Vor 90 Jahren feierten die deutschen Reiter ihren größten Triumph. Ein Wehrmachtsoffizier ritt mit gebrochenem Schlüsselbein zweimal zum Sieg! Über die Spiele wie auch über andere Ereignisse unserer historische ist ein total schiefes Bild entstanden, das wir in unserer Sonderausgabe «Geschichtslügen gegen Deutschland» richtigstellen. Hier mehr erfahren.

    Bei den XI. Olympischen Spielen 1936 in Berlin gab es fast jeden Tag deutsche Erfolge. Doch ganz im Gegensatz zu späteren Bewältigungsdarstellungen bejubelten die heimischen Zuschauer auch die großartigen Leistungen fremder Athleten. «Das schönste Erlebnis meines Lebens», bekundete Japans Wunderläufer Kohei Murakose noch Jahrzehnte später.

    Der jüdische Olympia-Teilnehmer Marty Glickmann in den 1980er Jahren:

    «Ich erinnere mich mit Begeisterung.»

    Der britische Observer urteilte:

    «Das großartigste Sportereignis, das die Welt je gesehen hat.»

    Und der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf de Baillet-Latour, resümierte: «In dieser herzlichen Feststimmung konnten die Olympischen Spiele 1936 in einem grandiosen Rahmen und in einer Atmosphäre allgemeiner Sympathie, die durch keine politischen Schwierigkeiten getrübt wurden, stattfinden»

    Mit Schlüsselbeinbruch zum Sieg

    Unvergessen bleibt der Triumph der deutschen Reiter, die alle sechs Goldmedaillen, die Große Dressurprüfung und den Preis der Nationen errangen. Der unglaublichste Sieg gelang Konrad Freiherr von Wangenheim. Er stürzte mit seinem Pferd Kurfürst beim Geländeritt der Military im Teich schwer und brach sich das Schlüsselbein. Dennoch saß er ohne fremde Hilfe wieder auf und beendete den Ritt in guter Zeit. Um den Mannschaftssieg zu sichern, musste der Verletzte sogar im Jagdspringen erneut antreten.

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    Brausender Jubel empfing den Reiter, dessen geschienter Arm fest verbunden war. Konnte das gutgehen? Bei einer scharfen Wendung stürzte Freiherr von Wangenheim mit Kurfürst abermals. Das Pferd blieb minutenlang regungslos liegen. Entsetzen unter den Zuschauern! Um Gold für die deutsche Mannschaft zu sichern, mussten Reiter und Pferd ins Ziel kommen.

    Mit schmerzverzerrtem Gesicht wehrte Wangenheim alle Helfer ab. Tatsächlich kam Kurfürst wieder auf die Beine. Der praktisch einarmige Reiter saß auf und ritt unter einem Jubelorkan zum Sieg. Gold für Deutschland: ein Erfolg, der erst über 50 Jahre später, 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul (Südkorea), wiederholt werden konnte.

    Die Einzelwertung von 1936 gewann Hauptmann Ludwig Stubbendorff auf Nurmi. Oberstleutnant von Wangenheim geriet 1944 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach achtjähriger Haft kam er im Archipel Gulag zu Tode. Unklar ist, ob er ermordet wurde oder Suizid beging.

    Erfolge bei Dressur und Preis der Nationen

    Dramatik auch beim Preis der Nationen: Von 54 Reitern bleibt keiner fehlerlos. Erst im Stechen und mit dem letzten Ritt des Tages sicherte Oberleutnant Kurt Hasse auf der einzigartigen Tora den Sieg für Deutschland. Hasse war durch seinen glänzenden Ritt auch Garant für den Mannschaftssieg, den er mit Hauptmann Marten von Barnekow auf Nordland und Rittmeister Heinz Brandt auf Alchemist errang.

    In der Dressur kamen Oberleutnant Heinz Pollay auf Kronos und Friedrich Gerhard auf Absinth zu einem Doppelerfolg vor dem Leiter der Spanischen Hofreitschule in Wien, Alous Podhajasky, auf Nero. Die Mannschaftswertung gewannen Pollay und Gerhard gemeinsam mit Rittmeister Hermann von Oppeln-Bronikowski. Diese deutschen Erfolge, errungen zwischen dem 12. und 18. August 1936, sorgten weltweit für Aufsehen.

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