Sarah Bosetti, Satirikerin und Moderatorin, wettert gegen die neue EU-Asylreform. Abschiebezentren in Drittstaaten seien «menschenfeindlich», die Brandmauer im EU-Parlament sei gefallen und Migration verursache keine Probleme. So funktioniert die «Links-grüne Meinungsmacht», die Julia Ruhs in ihrem gleichnamigen Buch beschreibt. Hier mehr erfahren.
Sarah Bosetti (42) moderiert Bosetti will reden! als Soloformat beim ZDF und Bosetti Late Night mit Gästen auf 3sat. In der neuen Folge ihrer Sendung im Zweiten hat sie vorgestern gegen die neue Rückführungsverordnung der Europäischen Union gefeuert. Die Reform, die Abschiebezentren in Drittstaaten, beschleunigte Asylverfahren an den EU-Außengrenzen und bis zu 24 Monate Abschiebehaft vorsieht, nennt Bosetti «menschenfeindlich». So raunte sie:
«Die EU will Lager bauen. Deutschland will Lager bauen.»
Ihren Beitrag krönte sie mit der Aussage: «Kein einziges politisches Problem wird durch Migration erschaffen.»
Staatsfunk-Aktivistin als Poltergeist
Bei der gestrigen Abstimmung im EU-Parlament stimmten die EVP (Europäische Volkspartei, die größte Fraktion im EU-Parlament. Sie vereint christdemokratische und konservative Parteien aus der gesamten EU, darunter CDU, CSU aus Deutschland und ÖVP aus Österreich) gemeinsam mit patriotischen Fraktionen für die neue EU-Asylreform GEAS (Gemeinsames Europäisches Asylsystem). Bosetti verfiel während der Sendung in ungehemmte Rage:
«Aber das müsst ihr verstehen: Brandmauern sind nun mal wirklich lästig, wenn man menschenfeindliche Dinge beschließen will.»
Der eigentliche Grund für die GEAS sei kein migrationspolitischer:
«Durch GEAS solle das Problem gelöst werden, dass die Konservativen mehr Stimmen von den Rechten haben wollten, nicht jedoch das politische Problem der Migration.»
Es sei menschenfeindlich, Migranten «unter haftähnlichen Umständen monatelang vor sich hin vegetieren zu lassen», erklärt die Komikerin. Statt Abschiebezentren zu bauen, sollten Politiker lieber die eigentlichen Probleme angehen. Als Beispiele nennt sie Wohnungsmangel und fehlende Therapieplätze. Es wäre aber anstrengender für Politiker, sich diesen Themen zu widmen, als «einen Knast für unsere Sündenböcke zu bauen». Ihre Kernaussage:
«Woran denkt ihr, wenn ihr an Migration denkt? Kontrollverlust, Kriminalität, Gewalt, Abschiebung? Das sei das Ergebnis dessen, dass die Migrationsdebatte seit Jahren eine Kriminalitätsdebatte sei. Es verhindert, dass wir sehen, dass kein einziges politisches Problem durch Migration erschaffen wird. Es werden höchstens Probleme verschärft, die ohnehin da sind.»
Und weiter: «GEAS ist Symbolpolitik auf Kosten von Menschen, die sich nicht wehren können.»
Recht ist kein Verbrechen
Während Bosetti von «Menschenfeindlichkeit» fantasiert, liest sich die Reform nüchtern betrachtet wie eine längst überfällige Korrektur eines dysfunktionalen Systems. Wer kein Aufenthaltsrecht hat und nicht in sein Herkunftsland abgeschoben werden kann, weil dieses die Rücknahme verweigert, soll künftig in sogenannte Return Hubs (Abschiebeeinrichtungen) außerhalb der EU gebracht werden. Mehr dazu in unserer gestrigen Sendung Remigration beginnt: AfD siegt im EU-Parlament!
Liegt ein Rückführungsbescheid vor, müssen Betroffene künftig aktiv mit den Behörden kooperieren. Wer sich weigert, riskiert Kürzung oder Streichung von Sozialleistungen sowie Beschlagnahme von Reisedokumenten. Die maximale Dauer der Abschiebehaft wird auf bis zu 24 Monate angehoben. Unbegleitete Minderjährige bleiben ausgenommen. Bislang wird laut EU-Angaben nur rund jeder vierte Mensch mit einer Rückkehrentscheidung tatsächlich abgeschoben.
Das Bundesinnenministerium betont dabei ausdrücklich, dass die Unterbringung in den Abschiebezentren stets menschenwürdig erfolgen müsse und nur dann erfolgen solle, wenn eine geringe Aussicht auf Erfolg des Antrags bestehe oder eine Gefahr für die nationale Sicherheit vorliege.
Zahlen statt Gefühle
Im Jahr 2025 zogen rund 1,48 Millionen Menschen nach Deutschland, während 1,245 Millionen das Land verließen, ein Netto-Plus von 235.000 Personen. Während erstmals mehr EU-Bürger Deutschland verließen als zuzogen, stieg die Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten auf rund 278.000 Personen netto.
Sichern Sie sich «Links-grüne Meinungsmacht», von Mut-Journalistin Julia Ruhs, ehe auch dies noch ins Visier gerät. Hier bestellen.




