In gut einem Monat wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die AfD steht vor einem Rekordergebnis und einem phänomenalen Sieg. Doch am Ende könnten wenige Prozente zur eigenen Mehrheit fehlen. Sollte das BSW den Parlamentseinzug schaffen, käme der Wagenknecht-Partei die Rolle des Königsmachers zu. Doch wie viel Vertrauensvorschuss ist gegenüber einer Formation angebracht, die bisher nach jeder Landtagswahl ihre Wähler verraten hat? Passend zur Landtagswahl: Unsere Sieger-Medaille Ulrich Siegmund. Auf 1000 Stück limitiert, deshalb schnell bestellen!
Linksextreme NGOs mobilisieren in Sachsen-Anhalt zur taktischen Wahl, um eine Mehrheit gegen die AfD zu formieren. Ganz taktisch soll freilich nur linksaußen gewählt werden, genauer gesagt Grüne und SPD, die beide mit der Fünf-Prozent-Hürde kämpfen. Nach neuesten Umfragen jedoch im Landtag vertreten wären, was den Parteien Rückenwind verleihen dürfte. Zumal diverse NGO-Millionen in die Schlacht geworfen werden, um etwa durch massenhafte Post-Rundschreiben, Plakatkampagnen und vor allem mit koordinierten Haustürgesprächen Wähler von CDU und Linkspartei davon zu überzeugen, doch einige Leihstimmen an Grüne und SPD abzugeben, damit diese sicher im Landtag vertreten sind. Während diese Form der taktischen Wahl (damals durch das Überspringen der Grundmandatsklausel durch Unterstützung einzelner Direktkandidaten) bei der Landtagswahl 2024 in Sachsen erfolgreich aufging und sogar die seinerzeit schwächelnde Linkspartei einziehen konnte, scheiterten entsprechende Taktierereien bei den ebenfalls vor zwei Jahren stattfindenden Wahlgängen in Thüringen und Brandenburg, die Grünen mussten in beiden Landtagen draußen bleiben.
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Doch angesichts der massiven Kampagne, die in einem Bundesland überschaubaren Bundesland mit 1,7 Millionen Wahlberechtigten durch die Gegner der AfD gefahren wird, muss dennoch davon ausgegangen werden, dass ein Einzug von SPD und Grünen in den Magdeburger Landtag wahrscheinlich ist. Natürlich nicht erstrebenswert, aber in der aktuellen Ausgangslage realistisch. Mit Stimmen, die der Linkspartei, aber auch der CDU, die zuletzt mit nur noch 24 % weit abgeschlagen hinter Ulrich Siegmund und der AfD (41 %) lag, fehlen werden, aber eben im Bündnis der Kartellparteien zunächst eine Mehrheit gegen die AfD bringen.
Einzug des BSW würde Ausgangslage verändern
Während die FDP, die im Osten zuletzt bei Landtagswahlen sogar unterhalb der Ein-Prozent-Marke landete, den Einzug sicher verfehlen wird, zittert das BSW, lag zuletzt in Umfragen bei 4 %. Die Wagenknecht-Partei kommt explizit nicht in den Genuss der taktischen Wahlkampagne, zu der etwa auch das berüchtigte Widersetzen-Bündnis, das Anfang Juli 2026 die Blockadeversuche gegen den AfD-Parteitag in Erfurt organisierte, aufruft. Im Gegenteil, das BSW wird von den Linksextremisten als „unzuverlässig“ eingestuft, weil es nicht ausschloss, mit der AfD – in welcher Form auch immer – zusammen zu arbeiten. Zwar wurde vom BSW die Unterstützung einer „Expertenregierung“ in den Raum gestellt, bei der eine „neutrale“ Person zum Ministerpräsidenten gewählt werden solle, doch bei einem deutlich Sieg Ulrich Siegmunds wäre es eine weitere Demokratieverächtlichmachung, ihm den Ministerpräsidentenposten vorzuenthalten. Zuzutrauen wäre es dem BSW selbstverständlich, wenngleich die regionale Spitzenkandidatin Dr. Claudia Wittig bisher eine Brandmauer ablehnte und sich sogar zu einer Podiumsdiskussion auf dem COMPACT-Sommerfest bereit erklärte, die sie nach massivem Druck höherer Ebenen jedoch, wohl der eigenen Karriere zuliebe, absagte.

Vielleicht kann das BSW in Sachsen-Anhalt aber nach der Wahl im September zeigen, dass es doch ein Rückgrat hat und ihre Mandatsträger, sofern die 5%-Hürde übersprungen wird, für den Politikwechsel, den breite Teile der Bevölkerung wollen, stimmt. Das würde nach drei Landtagsfraktionen, die sich den Altparteien an den Hals geworfen haben, zweifelsfrei vom Wähler honoriert und könnte dem BSW auch auf Bundesebene eine zweite Chance ermöglichen.
Aufzurufen, ebenfalls taktisch zu wählen und die Partei in Sachsen-Anhalt über die Prozenthürde zu bringen (hierfür reichen schon wenige tausend Wähler, die ihre Stimme gezielt einsetzen), können Patrioten jedoch nach all den Negativerfahrungen der letzten Jahre beim besten Willen nicht. Auch, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass das BSW als Königsmacher gebraucht werden könnte, nach den aktuellen Umfragen wohl höher ist, als eine Alleinregierung von Ulrich Siegmund. Im Hinterkopf zu behalten, dass die Wagenknecht-Partei noch gebraucht werden könnte (und deshalb, auch wenn es oft berechtigt wird, vor der Wahl nicht allzu sehr verbal auf die Dauer-Umfaller eingeprügelt werden sollte), schadet dennoch nicht. Vielleicht, ja ganz vielleicht, überrascht uns die neue Landtagsfraktion doch. Denn, auch das gehört zur Wahrheit dazu: Natürlich gibt es auch in den Reihen des BSW ehrliche Politiker, die erkannt haben, wie groß die Schnittmengen ihrer Partei mit der AfD sind und sich für eine Kooperation einsetzen. Sie saßen nur bisher nicht an den richtigen Schalthebeln oder haben sich zu leicht von dort verdrängen lassen.
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