Der Krieg gegen Iran flammt in ungeahnter Stärke wieder auf. Vergeltungsangriffe des Iran auf US-Stützpunkte am Golf.
Noch am Montag schien es so, als ob Donald Trump den Krieg bremsen wollte und insbesondere Israel vor weiterer Eskalation zurückhielt – gestern aber hat er sich, wieder einmal, um 180 Grad gewendet und die volle Agression angeordnet. Es begannen die schwersten Luftangriffe auf Iran seit Ende März – seit Verkündung einer Waffenruhe, die seither allerdings nur schlecht als recht funktioniert hatte.
Seit Dienstag Abend flog dieAir Force Angriffe auf Ziele in Südiran rund um den Persischen Golf: Qeshm Island, Bandar Abbas, Sirik, Minab and Jask. Zumindest in einem Fall wurden eindeutig nichtmilitärische Ziele zerstört: In Sirik eine Entsaltungsanlage, die Trinkwasser für die Region. bereit stellt. Iran antwortete mit Gegenscjägeauf US-Stützpunkte in Jordanien jund Bahrain (Hauptquartier 5. US-Flotte), die laut US-Angaben aber abgewehrt wurden.
Eine Chronologie der Zuspitzung
Sonntag, 7. juni: Trotz anderslautender Zusagen von Netanjahu gegenüber Trump beginnt Israel wieder mit Luftangriffen auf Beirut. Iran schlägt zurück auf Ziele in Israel, draufhin schwere Angriffe Israels auf Iran.
Montag, 8. Juni: Trump fordert beide Kriegsparteien zur sofortigen Feuereinstellung auf. Der Iran stimmt am Nachmittag zu, Israel zieht nach. Trump verkündet den Abschluss eines Friedensvertrages mit Iran in kürzester Frist. Entspannung. Drei iranische Soldaten sterben bei israelischen Angriffen – unklar, ob vor oder nach dem Waffenstillstand.
Dienstag, 9. Juni: Israel nimmt Luftangriffe gegen Beirut wieder auf. Netanjahu verkündet, man werde den Krieg gegen Iran auch ohne die USA weiterführen. In der Straße von Hormuz stürzt ein Apache-Kampfhubschrauber ab. Trump behauptet, es war ein Abschuss durch Iran, er „müsse“ jetzt reagieren. Die iranischen Stellungnahmen dazu sind widersprücjlich; manche Verlautbarungen sprechen von einem Unfall des Helikopters ohne iranische Einwirkung. Am frühen Abend beginnen die Schläge der USA gegen Iran.
Mittwoch, 10. Juni: Kurz nach Mitternacht schlägt Iran zurück. Die Huthi-Rebellen beschießen ein Schiff, das durch die Meerenge am Roten Meer fahren will. Iran behauptet, eine Reaper-Kampfdrohne über dem Persischen Golf abgeschossen zu haben.
Zions Höllenritt

Im Grunde ähnelt der aktuelle Ablauf der Eskalation dem Muster, das schon zu Kriegsbeginn am 28. Februar zu beaobachten war. “Die Regierung gibt zu, dass Israel uns in den Krieg hineingezogen hat, der bereits viele amerikanische Leben und Milliarden von Dollar gekostet hat“, schrieb der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie, bis vor einem halben Jahr ein glühender Unterstützer seines Präsidenten, Anfang März auf X. Auch für NTV war die Sache klar: „Außenminister Rubio sagt, die Trump-Regierung habe von den israelischen Plänen gewusst und sich deshalb zum Angriff gezwungen gesehen.“ Rubio im Wortlaut. “Es gab definitiv eine unmittelbare Bedrohung, und diese unmittelbare Bedrohung bestand darin, dass wir wussten, dass der Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde – sofort gegen uns vorgehen würde. Wir wussten, dass es ein israelisches Handeln geben würde.“ Hier weiterlesen.
Auch Trumps Kehrtwende vom gestrigen Dienstag war wohl eine Reaktion auf die Drohung Netanjahus, auch ohne die USA weiterzubomben. Die Sache mit dem Apache-Hubschreiber war nur ein Vorwand, um wieder mit dem Krieg zu beginnen.
Wie Israel die USA in den Krieg hineinzog – die genaue Chronologie der Abläufe finden Sie in COMPACT-Magazin 5/2026.



