Punk-Rapper Swiss beleidigt Ulrich Siegmund vor tausenden Festivalbesuchern bei Magdeburg und lässt die Menge einen vulgären Sprechchor gegen den AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt skandieren. Dagegenhalten: Mit der Siegmund-Siegermedaille aus feinstem Silber setzen Sie ein klares Zeichen gegen solche Antifa-Pöbler. Hier erfahren

    Sie können es nicht lassen: Nach diversen Pöbel-Attacken, etwa von ZDF-Komiker Fabian Köster oder Rap-Göre Ikkimel, hat nun wieder ein sogenannter Kulturschaffender gegen die AfD gehetzt – und das auf denkbar unterirdische Weise. Rapper und Punk-Musiker Swiss, der seinen bürgerlichen Namen geheim hält, aber Schweizer Wurzeln haben soll, hat auf dem Spirit Festival auf den Festwiesen Loburg nahe Magdeburg vor 6.000 Zuschauern eine besonders vulgäre Schimpftirade losgelassen.

    «Jeder Nazi ist ein Hurensohn»

    Von der Bühne herab, fragte der Rapper zunächst: «Wisst ihr schon, wen ihr wählt?» Gejohle und erstaunte Blicke im Publikum: Was kommt jetzt? Danach pöbelte er:

    «Es gibt Leute, die können noch so viele Duftkerzen verkaufen, wie sie wollen, sie werden immer nach brauner Scheiße stinken.»

    Wen er damit meinte, sagte er zwar nicht. Doch die Anspielung ist klar: Sie richtete sich gegen den Spitzenkandidaten der AfD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. Dieser gründete 2014 ein ein Handelsunternehmen, das unter anderem Raumbeduftungen anbietet. Seine Bachelorarbeit an der der Europäischen Fernhochschule Hamburg, wo Siegmund Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie studierte, beschäftigt sich mit dem Einsatz von Duftmarketing und dessen Einfluss auf das Kaufverhalten.

    Swiss wollte, einmal in Fahrt, aber noch einen draufsetzen. Im Anschluss an seinen «Scheiße»-Spruch gab der Musiker die Parole «Jeder Nazi ist ein Hurensohn» vor und ließ die Menge den Satz mehrfach skandieren. Dass dies auf fruchtbaren Boden fiel, ist nicht weiter verwunderlich. Die Veranstalter des Spirit Festivals formulieren als eine ihrer vier Grundregeln: «Keine Nazis!» Damit meint man sicherlich auch AfD-Politiker.

    Das Tier 666

    Doch wer ist der Fäkal-Pöbler, der Siegmund beschimpfte? Swiss ist als Solo-Rapper und Sänger der Punk-Combo Swiss und die Andern am Start. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Werke mit Titel wie «Wixxxtape #1 (Die Flut)», «666 Tage Klapse» und «Linksradikaler Schlager». Über Swiss und die Andern weiß Wikipedia zu berichten:

    «Die Band identifiziert sich als links und bezeichnet die eigene Musik als ‹Zekkenrap›. Dies ist ein ständiger thematischer Einfluss. So werden z. B. Nationalismus, Gentrifizierung und die Punkszene thematisiert.»

    Die satanische Zahl 666 hat es dem 1983 in Hamburg-Altona geborenen Sohn eines Schweizer Schauspielers und einer Theatermacherin besonders angetan. Seit 2012 hängt er die drei Ziffern an seinen Künstlernamen an, weil sein Künstlername dreimal den Buchstaben S enthält, den er seitdem in Form einer 6 schreibt.

    Dazu hat er auch «Die 6 Gebote der 666» veröffentlicht, in denen es unter anderem heißt, das S sei das Zeichen der Schlange und die 666 das Zeichen des Tieres, das wie die Schlange spreche. Eine Anspielung auf die Offenbarung des Johannes in der Bibel. In Offenbarung 13,18 heißt es:

    «Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Knechte, dass sie ein Malzeichen annehmen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn; und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, der das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666.»

    Die 666 ist in satanistischen Kreisen höchst beliebt, nicht zuletzt, weil sich der britische Okkultist Aleister Crowley sich selbst das «Große Tier 666» nannte. Auf Promobildern zeigt Swiss die Teufelshörner (siehe Titelbild) – mit Pille auf der Zunge. Da kann der vulgäre Pöbel-Schuss nur nach hinten losgehen.

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