Ausgerechnet Hendrik Wüst will ausgerechnet Herbert Grönemeyer mit einer hübschen Plakette auszeichnen. Warum das denn? Sein „gesellschaftliches Engagement“ sei so prima. Immer den gleichen Leuten die immer gleichen Orden umzuhängen, das fühlt sich nach Endzeit an. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang das Buch der vielleicht letzten mutigen Mainstream-Journalistin, Julia Ruhs, mit dem Titel „Links-grüne Meinungsmacht“. Lesenswert! Hier mehr erfahren.

    Man liest es und fasst sich an den Kopf: Nordrhein-Westfalens CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat angekündigt, den Musikanten Herbert Grönemeyer mit dem nordrhein-westfälischen Kunstpreis auszuzeichnen. Eine zuständige Jury würdigt den 70-Jährigen wegen seines „großen gesellschaftlichen Engagements“. In einer Presseerklärung heißt es dann: „Er macht sich gegen Spaltung der Gesellschaft, für Armutsbekämpfung und Umverteilung, für die weltoffene Demokratie stark und setzt sich für faire Vergütung und Reformen im Musikstreaming ein.“

    Sinnbild für Ausgrenzung

    Dabei ist Grönemeyer nun wirklich für Ausgrenzung Andersdenkender bekannt. Im Februar 2026 spaltete er bei Konzerten in der Wiener Stadthalle und in Dortmund sein eigenes Publikum, als er gegen „die Rechten“ wetterte und forderte, diese sollten „in ihre Löcher verschwinden“. Er schrie, weiter „für die Demokratie“ kämpfen zu wollen, und zwar „bis diese ganze Hetze und die Menschen mit ihrem furchtbaren rechten Geschwafel wieder in ihren Löchern verschwinden“.

    Sein berühmt-berüchtigtes Gekeife „Keinen Millimeter nach rechts“ klingt noch in den Ohren. Bei einem Auftritt in Dortmund bezeichnete er Andersdenkende zudem als „rechte Ratten“. Sein Lied „Doppelherz“ widmete er explizit „allen Migranten“ und nannte es „widerlich“, Flüchtlingen das Leben hier erschweren zu wollen.

    Bereits 2015 hatte Grönemeyer die damalige Asylsituation als „Glücksfall“ für Deutschland bezeichnet und sich für eine großzügige Aufnahme von Fremden starkgemacht. Seit der Correctiv-Kampagne Anfang 2024 gibt er den Brandmauer-Fanatiker.

    Kritik sogar vom WDR

    CDU-Ministerpräsident Wüst aber himmelt den Typen an. Er sei ein „Ausnahmekünstler“, dessen Stimme „man nie vergisst“. Seine Lieder „spenden Trost, machen Mut und erinnern uns immer wieder daran, für Demokratie, Frieden und Menschlichkeit einzustehen“, so Wüst, der fortfährt: „Zugleich sucht er immer das Gespräch und setzt sich mit klarer Haltung für eine offene und freie Gesellschaft ein.“

    Grönemeyer wurde dieses Jahr bereits mit dem „Deutschen Nationalpreis“ ausgezeichnet. Erstaunlich ist, dass die neuerliche Ehrung nun sogar vom WDR kritisch kommentiert wird: „Mal wieder geht ein Preis der NRW-Landesregierung an einen beliebten Promi. Geht es vielleicht für Ministerpräsident Hendrik Wüst nur darum, für sich PR zu betreiben?“ Dann heißt es:

    „Preise jenseits von Landes- und Bundesverdienstorden sind doch eigentlich dafür da, dass man eher Unbekanntes ins Schaufenster stellt. Gibt man aber den Promis zu oft das Rampenlicht, heißt es schnell: Im Glanze des Geehrten soll die politische Karriere des Auszeichnenden erblühen. Das ist reichlich durchschaubar – und wirkt so mit der Zeit ziemlich plump.“

    Der Kunstpreis ist freundlicherweise mit 25.000 Euro dotiert. Er wird einmal jährlich an einen bedeutenden Künstler oder ein Künstlerkollektiv in einer der fünf Kunstsparten Baukunst, Musik, Literatur verliehen.

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