Riesenaufregung um AfD-Friedensveranstaltung gestern Abend. Chrupalla mit klarem Friedensappell und starkem Ostakzent – bei COMPACT und nur bei COMPACT gibt es seine Silbermedaille.
Gestern Abend stand AfD-Co-Chef Tino Chrupalla mit dem AfD-Spitzenkandidaten Uli Siegmund auf einer Bühne in Dessau-Rosslau und stimmte vollmundig mit ein, als der Dritte im Bunde, der Kabarettist Uwe Steimle, die Hymne der DDR (Steimle: „Die einzige, die ich kenne“) sang – und die ganze Halle, 600 Teilnehmer, mitschmetterte. Als anschließend das Trio die BRD-Hymne hinterherschob, waren gewisse Unsicherheiten bei Melodie und Text zu bemerken – es war eher eine Pflichtübung. Die Ex-Grüne Antje Hermenau, die die Veranstaltung moderierte, wollte zuest mit „Nein, Nein, Nein“ die Performance abbrechen, aber der stimmgewaltigeSteimle war nicht aufzuhalten.
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Der gestrige Abend zeigt, dass das DDR-Thema immer noch virulent ist in der AfD. Anfang Juni wies Björn Höcke im „Weltwoche“-Interview auf die unterschiedlichen Mentalitäten hin: Westdeutsche seien lediglich „deutsch sprechende Amerikaner“ mit einer „Ersatzidentität“, während im Osten noch „Deutsch sprechende Deutsche“ lebten. Der Widerspruch in der Partei war heftig, selbst Tino Chrupalla, ansonsten die Identifikationsfigur für die Menschen zwischen Elbe und Oder, widersprach. Was ihn aber keineswegs hinderte, gestern Abend beim nächsten Ostalgie-Event mitzuziehen. Wobei Protagonist Steimle kein simpler DDR-Anhänger ist. seit jahren zieht er als Honecker-Double durch dichtgefüllte Säle. Er bekommt Beifall, wenn er die DDR milde verspottet – aber auch, wenn er ihre Friedenspolitik positiv hervorhebt.
Das Singen der DDR-Hymne wird immer wieder auf Veranstaltungen positiv aufgenommen. Zumal der Text erstaunlich aktuell klingt: „Auferstanden aus Ruinen“ – das war damals eine Anspielung auf unsere kriegszerstörten Städte, heute denkt man eher an die Industriebrache, die Angela Merkel und Robert Habeck hinterlassen haben. Und als Ohrfeige für die Kriegstreiber Merz und Pistorius : „Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand. Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind.“
Wegen der Passage „Deutschland einig Vaterland“ wurde der Text übrigens von Erich Honecker verboten. Von Wiedervereinigung, wie sie Ulbricht vertreten hatte, schwenkte die SED um auf die Proklamierung einer eigenständigen „sozialistischen deutschen Nation“ um
. Insofern hat das Singen gestern Abend sowohl einen BRD-kritischen wie einen SED-kritischen Bezug. Die Aufregung, die jetzt einige atlantisch orientierte Rechtsmedien und abgehalfterte Altparteien-Vertreter inszenieren, ist also ein durchsichtiges Manöver, um die AfD und vor allem Chrupalla zu demontieren. Chrupalla reagierte souverän: „Ich will die DDR nicht zurück – aber ich lasse sie mir auch nicht nehmen!“
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