Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo sind in vollem Gange, die Deutschen stehen im Medaillenspiegel auf Rang fünf. Und es gibt auch schon einen vermeintlichen Skandal: Im Online-Shop des IOC kann man ein T-Shirt mit dem Motiv der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin erwerben. Der Mainstream schlägt Nazi-Alarm! Eine von vielen „Geschichtslügen gegen Deutschland“, die wir in unserer gleichnamigen Sonderausgabe widerlegen. Hier mehr erfahren.

    Von Rassismus: US-Leichtathletik Star Jesse Owens (r.) und sein deutscher Sportskamerad Lutz Long gehen Arm in Arm durch das Berliner Olympiastadion. Foto: CC0, Wikimedia Commons

    Für die Deutschen fällt die Bilanz der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo bislang mäßig aus: Drei Goldmedaillen, dreimal Silber, zweimal Bronze. Mit diesen acht Medaillen rangieren wir auf Platz fünf nach Norwegen, den USA, Italien und der Schweiz. Da ist noch Luft nach oben …

    Was waren das noch für glorreiche Zeiten, als deutsche Athleten im Medaillenspiegel die Spitzenplätze belegten! Bei der Sommerolympiade in Montreal stand die DDR auf Platz eins (40-mal Gold, 25-mal Silber, 25-mal Bronze), ebenso im Sommer 1980 in Moskau, im Winter 1984 in Sarajevo und im Winter 1988 in Calgary.

    Bei der Sommerolympiade 1972 in München stand die DDR auf Platz drei (20-mal Gold, 23-mal Silber, 23-mal Bronze), die BRD mit insgesamt 18 Medaillen nur auf Rang acht.

    Dafür landeten die Deutschen bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin mit 33 Gold-, 26 Silber- und 30-Bronze-Medaillen unangefochten auf dem Spitzenplatz – weit vor den USA (24/20/12) und Ungarn (10/1/5). Aber Moment … darf man das überhaupt positiv würdigen?

    „Nazi Games“! „Peinlich“!

    Na klar! Selbst das Internationale Olympische Komitee (IOC) macht das – zur Empörung der Hyperkorrekten. Die regen sich gerade wahnsinnig darüber auf, dass im Online-Shop des IOC ein T-Shirt angeboten wird, auf dem die fünf Olympischen Ringe, ein Athlet mit einem Lorbeerkranz sowie das Brandenburger Tor abgebildet sind.

    Kenner wissen: Das ist das offizielle Plakatmotiv der Olympischen Sommerspiele 1936. Für alle anderen ist es sogar auf dem T-Shirt eingedruckt: „Germany, Berlin 1936 (…) Olympic Games.“ Und auch für die Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen gibt es das entsprechende Pendant.

    Tagesspiegel-Kommentator Martin Einsiedler findet das empörend und schreibt:

    „Beworben wird das Produkt als Herren-T-Shirt ‚Olympisches Erbe der Olympischen Spiele 1936 in Berlin (Natur)‘. Es könnte aber genauso gut ‚Nazi Games‘ heißen – so lautet der Begriff, unter dem die Spiele von 1936 weitgehend bekannt sind.“

    Im letzten Satz steckt eine ziemlich kühne Behauptung. Im allgemeinen Sprachgebraucht hat sich die Bezeichnung „Nazi Games“ für die Berliner Olympiade 1936 jedenfalls nicht eingebürgert. Wie dem auch sei. Der Mainstream-Journalist findet es jedenfalls „peinlich“, dass das IOC dieses T-Shirt anbietet.

    Ganz schlimm sei, dass das gute Stück derzeit ausverkauft sei. „Es ist davon auszugehen, dass die große Mehrheit der Trägerinnen und Träger mit dem Shirt nicht kritisch auf die Propaganda-Show der Nazis aufmerksam machen will“, doziert der Mainstream-Journalist. „Man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster mit der Behauptung, dass einige, die den Store bereits geplündert haben, der Ideologie tatsächlich inhaltlich nahestehen.“

    Tatsächlich hat das Shirt mit „heimlichen Nazis“ wenig zu tun, sondern gehört zur sogenannten Heritage Collection des Internationalen Olympischen Komitees, in der historische Designs und Poster vergangener Olympischer Spiele aufgegriffen werden, darunter auch eben auch das Motiv von Berlin 1936.

    Das IOC reagierte inzwischen auf die Kritik und betonte, dass man „selbstverständlich die historische Problematik der ‚NS-Propaganda‘ im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin“ anerkenne. „Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass in Berlin 4483 Athleten aus 49 Ländern in 149 Wettbewerben um Medaillen kämpften“, so der Verband.

    Hitler fielen die Spiele in den Schoß

    Unbestritten ist, dass die Machthaber die Sportwettkämpfe propagandistisch nutzten – was 1936 nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal geschah. Aber kann man deswegen, wie Tagesspiegel-Einsiedler, von „Nazi Games“ sprechen? Hier die Fakten: Als das IOC am 13. Mai 1931 verkündete, dass die Sommerspiele fünf Jahre später nach Berlin gehen würden, wurde Deutschland noch demokratisch regiert, Hitler kam erst 1933 an die Macht.

    Sommerspiele 1936: Schlussläufer Fritz Schilgen entzündet im Berliner Olympiastadion mit seiner Fackel das olympische Feuer. Foto: Chrissit65, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

    Die Olympischen Spiele 1936 wurden dann vom Internationalen Olympischen Komitee, den Sportlern, den vielen Gästen aus dem In- und Ausland und von der überwiegenden Mehrheit der internationalen Presse euphorisch begleitet. IOC-Präsident Henri de Baillet-Latour verkündete gar, Berlin 1936 markiere den Höhepunkt aller Olympischen Spiele.

    Offenbar hatten die deutschen Gastgeber einen guten Eindruck hinterlassen, denn am 9. Juni 1939 vergab das IOC die Olympischen Winterspiele 1940 erneut ans Deutsche Reich. Durch den Krieg, der nur wenige Monate später begann, kam es dazu jedoch nicht.

    Jesse Owens, Helene Mayer, Theodor Lewald

    Die Olympischen Spiele von 1936 bewiesen auch, dass die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes keine rassistischen Ressentiments hegte. Dem schwarzen Leichtathleten Jesse Owens aus den USA wurde zugejubelt. Mit vier Goldmedaillen (Erstplatzierung bei drei Sprintdisziplinen und beim Weitsprung) war er der erfolgreichste Athlet der Spiele, was auch Leni Riefenstahl in ihren Olympia-Filmen zu würdigen wusste.

    Man feuerte begeistert die für Deutschland startende jüdische Fechterin und Silbermedaillen-Gewinnerin Helene Mayer an, man begrüßte frenetisch in den Reihen der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft Rudi Ball, einen Spieler jüdischen Glaubens. Und der Präsident des deutschen Organisationskomitees der Olympischen Spiele war Theodor Lewald, ein großer deutscher Patriot aus jüdischer Familie.

    Ein Bild, über das noch Jahrzehnte diskutiert wurde: Bei der Siegerehrung der olympischen Florettfechterinnen 1936 in Berlin zeigt die deutsch-jüdische Silbermedaillengewinnerin Helene Mayer den Hitlergruß. Im Bild links: Bronzegewinnerin Ellen Preis (Österreich), in der Mitte Ilona Schacherer-Elek (Ungarn), die Gold gewann. Foto: Public Domain

    Gemeinsam mit Carl Diem, Karl Ritter von Halt, Adolf-Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin sowie den Architekten Walter und Werner March, die für ihren Entwurf des Reichssportfeldes eine Goldmedaille der IOC-Kunstwettbewerbe 1936 erhielten, plante und realisierte Lewald, der im Kaiserreich und in der Weimarer Republik Beamter war und sich für die Deutsche Volkspartei (DVP) Gustav Stresemanns engagiert, diese denkwürdigen Sommerspiele. Wer hier von „Nazi Games“ spricht, verkennt die Realitäten.

    Höchstleistungen und neue Maßstäbe

    Die Olympischen Spiele 1936 waren vielmehr ein internationales Fest der Superlative. Der Rundfunk übertrug in 41 Länder, das Fernsehen brachte die ersten Originalübertragungen der Welt, Leni Riefenstahl dokumentierte die Wettkämpfe und setzte bei der filmischen Umsetzung ganz neue Maßstäbe.

    Da bleiben eben auch die sportlichen Höchstleistungen nicht aus: In der Liste der erfolgreichsten Teilnehmer kommen gleich nach Jesse Owens die beiden deutschen Turner Konrad Frey (dreimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) und Alfred Schwarzmann (drei Gold- und zwei Bronzemedaillen). Insgesamt feierten die deutschen Turner ihren größten Erfolg seit 1896. Höchst erfolgreich waren auch die deutschen Ruderer sie gewannen fünfmal Gold. Hinzu kamen eine Silber- und eine Bronzemedaille.


    Insgesamt waren die Olympischen Spiele von Berlin die Spiele der Rekorde: Allein in 29 leichtathletischen Wettbewerben wurde zwölfmal jeweils der Weltrekord verbessert, 47-mal wurden bestehende olympische Rekorde überboten. Und immer wieder hatten deutsche Athleten großen Anteil an diesen Höchstleistungen.

    Im Medaillenspiegel kamen am Ende hinter ihnen und den US-Amerikanern mit weitem Abstand Ungarn, Italiener, Finnen, Schweden, Japaner, Niederländer und Briten. Bei den Schlussfeiern wehten die Fahnen des Deutschen Reiches, Griechenlands und Japans. Die Olympischen Spiele 1936 waren keine „Nazi Games“, sondern ein internationales Sportfest, das die ganze Welt begeisterte.

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