Ein CDU-Bürgermeister, der am 6.September in Sachsen-Anhalt AfD wählen wird? Gibt es! Der Mann kommt aus der Altmärkischen Höhe und wirbelt gerade seine Partei mächtig durcheinander. Uli Siegmund macht’s möglich! Sichern Sie sich den COMPACT-Comic „Uli rettet Deutschland“, ein wahres Glanzstück. Hier mehr erfahren.

    Bernd Prange ist seit Jahrzehnten CDU-Mitglied, Bürgermeister und Kreistagsmitglied in Sachsen-Anhalt. Kurz vor der Landtagswahl geht er nun offen auf Konfrontationskurs zu seiner eigenen Partei: In einem Brandbrief wirbt er für die AfD, kündigt seine eigene Stimme für die blaue Partei an und bestätigt eine Spende von insgesamt 10.000 Euro an Uli Siegmund und seine Mannschaft. Die CDU prüft Konsequenzen.

    Es ist ein wahrer Paukenschlag: Bernd Prange, Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe und Mitglied des Kreistags im Landkreis Stendal, stellt sich wenige Wochen vor der Landtagswahl öffentlich gegen den Kurs seiner eigenen Partei. Um seiner Verärgerung Nachdruck zu verleihen, hat der 59-Jährige in einem Schreiben nicht nur seine Unterstützung für die AfD erklärt, sondern auch eine Spende von insgesamt 10.000 Euro bestätigt. Eine solche Zuwendung hatte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund Mitte Juli auf einer Wahlkampfveranstaltung in Magdeburg thematisiert, ohne den Namen des Gönners zu nennen.

    CDU entkernt sich selbst

    Prange bezeichnet die Zahlung als bewusste Entscheidung. Er begründet sie mit seiner Sorge um die politische Entwicklung Deutschlands und Sachsen-Anhalts. Zugleich kündigt er an, bei der Landtagswahl am 6. September selbst für die AfD stimmen zu wollen. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Entwicklung der CDU. Prange ist nach eigener Darstellung seit 35 Jahren Mitglied der Partei und sieht zentrale konservative Positionen dort zunehmend weniger vertreten. Er nennt unter anderem Leistung, Ordnung, Sicherheit, wirtschaftliche Vernunft, nationale Souveränität und den Schutz der kulturellen Identität.

    Besonders stört ihn die Brandmauer zur AfD. Nach seiner Einschätzung grenzt sich die CDU von der AfD zu stark ab, während sie gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit Parteien des linken Spektrums zulasse. Aus seiner Sicht habe sich die CDU dadurch von ihrem konservativen Kern entfernt.

    Noch weiter geht Prange bei seinen politischen Konsequenzen: Er wünscht sich nach eigener Aussage eine möglichst starke AfD bei der Landtagswahl. Sein Ziel sei sogar eine absolute Mehrheit der Blauen. Dies verstehe er ausdrücklich als Druckmittel gegenüber der CDU. Die Christdemokraten sollten nach seiner Vorstellung durch ein starkes AfD-Ergebnis erkennen, dass sie ihren politischen Kurs korrigieren müssten.

    COMPACT berichtet: «Merz-Klatsche! CDU-Bürgermeister spendet 10.000 Euro an Siegmund» ist auch Thema des heutigen Brennpunkts von COMPACT-TV um 20 Uhr. Am besten, Sie abonnieren gleich unseren Youtube-Kanal und aktivieren die Glocke, um keine Sendung mehr zu verpassen.

    Seine Kritik beschränkt sich nicht auf die Landes-CDU. Auch Bundeskanzler und CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz kommt in Pranges Schreiben schlecht weg. Dessen Ablösung bezeichnet der Kommunalpolitiker als wünschenswertes Signal gegen eine aus seiner Sicht falsche politische Ausrichtung der Bundespartei. Damit verbindet Prange seine persönliche Entscheidung mit einem grundsätzlichen Appell an andere konservative CDU-Mitglieder. Er hoffe, dass weitere Unionsanhänger ähnlich handeln und bei der Landtagswahl ebenfalls AfD wählen.

    Für die CDU Sachsen-Anhalt kommt der Vorstoß zu einem politisch natürlich zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt. Am 6. September wird der neunte Landtag des Landes gewählt. Die AfD liegt in Umfragen klar vorn.

    Interessant ist dabei auch Pranges Rolle vor Ort. Er ist nicht nur Bürgermeister der Altmärkischen Höhe, sondern sitzt für die CDU im Kreistag von Stendal. Bei der Kommunalwahl 2024 wurde er mit überragender Mehrheit wiedergewählt. Im Stendaler Kreistag ist die AfD seit der Wahl 2024 stärkste Kraft und verfügt über 15 der 48 Sitze, während die CDU auf zwölf Sitze kommt. Hier ist sein Brandbrief im Wortlaut:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich schreibe Ihnen als langjähriges CDU-Kreistagsmitglied. Ich habe in den vergangenen Wochen insgesamt 10.000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt gespendet – zweimal 5.000 Euro. Das war keine spontane Entscheidung und erst recht keine Leichtfertigkeit. Es war ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land.

    Meine konservativen Werte – Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und der Schutz unserer kulturellen Identität – finde ich in der CDU immer weniger vertreten. Stattdessen erlebe ich eine Partei, die sich Schritt für Schritt nach links bewegt, ihre Brandmauer zur AfD immer höher zieht und gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit linken und linksradikalen Kräften akzeptiert oder sogar forciert. Ich habe die berechtigte Sorge, dass Teile der CDU dieses Land und ihre eigene Partei an die Linken verraten und verkaufen.

    Deshalb setze ich ein klares Stoppzeichen. Ich wünsche mir, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark wird, dass sie alleine regieren kann. Nicht aus Trotz, sondern damit die CDU endlich aufwacht. Damit die Brandmauer fällt. Damit sich die Partei gegen ihren Linkskurs wehrt. Und damit Friedrich Merz abgesetzt wird – als Symbol einer Führung, die den konservativen Kern der Union preisgibt.

    Im Kreistag Stendal erlebe ich seit Jahren, wie demokratische Zusammenarbeit funktionieren kann. Die Kooperation mit der AfD-Fraktion ist gut und konstruktiv. Gemeinsam mit den Kollegen der AfD haben wir bereits mehrfach konkreten Schaden durch linke Initiativen abwenden können. Das gilt aber nicht nur für mich: Alle Kollegen im Kreistag – auch die der CDU – arbeiten demokratisch und sachbezogen mit den anderen Fraktionen zusammen, wenn es um das Wohl unseres Landkreises geht. Diese Zusammenarbeit beruht auf Gemeinsamkeiten und dem Willen zum Erhalt unserer Heimat – nicht auf ideologischer Feindschaft. Was das leugnet, leugnet die Realität vor Ort.

    Dieser offene Brief soll die Gesellschaft wachrütteln. Er soll vor allem die CDU wachrütteln. Es ist höchste Zeit, dass sich die Union von extrem linken Kräften und von all jenen trennt, die mit den Linken oder auch Grünen paktieren wollen – namentlich auch von Personen wie Sven Schulze. Wer die Brandmauer zur AfD verteidigt, während er gleichzeitig nach links schielt, zerstört die CDU als bürgerliche Volkspartei.

    Ich bleibe Konservativer. Ich bleibe dem Land und den Menschen verpflichtet, die ich im Kreistag vertrete. Die CDU muss sich entscheiden: Will sie weiterhin den Linkskurs mitgehen und ihre Wähler verraten und verlieren – oder findet sie den Mut, die Brandmauer einzureißen, sich auf ihre alten Werte zu besinnen und wieder regierungsfähig zu werden?

    Die Wahl im September wird zeigen, ob die Partei noch lernfähig ist. Da Sven Schulze aber den Weg zur Einbindung linker Kräfte bereits eingeschlagen hat und davon auch nicht mehr abrücken möchte, werde ich am 6. September 2026 zur Landtagswahl selbst mein Kreuz bei der AfD machen und hoffe, dass es mit mir auch viele weitere Konservative machen werden, damit die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringt und die CDU zur Erkenntnis gelangt, dass sie ihren Kurs ändern muss.

    Mit ernster Sorge und klarer Haltung

    Bernd Prange

    Prange fordert schließlich genau das, was seine eigene Partei bislang verhindern will: Die sogenannte Brandmauer zur AfD müsse fallen. Seine Unterstützung der Partei versteht er deshalb nicht als kurzfristigen Protest, sondern als bewussten Versuch, die CDU zu einem Kurswechsel zu bewegen.

    Die Reaktion der Landes-CDU fällt entsprechend deutlich aus. Generalsekretär Mario Karschunke bezeichnete die Vorgänge als schwerwiegend. Sollte sich die Spende und der öffentlich erklärte Wahlaufruf bestätigen, könne dies parteirechtliche Konsequenzen haben. Der zuständige Kreisvorstand werde sich mit dem Vorgang beschäftigen. Karschunke machte zugleich deutlich, dass die CDU keine Verpflichtung sehe, Mitglieder in der Partei zu halten, die deren politische Grundüberzeugungen nicht mehr teilten.

    Uli Siegmund macht’s möglich! Sichern Sie sich den COMPACT-Comic „Uli rettet Deutschland“, ein wahres Glanzstück. Hier bestellen.

    Kommentare sind deaktiviert.