Welches Essen dem Gehirn schadet und was ihm nützt

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Dass wir uns mit dem üppigen Verzehr von Fastfood keinen Gefallen tun, wird hinreichend thematisiert. Dass unser Gehirn dabei aber auch direkt Schaden nehmen kann und welche Stoffe diese Schäden hervorrufen, hat jetzt eine Studie herausgefunden. Aber es gibt auch Lebensmittel, die unserem Gehirn Gutes tun! Welche das sind, das verraten wir auch hier.

„Ärzte warnen: Die Bevölkerung wird immer dicker!“, titelten Ende des letzten Jahres große Medien. Nur noch 40 Prozent gelten hierzulande als normalgewichtig. Das bedeutet, dass der sogenannte Body-Mass-Index zwischen 18 und 24,9 liegen müsste. Deutschland ist zu dick! Einerseits fehlt Bewegung in den Tagesabläufen, zum anderen sind die Verlockungen nach Essen allerorten zu finden. „An jeder Ecke gibt es heute drei Imbiss-Buden mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen – so ist die Verführung auf dem Nachhauseweg natürlich groß“, so Prof. Hans Hauner, Leiter des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin in München.

Ein permanentes Überangebot an Essen führt dazu, dass wir mehr Energie aufnehmen, als wir brauchen. Heimtückisch ist auch das körpereigene Belohnungssystem: Auch oder gerade, wenn man bereits satt ist, aktiviert das nachgereichte Tiramisu Lustgefühle. „Essen ist immer ein emotionaler Prozess, und Essen macht glücklich“, so Hauner weiter. Die Folge: die Deutschen werden immer dicker und kränker. Mindestens 40 % aller Übergewichtigen entwickeln Diabetes II. Tendenz steigend und mit zunehmend jüngerem Alter.

Eine neuere Studie lässt nun aufhorchen. Mit einer bestimmten Art zu essen, können wir auch unser Gehirn langfristig schädigen. Forscher haben herausgefunden, dass insbesondere in Fastfood Zutaten enthalten sind, die bestimmte Bereiche des Gehirns angreifen und in ihrer Funktion stören. Wenn wir satt sind, unterdrückt normalerweise der Hippocampus in unserem Gehirn, das Verlangen noch mehr zu essen. Wir verlieren den Appetit. Bei Fastfood scheint diese normale Regulierung nicht mehr zu greifen.

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Alles auf Zucker?
Zumindest lässt eine neue Studie jetzt diesen Schluss zu. Bereits nach einer Woche an Fastfood reicher Ernährung lassen sich negative Effekte nachweisen. Statt den Appetit zu zügeln, meldet der Hippocampus: Gib mir mehr davon! Insbesondere zwei Zutaten stören die Funktion: Zucker und bestimmte Fette. Eben jene Fette, oft sind es auch Transfette, die die Pommes aufsaugen und dass reichlich Zucker in Burgern, Ketchup usw. enthalten ist, wissen wir bereits. Zucker hat auch eine direkt schädigende Funktion.

Studien haben gezeigt, dass Zucker die Vergesslichkeit fördert und zu viel ungesundes Essen Aggressivität, Depressionen und Stress steigern. Auch bestimmte Bereiche des Gehirns können schrumpfen. Eine Schlüsselrolle scheint der Hippocampus zu spielen. Er dient nicht nur als Appetitzügler, sondern auch um sich Informationen zu merken, abzuspeichern und Neues zu erlernen. Wird dieser gestört, so leidet unsere Denkfähigkeit.

Doch die Hirnregion, wo der Hippocampus sitzt, ist auch besonders anfällig für Umwelteinflüsse, denen wir zunehmend ausgesetzt sind: Stress, Schlafmangel, Umweltgifte. Kommt dann noch ungesundes Essen hinzu, könnten langfristige und stärkere Schäden des Hippocampus die Folge sein. Dass diese Einflussfaktoren auch zu dauerhaften Entzündungen in unserem Körper führen, verstärkt die negativen Effekte.

Gute Lebensmittel
Doch wo Schatten ist, da auch viel Licht. Bestimmte Lebensmittel wiederum fördern unsere Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis. Insbesondere langkettige, komplexe Kohlenhydrate, etwa in Vollkornprodukten, helfen den Energiebedarf des Gehirns gleichmäßig zu stillen und sich besser konzentrieren zu können.

Zwar wird auch unsere Lebensweise wesentlich durch den Tagesablauf geprägt, etwa ob wir regelmäßig und ausreichend schlafen, uns aktiv erholen, und das möglichst auch im Freien, ein entscheidender Faktor ist und bleibt jedoch unsere Art sich zu ernähren. Hier kann man viel falsch machen oder eben auch viel richtig. Insbesondere im Kampf gegen Demenz und Alzheimer als auch um unsere Denkleistung zu steigern, können wir uns Gutes über das Essen tun. Experten sprechen inzwischen von hirngesunder Ernährung. Gerade in Anbetracht der zunehmenden Umwelteinflüsse kann man hier aktiv gegensteuern.

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Lebensmittel gut für’s Gehirn
Folgende Lebensmittel sollten Sie in Ihre Ernährung einbauen:

Blattgemüse
Diese gelten als reiche Quelle an natürlichen Antioxidantien. Das sind jene Helfer, die in der Lage sind die freien Radikalen zu bekämpfen. Freie Radikale können jegliche Körperzellen angreifen, auch im Gehirn. In Blattgemüse sind besonders Folsäure, Lutein, Vitamin E und Beta-Carotin enthalten, diese können unsere Hirngesundheit fördern.

Kurkuma
Dieses farbenprächtige Gewürz, auf dessen Hauptbestandteil Curcumin wir es hier abgesehen haben, ist ein starkes Antioxidans, das entzündungshemmend und antiamyloidal wirkt. Studien haben gezeigt, dass Curcumin bei der Reduktion von Beta-Amyloid unmittelbar beteiligt ist.

Natives Olivenöl und Kokosöl
Kann man auf fachgerecht gelagertes Olivenöl zurückgreifen, so entfaltet dieses seine wohltuende Wirkung. In der Alzheimerforschung sind die Effekte sowohl von Oliven- als auch von Kokosöl bereits bekannt. Während das Kokosöl nicht so schnell oxidiert (ranzig wird), muss man beim Olivenöl aufpassen. Dies ist möglichst kühl und dunkel zu lagern und sollte alsbald verbraucht sein.
Kokosöl wird auch eine stark entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung zugeschrieben, insbesondere durch die darin enthaltende Laurinsäure.

Tee
Insbesondere grüner Tee gilt inzwischen als Geheimtipp bei der Vorbeuge gegen Alzheimer und zur Steigerung von Konzentration und Denkleistung. Darüberhinaus wirkt er entgiftend und als Antioxidans.
Aber auch andere Teesorten wie Minze, Melisse oder Hibiskus wirken stark entzündungshemmend.

Omega-3 Fettsäuren
Z. B. aus Algen vermindern Entzündungen und stärken das Immunsystem.

Nüsse
Jeden Tag eine Handvoll Nüsse sind eine gute Alzheimer-Vorbeuge.

Brokkoli
Ist reich an Lutein und Zeaxanthin, Carotinoiden mit antioxidativer Wirkung. Diese können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Schäden durch freie Radikale und normale Alterungsprozesse rückgängig machen. Eine große Studie hat ergeben, dass, wer regelmäßig Brokkoli isst, weniger altersbedingten Gedächtnisverlust erleidet.

Vollkorn
Vollkorngetreide ist reich an cholesterinsenkenden Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten. Stärkt auch die Darmgesundheit.

Zartbitterschokolade
Vermindert das Schlaganfallrisiko. Die enthaltenden Flavanole wirken blutdrucksenkend und tragen zu einer besseren Sauerstoffversorgung des Gehirns bei.

Antioxidantien
Viele der hier vorgestellten Lebensmittel eint, dass sie z. T. stark entzündungshemmend und als gutes Antioxidans wirken. Warum nicht auch zu dem Super-Antioxidans schlechthin greifen? Astaxanthin! Gewonnen aus der sogenannten Blutregenalge kann es sowohl die Blut-Hirn- als auch die Blut-Retina-Schranke überwinden. Es hilft damit entzündliche Prozesse sowohl im Gehirn als auch in den Augen zu bekämpfen. Darüberhinaus gilt es auch als starker natürlicher Sonnenschutz, ist gut für unsere Haut.

Vitamin E und C
Diese stark antioxidativ wirkenden Vitalstoffe schützen vor allem unser Gehirn vor oxidativem Stress. Oxidativer Stress gilt als eine der Hauptursache für die vorzeitige Alterung unseres Gehirns.

Zusammenfassung
Dass Fastfood nicht nur schlecht für die Figur ist, sondern auch unser Gehirn nachhaltig und längerfristig schädigen kann, haben neue Studien gezeigt. Hauptverantwortlich ist der darin enthaltene Zucker und sind bestimmte Fette und Transfette. Ungesunde Ernährung steigert Aggressionen, Depressionen und Stress, bestimmte Areale des Hirns können schrumpfen. Besonders betroffen ist der Hippocampus. Er dient nicht nur als Appetitzügler, sondern auch um sich Informationen zu merken, abzuspeichern und Neues zu erlernen. Wird dieser gestört, so leidet unsere Denkfähigkeit. Dagegen stärken bestimmte Lebensmittel die Denkfähigkeit bzw. wirken gut als Vorbeuge gegen Alzheimer. Gemeinsam ist diesen ihre Wirkung als Entzündungshemmer und Antioxidans.

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