Neuer Allzeit-Höchstand für Edelmetalle. Der Schlag gegen Venezuela hat sich für Trump wirtschaftlich nicht ausgezahlt. 2026 wird der Dollar abstürzen – das „Jahr des Goldes“ ist gekommen.

    Der Gewaltstreich zur Entführung von Nicolas Maduro hat die ökonomische Krise der USA nicht gestoppt. Das zeigt sich am Kurs der Edelmetalle. Nachdem der erste Börsentag nach dem Kidnapping die Preise zunächst nach unten schickte, steigen sie seit letzten Donnerstag  wieder und explodierten heute geradezu. Mit über 84 Dollar für die Unze Silber und fast 4.600 Dollar für die Unze Gold wurden neue Höchsstände erzielt.

    Die Januarausgabe von COMPACT-Magazin prognostiziert das „Jahr des Goldes“. Mit Beiträgen von Markus Krall, Florian Homm und Gerhard Wisnewski.

    Das hat sich der US-Präsident wohl anders vorgestellt. Die Öl-Vorräte von Venezuela im Wert von etwa 17 Billionen US-Dollar hätten fast die Hälfte der US-Staatsschulden, derzeit 37 Billionen US-Dollar gedeckt. Trump ging also schnurstracks drauf los. Die USA, so Trump nach der Entführung Maduros, würden die Macht in Venezuela „bis zu einem stabilen Übergang übernehmen“, einschließlich der Ölproduktion.  Das Land müsse ,,zwischen 30 und 50 Millionen Barrel Öl an die USA“ kostenlos abgeben, also die Fördermenge von zwei Monaten. Bei der Mafia nennt man das Schutzgeldzahlungen. Um Druck in diese Richtung zu machen, werden von der US-Navy immer wieder Tanker beschlagnahmt, die aus Venezuela kommen.

    Aber der große Ölraub ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Die US-Ölmultis sind jedenfalls nicht besonders daran interessiert, in der vermeintlichen neuen Kolonie zu investieren. „Wenn wir uns die rechtlichen und wirtschaftlichen Strukturen und Rahmenbedingungen ansehen, die heute in Venezuela bestehen, dann ist das Land derzeit nicht investierbar“, erklärte Exxon-Chef Darren Woods am 8. Januar. Kein Wunder: Maduro wurde zwar gekidnappt, aber die Macht im Land liegt immer noch bei seiner Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV). Seit einer Woche fast täglich Großdemonstrationen in Caracas statt, die eine Rückkehr des Entführten forderten – und als das Parlament diese Forderung in einer Entschließung verabschiedeten, schlossen sich auch die meisten Oppositionsvertreter an.

    Mehr Abenteuer, mehr Risiken

    Ungeachtet dieser Probleme greift Trump auch nch dem rohstoffreichen Grönland und gleichzeitig nach Iran, einem weiteren Öl- und Gasproduzenten. Doch Dänemark zeigt sich kampfbereit, und in Teheran sind die Proteste, im Kern Krawalle mit Unterstützung des Mossad, schon wieder abgeflaut. China, das Trump von den wichtigen Öllieferungen aus Venezuela und Iran abschneiden will, hat mit einem weitghenden Exportverbot für Silber geantwortet, das seit Jahresanfang in Kraft ist. Die Verknappung des Angebots treibt die Preise – und Anleger tauschen ihre Dollars in Edelmetalle um, um zu kaufen, solange noch etwas zu kaufen ist.

    Trump ist in einem Wettlauf mit der Zeit: Er braucht das Militär, um weitere Raubzüge durchzusetzen, und will deshalb zusätzliche 500 Milliarden Dollar pro Jahr (!) in die Rüstung kippen (schon bisher kosten ihn Militär und Rüstung eine Billion im Jahr!). Damit verschärft er jedoch sein Schuldenproblem: Allein 2026 muss er an den internationalen Kapitalmärkten neun Billionen Dollar auftreiben, um auslaufende Schuldtitel zu tilgen. Wer aber soll den USA etwas leihen, wenn die Bilanzen immer schlechter werden?

    Florian Homm im Interview für COMPACT 1/2026

    Der Run auf die Edelmetalle wird also weitergehen. Wie es Börsenguru Florian Homm in der aktuellen Januar-Ausgabe von COMPACT beschrieb. Auf die Frage „Wird der Dollar und werden die Vereinigten Staaten von Amerika untergehen?“ antwortete er:  „Wenn ein Land von seinen Steuereinnahmen — das sind grob fünf Billionen Dollar — eine Billion nur für Zinsen ausgibt, ohne Rückzahlung der Schulden, und eine weitere Billion plus x für das Militär, den Rest ungefähr für den Sozialhaushalt, was bleibt dann? Sie nehmen fünf Billionen ein und geben sieben Billionen aus. Wenn es nicht die USA wären, hätten sie die Bilanz von Kuba, Sri Lanka oder Venezuela. Sie würden zu den untersten zehn Prozent in Bezug auf Haushaltsdefizite und zu hohe Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen gehören. Das ist ein gescheitertes Modell. Daher muss man auch verstehen, dass die Zentralbanken der Welt zwar noch Dollar halten, dem Dollar aber überhaupt nicht mehr vertrauen. Sie haben mehr Reserven in Gold als in US-Dollar.“

    Die Januarausgabe von COMPACT-Magazin zum Ende des Dollars und zum  „Jahr des Goldes“. Mit Beiträgen von Markus Krall, Florian Homm und Gerhard Wisnewski. Hier bestellen.

     

     

    Kommentare sind deaktiviert.