14. Januar 1526: Der römisch-deutsche Kaiser Karl V. und der gefangengenommene französische König Franz I. schließen einen Vertrag, der den Konflikt zwischen Habsburgern und Franzosen beenden soll. Sofort nach seiner Freilassung brach Franz die Vereinbarung – und in der Folge kam es zur Plünderung Roms. In COMPACT-Geschichte „Deutsche Kaiser“ würdigen wir Karl V. und andere bedeutende Monarchen. Hier mehr erfahren.
Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts war Italien das Hauptschlachtfeld europäischer Großmachtpolitik. Die reichen norditalienischen Städte, das Königreich Neapel und das Herzogtum Mailand waren zwar politisch zersplittert, jedoch wirtschaftlich bedeutend und strategisch zentral gelegen. Frankreich erhob seit Langem dynastische Ansprüche auf Mailand und Neapel, während die Habsburger ihren Einfluss ebenfalls ausdehnen wollten.

Habsburg gegen Frankreich
Mit der Wahl Karls V. zum römisch-deutschen Kaiser im Jahr 1519 verschärfte sich die Lage. Als jungen Mann prägten ihn zwei Ereignisse entscheidend: Luthers Reformation und die Eroberung Amerikas. Von seinem Vater Philipp dem Schönen hatte er 1516 auch die spanische Königskrone geerbt, und Spanien wurde schnell zur führenden Kolonialmacht. Die märchenhaften Reichtümer Süd- und Mittelamerikas flossen nach Madrid. Also galt Karls politisches Interesse zunächst der Iberischen Halbinsel.
Karl vereinte in seiner Person eine beispiellose Machtfülle: Er war Herrscher über die burgundischen Niederlande, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und als König von Spanien Oberhaupt eines weltumspannenden Kolonialreichs. Frankreich sah sich dadurch von habsburgischen Territorien umklammert.
Im Jahr 1521 brach der offene Krieg aus. Franz I. führte persönlich ein französisches Heer nach Norditalien, um Mailand zurückzuerobern. Anfangs hatte er Erfolg, doch am 24. Februar 1525 kam es zur entscheidenden Schlacht bei Pavia. Die kaiserlich-spanischen Truppen, unterstützt von deutschen Landsknechten, fügten den Franzosen eine vernichtende Niederlage zu.
Ein Ereignis von europäischer Tragweite folgte: Franz I. höchstpersönlich geriet in Gefangenschaft. Dass ein amtierender Regent auf dem Schlachtfeld in Gewahrsam genommen wurde, war mehr als außergewöhnlich. Karl V. ließ ihn nach Spanien bringen, wo er zunächst in Valencia, später in Madrid inhaftiert wurde.

Ein Pakt unter Zwang
In Madrid sah sich Franz I. gezwungen, einem äußerst harten Friedensvertrag zuzustimmen. Dieser wurde heute vor genau 500 Jahren, am 14. Januar 1526, unterzeichnet und sah vor, dass Frankreich auf seine Ansprüche in Italien verzichtete. Franz erkannte die habsburgische Herrschaft über Mailand und Neapel an und verpflichtete sich zur Rückgabe des Herzogtums Burgund an Karl V. – ein besonders gravierender Punkt, da Burgund für Frankreich von großer wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung war.
Zudem musste der französische Monarch auf seine Lehensrechte in Flandern und Artesien (Artois) verzichten. Als zusätzliche Sicherheit stellte er seine beiden ältesten Söhne als Geiseln. Erst nach der Ratifizierung des Vertrags und der Übergabe der Geiseln wurde Franz am 18. März 1526 freigelassen.
Der Vertragsbruch: Politik vor Ehre
Doch kaum zurück in Frankreich, erklärte Franz I., dass der Vertrag unter Zwang zustande gekommen und daher nicht bindend sei. Diese Argumentation entsprach zwar nicht der üblichen diplomatischen Praxis, war aber politisch wirkungsvoll. Tatsächlich hatte der König schon vor seiner Freilassung hatte signalisiert, dass er die Vereinbarungen nicht einhalten wolle, insbesondere die Abtretung Burgunds, die innenpolitisch besonders schwer wog.
Der Bruch des Friedens von Madrid erfolgte allerdings nicht im Alleingang. Im Mai 1526 schloss sich Frankreich mit dem Papst, Venedig, Florenz und dem Herzog von Mailand zur Liga von Cognac zusammen. Ziel dieses Bündnisses war es, die habsburgische Vorherrschaft in Italien zurückzudrängen. Damit flammte der Krieg neu auf.
Der Sacco di Roma
Der neue Krieg führte zu einer weiteren Eskalation. Besonders dramatisch war der sogenannte Sacco di Roma im Jahr 1527: Kaiserliche Truppen – zum großen Teil schlecht bezahlte Söldner – plünderten Rom. Papst Clemens VII., selbst Mitglied der Liga von Cognac, wurde zeitweise im Castel Sant’Angelo eingeschlossen. Die Taten in der Ewigen Stadt schockierten die christliche Welt.
Erst 1529 kam es mit dem Frieden von Cambrai zu einer erneuten Verständigung zwischen Karl V. und Franz I., vermittelt von weiblichen Verwandten beider Herrscher. Daher spricht man auch vom „Damenfrieden“. Der Vertrag war deutlich moderater als der Frieden von Madrid und erkannte faktisch an, dass die völlige Unterwerfung Frankreichs nicht durchsetzbar war.
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