Schock für die Grünen in MV: Die Fraktionschefin Oehlrich legt nach Verwicklungen in einen bizarren Skandal ihr Amt nieder – und das knapp einen Monat vor der Landtagswahl. Die alten Parteien haben fertig. Eine Wende muss her! Deutschland hofft auf das „Sommermärchen 2026“, so der Titel unserer Ausgabe 7/2026. Hier mehr erfahren.

    Nur gut einen Monat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Constanze Oehlrich, Vorsitzende der grünen-Landtagsfraktion, ihren Rücktritt erklärt. Anlass sind erneute Berichte über Vorwürfe der verbalen sexuellen Belästigung und des Machtmissbrauchs. Das alles ist natürlich besonders peinlich mit Blick auf den Anspruch grüner Moralapostel

    Oehlrich jammerte, die erneute öffentliche Berichterstattung über ihre Person treffe sie sehr. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe seien bereits in einem unabhängigen Verfahren geprüft und als unbegründet zurückgewiesen worden. Ein wiederholtes öffentliches Vorbringen bereits entkräfteter Vorwürfe schaffe keinen neuen Sachstand, führe aber zu einer anhaltenden persönlichen Belastung. Sie habe deshalb entschieden, das Amt der Fraktionsvorsitzenden niederzulegen. Sie tue dies, um ihre Fraktion, ihre Familie und auch sich selbst vor weiteren Verletzungen zu schützen.

    Mindestens vier betroffene Mitarbeiter

    Im Herbst 2022 soll die ehemalige Fraktionsvorsitzende einem jüngeren Mitarbeiter ihre Liebe gestanden und immer wieder penetrante Avancen gemacht haben – auch, als er sie zurückwies. Unter anderem soll sie ihn aufgefordert haben etwas zu tragen, das „am Hintern enger sitzt“. Darüber hinaus gibt es eine weitere Beschwerde eines anderen Mitarbeiters. Eine von der Fraktion beauftragte Anwaltskanzlei hatte die Beschwerden 2025 geprüft und weder einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz noch fehlerhaftes Führungsverhalten festgestellt.

    Das Brisante: Der betroffene Mitarbeiter war offenbar nicht der einzige. Nach aktuellen Medienberichten sollen mindestens vier weitere Personen von Machtmissbrauch oder Belästigungen betroffen gewesen sein. Es hätten sich jetzt weitere mögliche Betroffene gemeldet. Die Politikerin war seit April 2024 Fraktionschefin und ursprünglich Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Wahl am 20. September. Nach parteiinternen Querelen musste sie den Listenplatz eins im Januar 2026 an Claudia Müller abgeben, behielt den Fraktionsvorsitz jedoch bis vor wenigen Tagen

    Seither ist sie nur noch einfache Abgeordnete. Vorläufig übernimmt der bisherige Stellvertreter Harald Terpe den Vorsitz. Der Landesvorstand soll sogar von den neuerlichen Vorwürfen gewusst haben, tätig wurde jedoch niemand.

    Auslöser der erneuten Berichterstattung war ein vierseitiger Brandbrief zweier Fachberatungsstellen vom 29. Juli 2026, der den Umgang von Partei und Fraktion mit den Beschwerden heftig kritisierte und von einem klaren Machtungleichgewicht sprach.

    Die Grünen dümpeln in Mecklenburg-Vorpommern bei rund fünf Prozent und zittern um den Wiedereinzug. Der Rücktritt trifft sie also im denkbar ungünstigsten Moment.

    Diese ganze Verlogenheit muss enden! Deutschland hofft auf das „Sommermärchen 2026“, so der Titel unserer Ausgabe 7/2026. Hier bestellen.

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