Der Frühzeitforscher galt wegen seiner Vergangenheit im SS-Ahnenerbe bei vielen als Persona non grata – doch dann nahm sein Leben eine überraschende und unverhoffte Wendung. Wir haben Wirths bahnbrechende Werke „Der Aufgang der Menschheit“ und „Was heißt deutsch?“ aus dem Giftschrank geholt und bieten sie in sensationell preisgünstigen Neuauflagen an. Hier mehr erfahren

    Teil 1 dieses Beitrags finden Sie hier.

    Das Wappen des SS-Ahnenerbes. Foto: CC0, Wikimedia Commons

    In der Fachwelt erhob sich Kritik an Herman Wirth, nachdem er 1933 eine Übersetzung und Kommentierung der Oera-Linda-Chronik veröffentlicht hatte. Diese war schon im 19.Jahrhundert als „Fälschung“ bezeichnet worden. Ebenso rührten sich unter einflussreichen Nationalsozialisten auch viele Gegner der Thesen Wirths, und er erlebte nun durch diese eine heftige Ablehnung.

    Wirth wurde zwar Ehrenpräsident des Vereins Deutsches Ahnenerbe, was durch eine neue Satzung allerdings ein einflussloses Amt war. Schon 1938 trat er aus Gewissensgründen und unter Protest aus Partei, SS und dem – heute so genannten –,,Ahnenerbe der SS” aus (sein Förderer Walter Darré hatte inzwischen ebenfalls sein Ministeramt aufgegeben).

    Bis Kriegsende wurde er mit Lehr-, Rede- ­und Veröffentlichungsverbot belegt. Für einen Wissenschaftler vom Range eines Herman Wirth bedeutete dies das Ende seines Rufes in der Öffentlichkeit. Bis zum Kriegsende lebte er mit seiner Familie ganz zurückgezogen in seinem Haus in Marburg an der Lahn und widmete sich weiteren Studien, ohne an die Öffentlichkeit treten zu dürfen. Er stand in diesen Jahren quasi unter Hausarrest und durfte nicht einmal in seine holländische Heimat zurückkehren oder die ihm schließlich am 1. November 1944 vermittelte Kustodenstelle an der Universität Göttingen wirklich antreten.

    Als „Naziverbrecher“ diffamiert

    Im Jahr 1945, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, denunzierte ihn dennoch ein Marburger Bürger bei der amerikanischen Besatzungsmacht als „Naziverbrecher“. Wirth wurde bis 1947 eingesperrt, das Haus mitsamt seiner wieder neu begonnenen wissenschaftlichen Sammlung und Bibliothek beschlagnahmt. Erst Jahre später – inzwischen rehabilitiert – erhielt er sie, allerdings schwer beschädigt, zurück, um nun – eigentlich schon im Rentenalter – zum dritten Mal in seinem Leben von vorne anzufangen.

    Anfang 1948 ging Wirth zu seiner Schwester nach Dieren (Niederlande), im Herbst nach Schweden. Erst 1951 fand er eine Anstellung an der Universität Lund. 1954 kehrte er nach Marburg zurück und gründete die Europäische Sammlung für Urgemeinschaftskunde. 1957 wurde die Herman-Wirth-Gesellschaft unter neuem Namen wieder gegründet.

    Wirth arbeitete und reiste rastlos (unter anderem zu einer Expedition nach Bohuslän in Schweden), lebte unter äußerst bescheidenen persönlichen Verhältnissen, stets um den Wiederaufbau einer Ausstellung seiner erneuten Sammlung von Zeugnissen der urgeschichtlichen Hochkultur bemüht, um seine wissenschaftlichen Thesen öffentlich beweisen zu können.

    Es erscheinen kleinere Arbeiten von ihm, so „Die symbolhistorische Methode“ (1955), sowie „Um den Ursinn des Menschseins“ (1960), „Die Frage der Frauenberge“ (1972) und so weiter, während weit umfang­reichere Manuskripte noch heute auf Verleger warten, zum Beispiel ,,Die eurasiatischen Prolegomena der indoeuropäischen Urreligion“ oder „Des großen Gottes heilige Runen“.

    Wirths lange vergriffenes und nur zu horrenden Preisen antiquarisch erhältliches Opus magnum „Der Aufgang der Menschheit“ sowie seine bahnbrechende Schrift „Was heißt deutsch?“ sind inzwischen aus dem Giftschrank geholt und neu aufgelegt worden – zu erschwinglichen Preisen. Die beiden Werke sind hier erhältlich.

    Unterstützung von Brandt

    Mit Unterstützung von Mitgliedern und Förderern gelang es, 1974 in Fromhausen bei den Externsteinen in einem leerstehenden Bauernhaus noch einmal eine Ausstellung (Ur-Europa-Museum) zu eröffnen. (Mehr über die Externsteine lesen Sie hier). Diese musste aber nach zwei Jahren wegen Fehlens jeder öffentlichen Unterstützung aus finanziellen Gründen wieder zusammengepackt werden.

    Da bot sich plötzlich und unverhofft durch die Vermittlung und persönliche Unterstützung des damaligen SPD-Vorsitzenden und vormaligen Bundeskanzlers Willy Brand im Kreis Kusel (Pfalz) eine neue Möglichkeit für eine Ausstellung in der wieder aufzubauenden Burg Lichtenberg. Kurz vor dem Umzug, am 16. Juni 1978, verlor Wirth seine Frau Margarethe, die treue Lebens- und Arbeitsgefährtin, der er einige seiner Schriften widmete. Sie schenkte vier Kindern das Leben.

    Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges: Willy Brandt als Regierender Bürgermeister vor dem noch offenen Brandenburger Tor im Jahr 1958. Foto: Fotoarchiv Jupp Darchinger im AdsD, Bonn

    Noch einmal stürzte sich Wirth von Thallichtenberg aus in unermüdliche Arbeit. Er untersuchte verschiedene Kulthöhlen der Pfälzer Umgebung (er filmte unter anderem Felsritzungen in der sogenannten Schlangenhöhle) und folgte den Entdeckungen des Ingenieurs Ludwig Schmidt aus Kaiserslautern. Er veranstaltete eine Ostermaien-Ausstellung in seinem Privatinstitut in Thallichtenberg und hielt stundenlange Vorträge, unter anderem im überfüllten Auditorium Maximum der Universität Augsburg vor begeisterten Studenten.

    Am 16. Juni 1978 ist Hermann Wirth gestorben. Die Gesellschaft für europäische Urgemeinschaftskunde e.V. (später Ur-Europa e.V.) übernahm die Einlagerung von Teilen seiner hinterlassenen Sammlung, des umfangreichen Fotoarchivs und der Bücherei, sowie der unveröffentlichten Manuskripte und damit die Verantwortung und Betreuung für diesen Teil des Nachlasses.

    Dieser Beitrag erschien zum 40. Todestag von Herman Wirth in der Zeitschrift Urwissen Nr. 3/2021. Die Übernahme für COMPACT erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

    Die spirituelle Sendung des deutschen Volkes: In seinem Werk „Was heißt deutsch?“ geht Frühzeitforscher Herman Wirth dem geistigen Auftrag der Deutschen auf den Grund. Für ihn ist „deutsch” gleichbedeutend mit „Geist Gottes”. In seinem faszinierenden Werk zeigt er eine Sichtweise auf, die Sie erstaunen wird. Wir haben es – ebenso wie sein Opus magnum „Der Aufgang der Menschheit“ aus dem Giftschrank geholt und bieten beide Werke in unschlagbar günstigen Neuauflagen an. Hier bestellen.

    5 Kommentare

    1. Alfred Tetzlaff am

      Herbert Frahm alias Willy Brandt ist ein Volksverräter. Der Sozi ist im Grunde garnicht dumm, aber dieser hat einfach immer nur Pech beim Nachdenken.

      • Ich werde meine Antwort anders formulieren:
        Der Spionageverdacht gegen Brandt entsteht Anfang 1941, nachdem der mittlerweile 27-Jährige von einer Reise nach Norwegen zurückgekehrt ist. Über Weihnachten 1940 war Brandt unter falschem Namen ins besetzte Norwegen gereist, hatte dort Widerstandskämpfer getroffen und Parteifreunde. Nach seiner Rückkehr nach Stockholm am 2. Januar 1941 verfasst er viele Artikel über die Lage in Norwegen und den dortigen Freiheitskampf gegen die deutschen Besatzer.
        Jemand, der in den Widerstand geht, hat Menschenleben auf dem Gewissen?

        • Ich war niemals ein NSDAP Parteimitglied, bin Träger der silbernen Nahkampfspange des goldenen Verwundetenabzeichen des eisernen Kreuzes und des Infanteriesturmabzeichen. Ich habe nie mein Heimatland verraten und immer dafür gekämpft ! Frahm ist in meinen Augen ein Landesverräter !!!

    2. Am 16. Juni 1978 ist Hermann Wirth gestorben. ?????????? Er ist am 16.02.1981 in Kusel gestorben.
      … am 16. Juni 1978, verlor Wirth seine Frau Margarethe…