Schockierend: US-Offiziere übernehmen die ultrareligiöse Aufladung des Iran-Krieges von ihren israelischen Vorbildern: Der Krieg soll den Messias bringen, von einem „tausendjährigen Reich“ ist wieder die Rede. Kopf dieser Endzeit-Tendenz ist Kriegsminister Pete Hegseth selbst! Das macht den Krieg gegen Iran zu einer unkalkulierbaren Armageddon-Schlacht, die die ganze Welt in den Abgrund reißen könnte. Damit werden selbst frühere US-Kriege, die zwar Profit-getrieben, aber insofern auch kalkulierbar waren, in den Schatten gestellt. Wir vergleichen die Irrationalität des aktuellen „Epstein-Krieges“ mit früheren Epochen der US-Außenpolitik in unserer neuen COMPACT-Spezial „Kriegsverbrechen – US-Außenpolitik von Truman bis Trump“. Hier bestellen.
„Das ist ein Religionskrieg… er wird das Schicksal im Nahen Osten für tausend Jahre bestimmen.“ Mit diesem Satz gab der republikanische US-Senator Lindsey Graham gestern die neue Tonlage in der US-Strategie vor. Es geht nicht mehr um erzwungene Abrüstung des Iran, auch nicht um bloßen „Regime-Change“ – es geht um religiösen Fundamentalismus, um das tausendjährige Reich. Graham ist nicht irgendwer. Die „Neue Zürcher Zeitung“ schrieb im Juli 2025: „Der republikanische Falke: Wie Lindsey Graham zum wichtigen Player in der US-Aussenpolitik wurde (…) Trumps Einflüsterer aus South Carolina übt enormen Einfluss aus.“ Dabei waren die beiden ursprünglich zerstritten gewesen, als Trump noch auf Friedenskurs war. Doch spätestens beim ersten Angriff auf Iran im letzten Sommer ist der alte Neocon-Einpeitscher Graham an die Schalthebel der Macht zurückgekehrt.
Religiöse Verhetzung in der US Army
Dazu passt, was derzeit bei den US-Streitkräften vor sich geht. So soll ein Kommandant bei einer Offiziersbesprechung gesagt haben, der Krieg gegen den Iran sei Teil von „Gottes Plan“. Trump sei „von Jesus gesalbt“ worden, um im Iran das „Signalfeuer“ für die Entscheidungsschlacht Armageddon zu entzünden. Das solle die Wiederkunft Jesu Christi, einläuten. Dabei soll er mehrfach aus der Johannes-Offenbarung zitiert und vom bevorstehenden Ende der Welt gesprochen haben – nicht um davor zu warnen, sondern um dies als Zeichen für die Wiederkehr Christi zu bejubeln. Daraufhin hat ein Unteroffizier, selbst Christ, im Namen von 15 weiteren Soldaten Protest bei der Military Religious Freedom Foundation (MRFF) eingelegt, die über die religiöse Neutralität der Streitkräfte wachen soll.

Das sei kein Einzelfall, berichtet das österreichische Medium „heute“. „Zwischen dem Angriffsbeginn am vergangenen Samstag und Montagabend (2. März) sind mehr als 110 ähnliche Meldungen bei der MRFF eingegangen. Betroffen seien über 40 Einheiten an zumindest 30 Standorten, heißt es. (…) Laut MRFF berichten viele Soldaten von einer regelrechten Euphorie in Teilen der Befehlsketten, wonach der Krieg als biblisch vorhergesagt und notwendig dargestellt werde. Ihre Sorge: Dieser religiöse Fanatismus zerstöre Moral und Zusammenhalt der Einheiten und stünde im Widerspruch zum abgelegten Eid auf die Verfassung.“
Kopf dieser Armageddon-Tendenz im Pentagon ist offensichtlich der Chef selbst, Kriegsminister Pete Hegseth. Er hält in seinem Ministerium regelmäßige Gebetstreffen ab und nimmt an einem wöchentlichen Bibelkreis im Weißen Haus teil. Hegseth selbst missioniert höchstpersönlich bei diesen Treffen. Originalaussage: „Das ist … meiner Meinung nach genau das, was wir als Nation in diesem Moment brauchen, im Gebet, auf Knien, in Anerkennung der Vorsehung unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus.“
Netanjahu als Messias-Bringer
In der neuen COMPACT-Spezialausgabe „Kriegsverbrechen – US-Außenpolitik von Truman bis Trump“ beschreiben wir den Wandel von der zwar schon immer imperialistischen, aber insofern auch kalkulierbaren US-Kriegspolitik zur aktuellen Armageddon-Irrationalität, die Pete Hegseth vertritt.

Auszüge:
„Pete Hegseth zeigt sich gern mit nacktem Oberkörper. So sieht man nicht nur die mächtigen Muskelpakete, sondern auch die Tätowierungen: ein Sturmgewehr über der US-Flagge, das mittelalterliche Jerusalemkreuz mit dem Schlachtruf der Kreuzfahrer ‚Deus Vult‘ (‚Gott will es‘) und in hebräischen Buchstaben der Name ‚Jesus’», berichtete die Tagesschau schon im November 2024. Hegseth spricht öffentlich von den Juden als dem ‚auserwählten Volk‘. (…) Das Problem der USA ist nicht die Freundschaft zu Israel, sondern dass sich Israel unter Premier Benjamin Netanjahu in den Händen einer Endzeit-Sekte befindet. ‚Der wahre Feind, den wir haben, ist nicht der Iran, nicht die Hisbollah, nicht die Hamas. Der wahre Feind kommt von innen, die messianischen, verrückten, extremen Gruppen der Israelis!‘ Diese Sätze stammen von Ehud Olmert, israelischer Ministerpräsident von 2006 bis 2009. Er gehört, wie Netanjahu, dem rechtsgerichteten Likud-Block an – man wird also nicht sagen können, aus ihm spreche ein Linker oder ein Iran-Freund. Netanjahu ist schon Ende der 1980er Jahre zur Heilsfigur der Sekte der Endzeit-Fanatiker der Chabad Kubawitscher geworden. ‚Wird Bibi Israels letzter Premierminister sein, bevor der Messias kommen wird?‘, titelte das Portal Israel$ heute am 1. November 2023. Und weiter: ‚Heute befindet sich Israel in einer Art Endzeitstimmung.‘ “ (…)
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