Erst vor einem Jahr wurde er wegen Kinderpornos verurteilt, nun wurde Anklage gegen den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Hartmut Ebbing wegen einer besonders schockierenden Form des Kindesmissbrauchs erhoben. Brisant: Im Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft saß er zusammen einem bekannten Skandal-Politiker, der selbst einigen Dreck am Stecken hat. In COMPACT-Spezial „Geheimakte Kinderschänder“ erfahren Sie, warum Ebbing kein Einzelfall ist. Hier als E-Paper sichern.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Anklage gegen den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Hartmut Ebbing erhoben. Dem 69-Jährigen wird vorgeworfen, gemeinsam mit einer Lehrerin 2021 den damals siebenjährigen Sohn der Frau sexuell missbraucht zu haben. Der Kontakt zu der Pädagogin sei laut Angaben der Staatsanwaltschaft über ein Online-Datingportal zustande gekommen.
Der Fall ist in zweierlei Hinsicht brisant. Zum einen wurde Ebbing, der selbst Vater von drei Kindern ist, erst vor einem Jahr, am 19. Februar 2025, vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin wegen des Erwerbs kinderpornografischer Inhalte in vier Fällen und deren Verbreitung in elf Fällen zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Taten sollen nach Angaben der Bild-Zeitung zwischen September 2021 und Juni 2023 begangen worden sein. „Ebbing soll sich mit anderen online ausgetauscht und dabei Bilder von sexuellen Handlungen an Kindern unter 14 Jahren weitergegeben haben“, so das Blatt.
Zum anderen weist Ebbing ein Naheverhältnis zu einer anderen berüchtigten Politfigur auf. Der FDP-Mann war Schatzmeister der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) – einer Lobbygruppe, der der skandalumwitterte Ex-Grünen-Politiker Volker Beck als Präsident vorsteht. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe trat Ebbing dieser Tage bei der DIG von seinem Posten zurück. Die Gesellschaft erklärte, dass die Vorstrafen des Ex-FDP-Politikers nicht bekannt gewesen seien und deren Werten widersprächen. Auch bei den Freien Demokraten soll der Pädophile nach einer entsprechenden Aufforderung inzwischen ausgetreten sein.
Mutter missbrauchte eigenen Sohn
Wenn man liest, was demnächst verhandelt werden soll, dreht sich einem der Magen um. Laut Staatsanwaltschaft soll Ebbing 2021 über ein Datingportal eine heute 51.jährige Lehrerin aus dem Raum Goslar (Niedersachsen) kennengelernt haben und mit ihr eine sexuelle Beziehung eingegangen sein. Unfassbar: Im Laufe der Beziehung soll die Frau sexuelle Handlungen an ihrem eigenen Sohn vorgenommen, der damals sieben Jahre alt war. Die Mutter soll ihre Taten fotografiert und die Bilder dann an Ebbing geschickt haben. „Weil sie wusste, dass dieser sich darüber freuen werde“, so die Staatsanwaltschaft.

Doch Ebbing beließ es nicht beim Betrachten der üblen Bilder. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der FDP-Politiker im September 2021 den Jungen bei einem Besuch in Goslar selbst missbraucht haben. Der mutmaßliche Täter, vormals Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, gehörte von 2017 bis 2021 dem Deutschen Bundestag an und galt lange Zeit als profilierter Kultur- und Mittelstandspolitiker. Besonders schlimm: Ebbing engagierte sich auch in dem Verein für Kinder- und Jugendrechte, um nach eigener Angabe Jugendlichen zu helfen, „die Gefahr laufen, mit den Regeln der Gesellschaft in Konflikt zu geraten bzw. als Betroffene von Gewalt Unterstützung suchen“.

Auf Tuchfühlung mit Volker Beck
Und als wäre das alles nicht schon übel genug, saß Ebbing bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft auch noch ausgerechnet mit Volker Beck am Vorstandstisch. Der heutige Vorsitzende der DIG ist bekennender Homosexueller und Aktivist der LGBTQ-Bewegung. Schon im September 2016 veröffentlichte er als Grünen-Bundestagsabgeordneter zusammen mit seiner Kollegin Katja Dörner ein Papier namens „Wahlfreiheit und Gleichberechtigung – Für die Anerkennung und angemessenen Schutz der vielfältigen Formen des Zusammenlebens“.
Darin forderten die beiden Parlamentarier, „rechtliche Möglichkeiten für Mehreltern-Konstellationen“ und somit „gleiche Bedingungen für alle Kinder“ zu schaffen, sodass „neben den leiblichen Eltern maximal zwei weiteren Erwachsenen elterliche Mitverantwortung übertragen werden kann, also zum Beispiel den neuen Partner*innen der leiblichen Eltern“.
Wem aber käme eine solche Regelung zugute? Ob es sich nun um eheliche oder nichteheliche Lebensgemeinschaften Art handelt, in den meisten Fällen tragen die leiblichen Eltern – Mann und Frau – das gemeinsame Sorgerecht. Soziale und biologische Eltern sind also identisch. Profitiert hätten von Becks Vorhaben in erster Linie homosexuelle Paare.
„Entkriminalisierung der Pädosexualität“
Dies wiederum hat ein besonderes Geschmäckle, führt man sich vor Augen, was Beck zu seiner Zeit als Schwulenreferent der grünen Bundestagsfraktion in den Achtzigern vom Stapel gelassen hat. Für den von Joachim S. Hohmann herausgegebenen Sammelband „Der pädosexuelle Komplex – Handbuch für Betroffene und ihre Gegner“ steuerte er 1988 einen Aufsatz bei, in dem er sich unter anderem mit dem Paragrafen 176 StGB (Sexueller Missbrauch von Kindern) auseinandersetzte und eine „Entkriminalisierung der Pädosexualität“ forderte. Gegen die über Jahre andauernde Kritik an diesem Beitrag verteidigte sich Beck mit dem Argument, dass sein Text vom Herausgeber verfälscht worden und der damalige Abdruck nicht autorisiert gewesen sei.
Im Zuge der Debatte des Jahres 2013, in der sich die Grünen mit dem Einfluss pädophiler Strömungen innerhalb der eigenen Partei vor allem in den 1980er Jahren auseinandersetzen mussten, tauchte jedoch das Originalmanuskript des verfänglichen Artikels auf, das nahezu identisch mit dem veröffentlichten Text war. Selbst der Spiegel resümierte, dass „Volker Beck die Öffentlichkeit jahrelang hinters Licht geführt“ habe.
In diesem Originaltext schrieb Beck, dass eine „Entkriminalisierung der Pädosexualität (…) angesichts des jetzigen Zustands ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich“ sei. Als langfristiges Ziel schwebte dem Parlamentarier etwa vor, „die Schutz-Altersgrenze zu überdenken“. Zugleich ist der Text ein Anschauungsbeispiel dafür, wie eng Kindesmissbrauch und Schwulenbewegung miteinander verwoben waren. So mokiert sich Beck in seinem Artikel, dass sich die Grünen zwar „die Forderung nach Gleichberechtigung der Schwulen und Lesben auf breiter Ebene zu eigen gemacht“ hätten, andererseits aber „keine Initiative im Bereich der Pädosexualität“ zeigen würden.
Drogen am Nollendorfplatz
Dass der heutige Chef der Deutsch-Israelischen Gesellschaft nicht als moralische Instanz taugt, verdeutlicht auch der Skandal, der Beck letztlich politisch den Kopf kostete. 2016 wurde Beck in Berlin-Schöneberg nahe dem Schwulenviertel am Nollendorfplatz kontrolliert. In seiner Tasche fand die Polizei 0,6 Gramm einer „betäubungsmittelsuspekten Substanz“. Später stellte sich heraus: Es handelte sich um Crystal Meth.
Schon am Tag darauf erklärte Beck via Facebook: „Hiermit stelle ich meine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion und Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe (…) zur Verfügung.“ Das Bundestagsmandat behielt er freilich. Zu seiner Verteidigung brachte der Grüne vor: „Ich habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten.“ Weitere öffentliche Einlassungen zu dem Fall lehnte er mit Verweis auf ein nach Aufhebung seiner Immunität mögliches Ermittlungsverfahren ab.
Über die Hintergründe der Drogenkontrolle, die zu Becks plötzlichem Karriere-Aus führte, ist wenig bekannt. Zu vermuten ist, dass nicht der Grünen-Politiker, sondern sein Dealer von der Polizei überwacht wurden. Beck dürfte insofern nur zufällig ins Visier der Beamten geraten sein. Die Umstände sind jedenfalls bezeichnend: Die Gegend um den Nollendorfplatz ist schon tagsüber kein Ort, an dem man sich unbedingt gerne aufhält.
Erst recht gilt dies für die Abend- und Nachtstunden. Der Platz gilt als „kriminalitätsbelasteter Ort“ im Sinne des Berliner Ordnungs– und Sicherheitsgesetzes, der Rauschgifthandel floriert, oftmals drogenabhängige Stricher bieten ihre Dienste an, die berüchtigte Schwulenbar „Man-O-Meter“ ist eine beliebte Anlaufstelle für homosexuelle Männer auf der Suche nach schnellem Sex.
Prozess beginnt im März
Auch wenn Beck wegen der Schmuddelaffäre seinen Hut nehmen musste: für die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist er offenbar immer noch präsidiabel. Seit 2022 steht er an der Spitze der Lobbygruppe. Der Prozess gegen seinen Ex-Vorstandskollegen Ebbing soll am 10. März 2026 vor dem Landgericht Braunschweig beginnen. Man darf darauf gespannt sein, was in dem Verfahren noch ans Tageslicht kommen wird.
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