Zwei Urgesteine der Linken, die für den Frieden bereit sind, mit ALLEN zusammenzuarbeiten: Diether Dehm und Patrick Raab haben am 9. April einen gemeinsamen Auftritt in Berlin.

    Dehm, 20 Jahre im Bundestag für SPD und Linke, liest aus seinem neuen Roman „Katharina“. Und sicherlich wird beim gemeinsamen Gespräch mit dem Publikum nicht nur das Romangeschehen, sondern auch die aktuelle weltpolitische Lage im Mittelpunkt stehen.

    „Dialektik zwischen Unterleib und Börse“

    Für die aktuelle COMPACT-Ausgabe führte ich mit Dehm ein Interview über seinen neuen Roman. Auszüge.

    ?Dein neuer Roman heißt „Katharina“. Ist das eigentlich eine Anspielung auf die berühmteste deutsche Eiskunstläuferin, die du ja jahrelang gemanagt hast und mit der Du immer noch auch privat befreundet bist?

    Aber nein, das sind unterschiedliche Figuren, obwohl beide von ihrer Heimat, der DDR, geprägt sind. Mich hat jedenfalls gefreut, dass Katarina Witt – Katarina ohne h! –  in der $Berliner Zeitung$ den ersten Band meiner Trilogie, $Rebecca$, rezensiert hat und sehr angetan war von der Liebesgeschichte zwischen sozialen Schichten. Zumal während der sogenannten Wende 1989 viel Menschenliebe – im doppelten Sinne – unter die Räder gekommen ist.

    ? Auch in „Katharina“ geht es um eine Liebesbeziehung und zwar  zwischen einem Westmann und einer Ostfrau in den 1980er Jahren. Warum ist die Liaison gescheitert?

    Vordergründig, weil der Westmann sich nicht konsequent zwischen seiner großen Liebe und parteipolitischer Karriere-Intriganz entscheiden konnte. Letztendlich, weil im Westen sogar die Erotik weitgehend im Griff der ökonomischen Umstände verbleibt – quasi als deren Ausputzer und Anhängsel. Dagegen verkörperten viele Ostfrauen – schon nach den 40 armen DDR-Jahren – mehr Eigenständigkeit, Katharina ein menschlicheres Menschenbild. Während sich West-Staatssekretär immer mehr in den Spinnennetzen der SPD-Oligarchie verklebt. (…)

    ?Warum beschäftigt sich ein politischer Autor mit Herzensangelegenheiten?

    Alltägliche Emotionen sind immer auch Spiegel und Motor gesellschaftlicher Zerreißproben. Gegen politische Verbrechen formieren sich nicht nur politische Bewegungen, sondern auch innerhalb einzelner Menschen Kräfte und Gegenkräfte. Das dürfte auch die Erzählkunst künftig mehr prägen als die reine Innerlichkeit von Soap-Operas im Mainstream-TV.. Ich glaube, dass an mehr erzählter Aufdeckung der Geheimbeziehungen zwischen Bewegungen im Unterleib und an der Börse nichts vorbei führt. Und mit dieser Dialektik können sich moderne Romanciers stützen auf Traditionen von Tolstoi, Dostojewski, Balzac, Mann, Dickens, Twain, Grisham, sogar Karl May, auf großartige Schmachtfetzen wie „Ben Hur“ und „Der Pate“.

    Lehms Roman „Katharina“ können Sie hier bestellen.

    Und zum Live-Auftritt von Dehm und Raab geht es hier:

    9. April 2026 Beginn: 19:00 Uhr
    Reden im Raum, Rungestraße 20, 10179 Berlin
    Spende 10,00 €
    Anmeldungen unter: torsten.hochmuth@mailbox.org

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