CDU-Minister warnt vor freien Medien: Sachsen-Anhalts Bildungsressortchef Jan Riedel geht auf  Tiktok und «rechte Online-Portale» los, postet aber selbst vermeintlich lustige Clips. Der Union schwimmen alle Felle davon – im Gegensatz zu Ulrich Siegmund, der im COMPACT-Comic «Uli rettet Deutschland» gewürdigt wird. Hier mehr erfahren.

    Nur noch wenige Wochen bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt – und der CDU schwimmen die Felle davon. Doch anstatt sich zu fragen, warum so viele ihre Hoffnungen in den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund setzen, wird verzweifelt nach Sündenböcken für den Absturz gesucht.

    Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel (CDU):

    «Wir erreichen die Menschen in Sachsen-Anhalt kaum noch über die traditionelle Medienvielfalt. Viele schauen nur noch Tiktok und rechte Online-Portale und lesen die Boulevard-Presse.»

    Er echauffierte sich: «Wenn Bürgerinnen und Bürger nur noch konsumieren, was sie ohnehin für richtig halten und sich von demokratischer Auseinandersetzung isolieren, werden wir auch ein Bildungsproblem bekommen.»

    Da haben wir es wieder: das Totschlagargument, das mittlerweile der berüchtigten Nazikeule den Rang abgelaufen hat. Noch vor ein paar Jahren war es einfach, Kritiker als «Nazis» zu diffamieren und so mundtot zu machen. Mittlerweile verlegen sich viele darauf, mit «Bildung» um die Ecke zu kommen.

    Wer Zahlen über migrantische Vergewaltiger oder linksextreme Anschlägen aus alternativen Medien ins Gespräch bringt, wird in Diskussionen hin und wieder gern als dumm und ungebildet hingestellt. Selbst dann, wenn diese Informationen vom Verfassungsschutz stammen oder in Antworten auf Anfragen an die Bundesregierung enthalten sind. Über die Entwicklungen in Schulen regte sich Riedel beim RND ebenfalls auf: «Selbst Kinder verbreiten rechtsradikale Sprüche. Für Lehrkräfte, die pflichtgemäß einschreiten, wird der Druck auch gerade durch Eltern größer.»

    Lustige Clips?

    Doch warum hat Riedel selbst seinen Tiktok-Account, wenn er so auf die «traditionelle Medienvielfalt» schwört? Seit Längerem veröffentlicht der ehemalige Schulleiter und heutige Bildungsminister regelmäßig mehr oder weniger unterhaltsame Clips aus dem Ministeralltag. Im März 2026 kritisierte der AfD-Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider diese Videos im Landtag als «verstörend» und mit der Würde des Amtes unvereinbar.

    Riedel und sein Haus verteidigten das Format. «Mit den lustigen Clips soll Reichweite erzeugt werden, um die User auf die ernsten Themen aufmerksam zu machen. Dies funktioniert ausgesprochen gut», erklärte ein Sprecher. Die geringen Aufrufzahlen lassen diese Behauptung jedoch wenig glaubwürdig erscheinen.

    Wer die Isolierung in Filterblasen beklagt, aber selbst die Logik der Plattform bedient, muss sich die Frage gefallen lassen: Warum gelingt es der CDU nicht, dort – ebenso wie dem Spitzenkandidat Ulrich Siegmund – authentisch und erfolgreich zu sein?

    Und liegt es wirklich nur an den rechten Medien, wenn manche Wähler diese lieber konsumieren als den öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Oder haben wir es hier mit einer Marktlücke zu tun – einer Nachfrage nach Themen, die die AfD und die sogenannten alternativen Medien und Influencer offenbar besser bedienen konnten? Die Frage, die sich die CDU stellen müsste, lautet: Warum setzen so viele ihre Hoffnungen in Siegmund und seine Partei – und wo haben wir als Christdemokraten versagt?

    Nicht verpassen! Unser Comic «Uli rettet Deutschland» ist jetzt verfügbar! Die ersten Wochen des AfD-Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt. Witzig, satirisch, aber auch mit knallharten Informationen. Hier zuschlagen.

     

    Kommentare sind deaktiviert.