Wenige Tage vor der Knesset-Wahl setzt die Netanjahu-Regierung auf Eskalation und hat einen massiven Militäreinsatz gestartet, um das palästinensische Westjordanland abzuriegeln. Eine weitere Verschärfung des Konflikts, den wir in unserer COMACT-Spezialausgabe „Schurkenstaat. Geschichte in Gegenwart Israels“ detailliert beleuchten und die israelische Propaganda widerlegen. Sichern Sie sich deshalb noch ein Exemplar, hier bestellen!

    Am Dienstag (27. Oktober 2026) wird in Israel ein neues Parlament gewählt, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu fürchtet um seine Wiederwahl. Um die Hardliner, die noch stärkerem Terror gegen die Palästinenser fordern, als ohnehin schon in den letzten Jahren praktiziert, hat der international gesuchte Kriegsverbrecher jetzt einen Einsatz gegen das Westjordanland gestartet. Mit dem Ziel der vollständigen Abriegelung.

    Ramin-Tal im Westjordanland. Foto: Screenshot Youtube

    Während israelische Siedler immer wieder ungestört Anschläge gegen die palästinensische Bevölkerung verüben, zuletzt sogar eine Delegation belgischer und französischer Politiker angriffen, sehen sich Netanjahu und seine Regierung einmal mehr als Opfer. Weil angeblich in der Nähe von Hebron ein „schwerer Terroranschlag“ durch Palästinenser verhindert worden sei, soll jetzt die gesamte Region abgeschirmt werden. Kontrollpunkte werden zur Stunde geschlossen, ein Verlassen und Betreten des Westjordanlandes ist nicht mehr möglich.

    Hardlinern reicht Vorgehen nicht

    Mit dem harten Kurs gegenüber den Palästinensern will Netanjahu radikale Wähler gewinnen, insbesondere unter der Anhängerschaft seines Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir und dessen Partei „Jüdische Stärke“, sowie unter den Sympathisanten der „Nationalreligiösen Partei – Religiöser Zionismus“ von Finanzminister Bezalel Joel Smotrich. Beide gelten als Hardliner, die mitunter offene Völkermord-Forderungen propagieren. Und denen auch jetzt die Abriegelung des Westjordanlands nicht ausreicht. So fordert Ben Gvir, dass zudem die Palästinensische Autonomiebehörde wegen angeblicher Unterstützung von Terroristen aufgelöst werden soll, um eine Zwei-Staaten-Lösung weiter zu sabotieren.

    Itamar Ben-Gvir in Scheich Dscharrah, einem ursprünglich arabischen Wohnviertel im von Israel annektierten Ostjerusalem (2022), Foto: שי קנדלר / de.wikipedia.org – CC BY-SA 4.0

    In die gleiche Richtung zielen die Äußerungen von Smotrich: „Es gibt keine andere Option als eine umfassende Militäroperation in Judäa und Samaria, um die Palästinensische Autonomiebehörde zu zerschlagen, Waffen einzuziehen und Terroristen zu eliminieren. Genau wie in Gaza und im Libanon“, so der Hardliner, dessen Partei bei der kommenden Wahl Zugewinne prognostiziert werden.

    Während die USA kurz vor einem weiteren Angriff auf den Iran stehen, setzt auch Israels Staatsführung weiter auf Eskalation. Mit diesem Erfolgsmodell konnte sich Benjamin Netanjahu, trotz anstehender Korruptionsprozesse und juristischer Verfolgung, weiter an der Spitze halten. Sollte er die Wahlen verlieren, bleibt nur ein neuer, noch größerer Krieg, um mit der Ausrufung weiterer Notstandsgesetze den Machtverlust abzuwenden. Ob es dazu kommt? Offen, aber durchaus möglich.


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