In den Epstein-Akten taucht eine alte Bekannte auf: Marina Abramovic, deren düstere Spirit-Cooking-Events schon den Pizzagate-Skandal ins Rollen brachten. Und wo die gebürtige Serbin ist, ist auch ein US-Popstar nicht weit, wie unsere brisante Enthüllungsausgabe «Satan, Pop und Hollywood – Wie der Teufel Film und Musik erobert hat» belegt. Hier mehr erfahren.

_ von Marty McCarthy
In den Ende Januar neu veröffentlichten Akten ist eine brisante Konversation zwischen Jeffrey Epstein und seinem Literaturagenten John Brockman aufgetaucht. In dem E-Mail-Schriftverkehr geht es um die berüchtigte Performance-Künstlerin Marina Abramovic.
In den Epstein-Akten wird die gebürtige Serbin an mehreren Stellen erwähnt. So schrieb Brockman an Epstein «Ich hatte letzte Woche ein faszinierendes Treffen mit Marina Abramovic und HUO. Ich bin zur Sean Kelly Gallery runtergegangen, um ihr Werk zu sehen, das einfach unglaublich ist.»
Weiter heißt es in der E-Mail des Literaturagenten an den Sexualstraftäter: «Der Plan sieht nun vor, dass sie einen Vortrag hält, aber da sie Marina Abramovic ist und je nach Gefühl für die Gruppe entscheidet, wird daraus wahrscheinlich etwas viel Interessanteres werden – vermutlich sogar deutlich interessanter. Sie hat mich gebeten, für jeden Teilnehmer ein Profil zu schreiben, damit sie vorbereitet ist. Ich kann ihr Artikel über Tony schicken; du hingegen bist weitaus geheimnisvoller und faszinierender. Gibt es irgendwelche Presseberichte über dich, die ich weiterleiten kann?»
Die beiden Männer tauschen sich über ein «Event» aus, das am 8. Dezember 2014 in Palo Alto, Kalifornien, stattfinden sollte. Der Beginn der Veranstaltung war ungewöhnlich spät terminiert, nämlich auf ungefähr 23 Uhr. Ob mit dem erwähnten «Tony» der Bruder von Clinton-Spezi John Podesta, Tony Podesta, gemeint ist, geht aus den Zeilen nicht hervor. Dies liegt jedoch nahe, da die Podesta-Brüder für ihre Nähe zu Abramovic bekannt sind.
Abramovic und Pizzagate
Um welche Art von Event es sich dabei handelte, dürfte klar sein. Abramovic ist berüchtigt für ihre makabren Spirit-Cooking-Sessions, die 2016 auch die sogenannte Pizzagate-Affäre ins Rollen brachten (hier mehr erfahren). In den seinerzeit von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichten E-Mails von und an Clintons Wahlkampfmanager John Podesta fand sich auch ein Schreiben der Performance-Künstlerin, die den Empfänger und seinen Bruder Tony am 28. Juni 2015 in ihr Privathaus zu einem Spirit Cooking eingeladen hatte.
Auch diesmal wurden literweise Kunstblut, obszöne Botschaften, Gedärme und Knochen dekorativ drapiert eingesetzt. Auf dem Buffet lag – den öffentlich gewordenen Bildern nach zu urteilen – eine Frau in einem mit rot-bräunlicher Flüssigkeit gefüllten Behälter, während die Gäste die Pampe begierig von ihrem nackten Körper löffelten. Auch Lady Gaga gönnte sich eine Portion (siehe Titelbild).
Okkulte Rituale
Die US-Sängerin und die Sudel-Künstlerin verbindet eine ganz besondere Freundschaft. Schon 2013 sorgte ein Video für Aufsehen, in dem Lady Gaga splitternackt und maskiert mit erhobenen Armen über eine Wiese schreitet, auf einem großen Kristall kauert und wild herumschreit.
Der zweieinhalb Minuten lange Clip zeigt sie bei der Ausübung der sogenannten Abramovic-Methode, laut Welt ein «mit esoterischem Hokuspokus garnierter Mix aus bruchstückhaften Yoga- und Meditationsübungen», die ihr nach eigener Aussage geholfen habe, vom Kiffen loszukommen. Die Serbin wiederum ließ verlautbaren, sie habe in dem Popstar eine «Inspiration» gefunden.
Abramovics Spirit Cooking wiederum geht auf eine eine Reihe von 1996 unter diesem Titel veröffentlichten Rezepten zurück, die eindeutig okkulten Charakter haben. So heißt es beispielsweise in einem dieser vermeintlichen Rezepte: «Mische frische Muttermilch mit frischer Spermamilch, trink sie in Erdbeernächten.»
Das erinnert an die sogenannte Hostie der Gnostischen Messe des britischen Okkultisten Aleister Crowley, die laut seinen Anweisungen aus Menstruationsblut, Honig und Öl hergestellt werden soll. In seinem Buch «Magick in Theory and Practice» (Magie in Theorie und Praxis) beschreibt der vor allem wegen seiner sexualmagischen Rituale berüchtigte Schwarzmagier ein «Blutopfer».
Dazu kann man lesen, dass ein «männliches Kind von völliger Unschuld und hoher Intelligenz» eine geeignete Opfergabe sei. In einer Fußnote teilt Crowley mit, dass er zwischen 1912 und 1928 durchschnittlich 150 solcher Kinder pro Jahr getötet habe. Zwar erschließt sich einem bei genauer Lektüre, dass dies wohl nur eine Metapher für die ungenutzte Verschwendung seiner Körpersäfte bei der Sexualmagie sein könnte, doch allein das spricht schon Bände.
Die Lehrmeister der Blut-Künstlerin
Ihren Hang zu Blut entwickelte die Tochter eines serbischen Partisanen schon früh. «Abramovic arbeitete schon in den 1970er Jahren mit dem Wiener Aktionskünstler Hermann Nitsch zusammen. Der wurde vor allem durch sein Orgien-Mysterien-Theater bekannt. Dabei werden Tierkadaver und Blut in Zusammenhang mit Kreuzigungsszenen gesetzt. Nitschs Weggefährte Otto Muehl gründete 1971 in seiner Wohnung an der Wiener Praterstraße eine Künstlerkommune, in der er schon bald wie ein Alleinherrscher agierte», erfährt man dazu in COMPACT-Spezial «Satan, Pop und Hollywood».

Im Jahr 1988 wurde ein Strafverfahren gegen Muehl eröffnet, in dem verschiedene Mitglieder der Wohngemeinschaft gegen ihn aussagten. Laut Anklage habe das «gemeinsame Aufziehen des Nachwuchses» für den Kommunenchef auch sexuellen Missbrauch und die Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen beinhaltet. Das kommt einem bekannt vor…
1991 wurde Muehl schließlich «wegen Sittlichkeitsdelikten, Unzucht mit Minderjährigen bis hin zur Vergewaltigung, Verstößen gegen das Suchtgiftgesetz und Zeugenbeeinflussung» zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. In seinem Plädoyer erklärte der Staatsanwalt damals: «Otto Muehl hat mit Menschen experimentiert, er hat sie manipuliert. (…) Die Jugendlichen waren nicht freiwillig dort, er hatte ihnen die Eltern genommen und damit die Möglichkeit, die Kommune zu verlassen.»
Ehrungen und Orden
Bezeichnend ist, dass der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski Abramovic 2023 zur Botschafterin für den Wiederaufbau der Schulen in seinem Land ernannte. Der im August 2025 ermordete Trump-Influencer Charlie Kirk twitterte damals: «Warum wählt Selenski die „Spirit Cooking“-Künstlerin Marina Abramovic zur Botschafterin?»
Doch damit nicht genug der Ehren: Abramovic ist auch Trägerin des österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst. Noch bis zum 1. März ist eine ihrer Ausstellungen in der Wiener Albertina zu sehen. In der Vorstellung wird sie als «eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen» bezeichnet.
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