worden war. Er wurde mit einer Geldstrafe von über zwei Millionen Dollar belegt und vom Ausüben leitender Funktionen im britischen Finanzdienstleistungssektor ausgeschlossen, weil er die britischen Aufsichtsbehörden über das Ausmaß seiner Beziehung zu Epstein in die Irre geführt hatte.

Diese verwiesen im vergangenen Jahr auf mehr als 1.000 E-Mails zwischen den beiden, von denen einige nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 versandt worden waren. Vor seinem Rücktritt sagte Staley: „Mit dem Wissen, das wir heute alle haben, bedaure ich zutiefst, jemals irgendeine Beziehung zu Jeffrey Epstein gehabt zu haben.“ In einer Anhörung im Jahr 2025 erklärte der Banker laut BBC vor einem Londoner Gericht, er habe „eine enge berufliche Verbindung zu Epstein, aber keine enge persönliche Freundschaft“ gehabt.
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