Der Arbeitsplatz-Abbau bei den deutschen Autobauern dürfte laut dem führenden Branchenverband massiver ausfallen als bislang angenommen. Vor allem VW und Porsche sind ins Schlingern geraten. In unserer April-Ausgabe «Gefahr für Deutschland» haben wir diese Entwicklungen bereits vorausgesagt. Hier mehr erfahren.
Die Hiobsbotschaften rund um die deutsche Automobilindustrie reißen nicht ab. Nun hat der Branchenverband VDA eine düstere Prognose abgegeben. «Wir müssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen», erklärte nun Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dies seien, so die VDA-Chefin, «etwa 35.000 Arbeitsplätze mehr als bisher angenommen».
Irrweg E-Mobilität
Betroffen seien vor allem Zulieferer wie Bosch oder Continental, «weil auf dem Weg vom Verbrennermotor zur Elektromobilität gerade in der Zulieferindustrie viele Arbeitsplätze verloren gehen werden», sagte Müller. Selbst Deutschlands führende Autolobbyistin nimmt den ideologisch motivierten Irrweg der E-Mobilität also quasi als alternativlos hin, statt eine Wende einzufordern, die zahllose Arbeitsplätze in der KfZ-Industrie retten könnte. Dabei hat selbst die EU ihr Ziel, ab 2035 keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen, inzwischen aufgegeben.
Stattdessen spricht die VDA-Präsidentin gegenüber dem RND nebulös von «einer gravierenden und anhaltenden Standortkrise» in Deutschland und Europa, fügt aber immerhin hinzu: «Hohe Steuern und Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten, überbordende Bürokratie – die Liste der Herausforderung ließe sich fortführen.» Die Bedingungen verschlechterten sich zusehends, fügte sie hinzu.
Fast eine Milliarde Verlust bei Porsche
Besonders betroffen vom Arbeitsplatzabbau ist das ehemalige Flaggschiff der deutschen Autoindustrie, der Wolfsburger Volkswagen-Konzern. Bis 2020 will der Konzern 50.000 Stellen in ganz Deutschland abbauen. Bei VW selbst sollen 35.000 Jobs wegfallen, bei Audi und Porsche 7.500 beziehungsweise 4.000 Stellen.
Dazu passt, dass Volkswagen erst Ende April gemeldet hatte, ins erste Quartal des laufenden Jahres (Januar bis März) mit einem erneuten Gewinnrückgang um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro gestartet zu sein. Im ersten Quartal 2025 hatte Europas größter Autobauer noch 2,19 Milliarden Euro verdient. Doch das waren damals bereits 41 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Bei der Tochter Porsche sieht es ähnlich düster aus. Wie nun bekannt wurde, hat das Unternehmen eine milliardenschwere Abschreibung auf ihre VW-Beteiligung im ersten Quartal 2026 tief in die Miesen gerissen. Unter dem Strich machte die Gesellschaft einen Verlust von 923 Millionen Euro. Schon 2025 wurde ein Fehlbetrag in Höhe von 1,08 Milliarden Euro ausgewiesen.
Siechtum setzt sich fort
Die Bild-Zeitung schreibt heute dazu: «Auf den Beteiligungsbuchwert an Volkswagen nahm die Holding der Eigentümerfamilien Porsche und Piech eine Wertberichtigung in Höhe von 1,3 Milliarden Euro vor. Das Dax-Unternehmen teilte die Zahlen in Stuttgart.» Und weiter: «Der um Abschreibungen und Wertberichtigungen bereinigte Konzerngewinn fiel im ersten Quartal um gut ein Fünftel auf 382 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung lag mit 5,15 Milliarden Euro leicht höher als zum Jahresende 2025 mit 5,10 Milliarden Euro.» Das Siechtum der deutschen Autoindustrie setzt sich damit fort und eine Besserung ist nicht in Sicht.
Was jetzt auf uns zukommt, erfahren Sie in in der April-Ausgabe von COMPACT-Magazin mit dem Titelthema «Gefahr für Deutschland». Es könnte schlimmer kommen, als man denkt. Hier bestellen.




