Die SPD taumelt in Richtung Einstelligkeit. In der aktuellen GMS-Sonntagsfrage kommen die Sozialdemokraten nur noch auf 11 Prozent, gleichauf mit der Linken. Die Regierung erlebt einen historisch beispiellosen Absturz. In unserer Juni-Ausgabe mit dem Titelthema «Und tschüss!» zeigen wir Ihnen den Fahrplan zur Kanzlerdämmerung. Hier mehr erfahren.

    Für die SPD wird die Luft immer dünner. Die psychologisch wichtige Zehn-Prozent-Marke, lange Zeit undenkbar für die Partei von Willy Brandt und Helmut Schmidt, rückt bedrohlich nahe. Hält der Abwärtstrend an, droht den Sozialdemokraten schon bald der Fall in den einstelligen Bereich.

    In der neuen Sonntagsfrage des Instituts GMS, erhoben zwischen dem 27. Mai und dem 1. Juni unter 1.023 Wahlberechtigten, verliert die Partei von Vizekanzler Lars Klingbeil innerhalb weniger Monate massiv an Zustimmung.

    Besonders krass: Noch Anfang März erreichte die SPD beim selben Institut 16 Prozent. Seither hat die Partei fast ein Drittel ihrer Anhänger verloren. Aus der einstigen Volkspartei ist ein politisches Leichtgewicht geworden. Während die Sozialdemokraten um ihre Rolle im politischen System ringen, wächst in Berlin die Sorge vor einem weiteren Abrutschen.

    Das Volk will den Kurswechsel

    Aus der einstigen Volkspartei ist ein politisches Leichtgewicht geworden. Vor ihr ziehen AfD, Union und Grüne davon, zugleich sitzt ihr die Linke im Nacken: Die AfD legt auf 27 Prozent zu und verdrängt die Union vom ersten Platz. CDU/CSU stürzen mit einem Minus von drei Punkten auf 23 Prozent ab. Überraschend kommt die Entwicklung nicht. Bei INSA, YouGov und weiteren Instituten liegt die AfD bereits seit längerer Zeit vor der Union. Die neue GMS-Erhebung (nur alle drei Monate) bestätigt diesen Trend.

    Alice für Deutschland: Weidel zeigt allen, wo der Hammer hängt. Foto: COMPACT/ChatGPT

    Die Grünen verbessern sich auf 16 Prozent und können damit erstmals seit längerer Zeit wieder spürbar zulegen. Die Linke kommt ebenfalls auf elf Prozent und zieht mit der SPD gleich (bei INSA nur noch einen Punkt vorn). Die FDP verbessert sich auf fünf Prozent und würde damit erstmals seit ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag wieder die Mandatshürde überwinden. Die Erhebung fällt in die ersten Tage nach der Wahl Wolfgang Kubickis zum neuen Parteichef. Das BSW erreicht nur noch zwei Prozent.

    Für die Bundesregierung sind die Zahlen verheerend. Union und SPD vereinen zusammen lediglich 34 Prozent der Stimmen auf sich. Damit liegt die schwarz-rote Koalition nur noch knapp vor der AfD allein. Vor einem Jahr war Friedrich Merz mit dem Versprechen angetreten, nach den chaotischen Jahren der Ampel wieder Stabilität nach Berlin zu bringen. Noch 2018 stellte er eine Halbierung der AfD in Aussicht.

    Stattdessen erlebt seine Regierung einen dramatischen Vertrauensverlust. Im jüngsten ARD-Deutschland-Trend äußerten sich nur noch 13 Prozent der Befragten zufrieden mit der Arbeit der Koalition. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 1997 wurde nach dem ersten Amtsjahr keine Bundesregierung schlechter bewertet.

    Bereits die Ampel aus SPD, Grünen und FDP galt vielen Bürgern als Sinnbild politischer Unfähigkeit. Schwarz-Rot unterschreitet deren Werte nun teilweise deutlich. Die Hoffnung auf einen politischen Neustart nach dem Regierungswechsel ist innerhalb weniger Monate verflogen.

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