Zweiter Einsatz der Hyperschallwaffe. Putins Warnung an den Westen.
Er hat es getan – nachdem Kremlchef Putin erst zur Jahreswende offiziell ankündigte, die neue Hyperschallrakete „Oreschnik“ ab sofort im verbündeten Weißrussland zu stationieren, war es jetzt so weit: in der Nacht zum heutigen Freitag kam mindestens eine „Oreschnik“ im Raum Lemberg (Lwow) in der Westukraine zum Einsatz.
Ukrainische Militärblogs veröffentlichten mutmaßliche Videos aus der Region, die sechs Angriffe in Folge zeigen. Die unmittelbar aufeinanderfolgenden blitzartigen Einschläge, die auf den Aufnahmen zu sehen sind, ähneln dem Trefferbild der sechs Gefechtsköpfe der neuen russischen Rakete, die erstmals im November 2024 gegen eine Rüstungsfabrik in Dnjepropetrowsk eingesetzt wurde. Der Start damals erfolgte vom Raketentestgelände Kapustin Jar in der Nähe von Astrachan aus.
Ob der jüngste Einsatz in der Nacht zum Freitag ebenfalls von dort aus erfolgte oder bereits von Weißrussland aus, ist zur Stunde noch ungeklärt. Berichte sprechen davon, dass Ziel des Angriffs der unterirdische Gasspeicher bei Stryj war, einer der größten des Landes – Beobachter beschrieben die Einschläge als „mehrere Erdbeben hintereinander“ und registrierten danach eine gigantische Explosion.

Nach ukrainischen Angaben enthielten die sechs Gefechtsköpfe, die auch atomar bestückt werden können, keinen Sprengstoff. Die kinetische Wirkung der Gefechtsköpfe, von denen jeder ein Nutzgewicht von bis zu 50 Kilogramm haben kann und in der Endphase des Zielanflugs eine Geschwindigkeit von unglaublichen Mach 10, also etwa 12.300 Stundenkilometern erreicht, genügt vollauf, um das Ziel zu pulverisieren. Gegen die „Oreschnik“ gibt es ebenso wie gegen die anderen russischen Hyperschallwaffen der jüngsten Generation – vor allem die Interkontinentalrakete „Sarmat“ und den Hyperschallgleiter „Awangard“ – derzeit keinerlei Abwehrmöglichkeit. Russland verfügt damit im Rüstungswettlauf mit den USA über einen enormen strategischen Vorteil.
Westliche Militärs sehen in der „Oreschnik“ eine Weiterentwicklung der russischen Interkontinentalrakete RS-26 Rubesh. Die Reichweite wird auf 2.000 bis 5.000 Kilometer geschätzt – damit wäre Westeuropa potentielles Ziel im Kriegsfall. Der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko bestätigte dieser Tage die Stationierung der „Oreschnik“ in seinem Land.
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