Heute vor 58 Jahren fielen letztlich tödliche Schüsse auf den US-Senator Robert F. Kennedy. Offiziell gilt ein Palästinenser als Einzeltäter. Doch diese Theorie kann nicht stimmen, wie wir in COMPACT-Spezial «Attentate des Tiefen Staates» nachweisen. Hier mehr erfahren.

    «Senator Robert Francis Kennedy died 1:44 a.m. today. He was 42 years old.» Mit dieser Hauptnachricht erwachte die amerikanische Nation am 6. Juni 1968. Es war eine schockierende Wiederholung: Zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren war in den USA eine prominente öffentliche Person ermordet worden, die von vielen als Hoffnungsträgern gesehen wurde – nach Präsident John F. Kennedy, den schwarzen Bürgerrechtlern Malcolm X und Martin Luther King nun auch Robert F. Kennedy, kurz Bobby oder RFK. 25 Stunden hatten die Ärzte um sein Leben gekämpft.

    Die tödlichen Schüsse fielen in der Nacht zum 5. Juni in einem Saal des Hotels Ambassador in Los Angeles. Dort hatte der Senator und designierte Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl im November 1968 eine Rede gehalten, die er kurz nach 24 Uhr beendete. Kennedy verzichtete darauf, eine Ansammlung von Menschen in der Hotelloby zu empfangen und nahm eine Abkürzung durch die Hotelküche, um zur Presse zu gelangen.

    In der Küchenabteilung näherte sich auf einmal ein Palästinenser namens Sirhan Sirhan dem US-Senator und feuerte mit seinen Iver-Johnson-Revolver, Kaliber 22, den er unter einem aufgerollten Plakat versteckt hatte, mehrere Schüsse auf ihn ab. Seither gilt Sirhan als Mörder Bobby Kennedys. Doch stimmt das wirklich?

    Dreizehn Kugeln am Tatort

    In COMPACT-Spezial «Attentate des Tiefen Staates» meldet unser Autor Timo Beil berechtigte Zweifel daran an:

    «Die zwei Kugeln, die er von vorne abfeuerte, verfehlten RFK. Die restlichen sechs trafen Umstehende oder Möbel und Wände, bis er von Anwesenden niedergerungen wurde. Kennedy starb an vier Schüssen in seinen Rücken und in den Hinterkopf – die hätte der junge Mann aus seiner Schussposition gar nicht abfeuern können.

    Nach Aussage von Thomas Noguchi, dem Leichenbeschauer von Los Angeles County, wurden diese aus kürzester Entfernung oder mit aufgesetztem Lauf abgegeben. Als man Sirhan vor die Alternative stellte, entweder zu gestehen oder in der Gaskammer zu landen, bekannte er sich zu der Tat. Das fand der Richter verdächtig und verurteilte ihn entgegen der Absprache doch zum Tode.

    Er wurde später zu lebenslänglicher Haft begnadigt, an der vermeintlichen Sachlage änderte sich dadurch nichts: Ein geistig verwirrter Palästinenser, der sich an die Tat nicht erinnern konnte, hatte demnach Kennedy getötet, auch wenn er angeblich von vorn geschossen und tatsächlich von hinten getroffen hatte. Dass man am Tatort insgesamt dreizehn Kugeln fand, obwohl Sirhans Revolver nur acht laden konnte, spielte beim Prozess keine Rolle mehr.»

    Bemerkenswert und höchst verdächtig: Die Polizei von Los Angeles riss die Mauern mit den Einschüssen ab – und konnte später keine mehr finden.

    Die Spuren zum Tiefen Staat

    Doch wer hatte ein Interesse daran, den aufstrebenden Politiker umzubringen? Dem Tiefen Staat genauer gesagt, dem militärisch-industriellen Komplex war schon sein Bruder John F. Kennedy (JFK) ein Dorn im Auge gewesen. Kurz bevor dieser am 22. November 1963 in Dallas Opfer eines tödlichen Attentats wurde (ausführlich analysiert in COMPACT-Spezial «Attentate des Tiefen Staates»), hatte er verkündet, das amerikanische Engagement in Indochina beenden zu wollen. Die US-Rüstungsbranche hörte dies nicht gern. Der Vietnamkrieg, der nach JFKs Tod eskalierte, sorgte für satte Renditen.

    US-Präsident John F. Kennedy (l.) und sein Bruder Robert Anfang der 1960er Jahre im Weißen Haus. Foto: IMAGO / Pond5 Images

    Eine tragende Rolle im militärisch-industriellen Komplex spielte seinerzeit der Milliardär Howard Hughes. Mit seiner Firma Hughes Aircraft war er ein bedeutender Rüstungsfabrikant und auch mit den Luftwaffen-Konzernen Lockheed und Boeing verbandelt. Hughes‘ Assistent war ein gewisser Robert Maheu, eine «schillernde Gestalt», wie Timo Beil in «Attentate des Tiefen Staates» schreibt. Denn: «Sein Mitarbeiter John Meier sagt in seinem Buch Age of Secrets, Maheu habe sich vor dem Attentat mit Robert Kennedy getroffen, und dieser habe ihm gesagt, er wolle die Gemeinnützigkeit von Hughes Aircraft überprüfen.»

    Und weiter:

    «In seinem Tagebuch berichtet Meier, was er mithörte, als er am 25. Oktober 1969 auf der Jacht von Präsident Nixon eingeladen war. Dort sagte Maheu, in Anwesenheit von Nixons Bruder Don, dass er die Verantwortung für das Attentat auf Robert Kennedy übernehme.»

    Hierzu muss man wissen: Maheu war nicht nur für die Sicherheit aller geheimen Forschungseinrichtungen in Hughes‘ Rüstungsunternehmen in Nevada zuständig und unterhielt auch  auch eine private Sicherheitsfirma, die
    mit der der CIA zusammenarbeitete, er war auch ehemaliger FBI-Agent. «Das entspricht dem Drehtürprinzip, demgemäß Akteure des Tiefen Staates gerne von öffentlichen Stellen in private Engagements wechseln und umgekehrt», heißt es dazu in COMPACT-Spezial «Attentate des Tiefen Staates».

    Der zweite Schütze

    Maheu war allerdings am 5. Juni 1968 nicht in Los Angeles. Meier präsentiert in seinem Buch jedoch Hinweise darauf, wen der «Sicherheitsexperte» mit dem Mord an Bobby Kennedy beauftragt haben könnte. Dringend tatverdächtig sei demnach ein gewisser Thane Eugene Cesar, Mitarbeiter der Firma Lockheed.

    Eine Woche vor dem Attentat auf RFK wurde jener Cesar an den späteren Tatort, das Ambassador Hotel, versetzt. Zufällig stand er hinter Kennedy, als dieser niedergeschossen wurde. Zufällig trug er eine Waffe, die er nach Zeugenaussage auch abfeuerte. Zufällig wurde diese niemals von der Polizei untersucht. Zufällig musste man seine Krawatte aus der verkrampften Hand des niedergeschossenen Bobby befreien.

    Und ebenso zufällig verließ Cesar anschließend das Land und verbrachte sein weiteres Leben in Indonesien und auf den Philippinen … Nicht nur im Fall der Ermordung von John F. Kennedy, sondern auch beim Attentat auf seinen Bruder fast fünf Jahre später ist also alles anders, als es zunächst scheint.

    JFK, RFK, Barschel, Haider, Möllemann und viele andere: In COMPACT-Spezial «Attentate des Tiefen Staates» untersuchen wir die Fälle mit kriminalistischen Methoden und kommen zu ganz anderen Schlüssen als den offiziellen. Hier bestellen

     

     

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