Zehn Punkte zur Einschätzung des Waffenstillstands im Irankrieg. Wer das US-Taktieren bei ähnlichen Feuerpausen in der Vergangenheit (Korea, Vietnam, Bosnien, Irak) zum Vergleich heranziehen will, findet in unserer Spezialausgabe „Krriegsverbrechen. US-Außenpolitik von Truman bis Trump“ die wichtigen Informationen.
- Armageddon ist fürs erste abgewendet. Trump drohte, die iranische Zivlisation in einer Nacht „auszulöschen“. Das ist gottlob nicht geschehen. Trump hat, zum wiederholten Male, ein Ultimatum vom Tisch genommen. Das schwächt seine Glaubwürdigkeit beim nächsten Mal.
- Der Waffenstillstand stellt den Status quo ante, als vor Angriffsbeginn am 28. Februar, wieder her: Irans Bürger können wieder in Ruhe leben, und die Straße von Hormus ist offen. Was Trump an Zielen verkündet hat – Regime Change und/oder Ende des Atomprogramms – hat er nicht erreicht. Tausende sind für den Größenwahn von Nero getötet worden.
- Die 14-Tage-Öffnung der Straße von Hormus ist konditioniert, erfolgt „in Absprache mit den Streitkräften des Iran“. Damit bewahrt der Iran seine Souveränität – und eine Art Veto-Recht über die Zugänge zu 20% der weltweiten Energielieferungen.
- Dem sehr weitgehenden 10-Punkte-Plan Irans hat Trump zwar nicht zugestimmt, aber ihn als „gute Grundlage“ für Friedensgespräche bezeichnet. Das ist schon fast eine Unterwerfung unter die darin enthaltenen Forderungen Irans wie a) Beibehaltung des Atomprogramms samt Anreicherung, b) Aufhebung aller Sanktionen, c) Reparationszahlungen an den Iran, d) Abzug von US-Angriffsstreitkräften aus dem Golf.
- Netanjahu wird alles versuchen, die vorläufige Einigung zu torpedieren. Sein Hebel ist der Libanon, für den der Waffenstillstand ebenfalls gelten soll (jedenfalls nach derAussage der pakistanischen Vermittler). Wenn Netanjahu mit der mörderischen Aggression dort weitermacht, und so sieht es an diesem Mittwoch aus, zwingt er Iran entweder dazu, den Waffenstillstand aufzukündigen und Israel wieder zu beschießen – oder Hisbollah und den Libanon zu verraten.
- Die Zwei-Wochen-Frist bietet Trump die Chance, seinen Truppenaufmarsch zu optimieren (was aber auffallen würde) und. wichtiger, bietet Netanjahu und seinen Verbündeten im Tiefen Staat des Westens die Chance, Terroranschläge zu fingieren, die dem Iran in die Schuhe geschoben werden.
- Die Standhaftigkeit des iranischen Volkes gegen die apokalyptischen Drohungen und menscheinfeindlichen Schläge von USA und Israel sind eine Ermutigung nicht nur für die Iraner, mit dieser Standhaftigkeit weiter zu machen, sondern auch für die Unterdrückten auf der ganzen Welt, sich ebenfalls dem Imperium entgegenzustellen. Iran heute ist Kristallisationspunkt für die antiimperialistichen Kräfte, so wie es Vietnam vor 60 Jahren war. „Schafft eins, zwei, viele Vietnam“ war damals die Losung von Che Guevara.
- Im Hintergrund zog China die Fäden – die pakistanische Vermittlung erfolgte nicht ohne Zustimmung der chinesischen Schutzmacht. Peking dürfte den USA nicht nur militärische Vergeltungsmöglichkeiten aufgezeigt haben, Stichwort Taiwan, sondern auch seine finanziellen Massenvernichtunfswaffen: Die Volksrepublik besitzt US-Staatsanleihen im Wert von einer Billion US-Dollar. Stößt sie diese ab, ist der Greenback nicht mehr zu retten.
- Alle diese Einschätzungen sind vorläufig, weil zu viele Spieler mitmischen – und weil Trump offensichtlich eine schwer gestörte Persönlichkeit hat. Wird er gereizt oder gedemütigt, ist er zu allem fähig.
- Über den Krieg trat die Epstein-Aufklärung in den Hintergrund. Kommt der Frieden, kommt auch die Epstein-Frage zurück. Das weiß das Epstein-Regime, und deswegen fürchtet es den Frieden.
Wer das US-Taktieren bei ähnlichen Feuerpausen in der Vergangenheit (Korea, Vietnam, Bosnien, Irak) zum Vergleich heranziehen will, findet in unserer Spezialausgabe „Krriegsverbrechen. US-Außenpolitik von Truman bis Trump“ die wichtigen Informationen. Hier bestellen.




