Hat Bundeskanzler Merz schon ausgespielt? Nach den schlechten Umfragewerten wenden sich nun auch deutsche Unternehmer ab. Kaum jemand traut ihm noch Kompetenz zu. Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ wird mehr und mehr Wirklichkeit. Lesen Sie unbedingt, wie der Autor die Lage heute sieht. Seine Bilanz nach 15 Jahren ist höchst aufschlussreich. Hier mehr erfahren.

    Kanzler Merz erreicht auch die bundesdeutschen Unternehmer nicht mehr. In früheren Jahren konnten sich CDU und CSU trotz aller Verfehlungen zumindest auf die noch verlassen. Diese Zeiten sind vorbei. Schon zu Beginn dieser Woche ging es in Hannover in die Hose. Der Spiegel:

    „Der Kanzler hat die größte Industriemesse der Welt in Hannover eröffnet. Er verbreitet die ganz große Optimismuserzählung: Deutschland als modernes, tonangebendes und erfolgreiches Land. (…) Sein Problem ist nur: Die Wirtschaftsvertreter machen dabei nicht mit. Stattdessen zeigt sich auf der Messe, wie groß der Riss ist, der sich zwischen den Unternehmern und Merz aufgetan hat.“

    Dazu gibt es auch Zahlen. Unternehmer trauen Merz in Wirtschaftsfragen offensichtlich nichts mehr zu. In einer aktuellen Insa-Meinungsumfrage waren 70 (!) Prozent von ihnen der Auffassung, die Wirtschaftskompetenz des Bundeskanzlers sei „eher gering“. Befragte mit AfD-Parteipräferenz sehen es noch eindeutiger: 83 Prozent von ihnen halten die Wirtschaftskompetenz von Merz als eher gering, selbst 45 Prozent der eigenen Anhänger sehen das so negativ.

    Zudem rücken immer mehr Top-Manager von Merz ab. Joe Kaeser, Aufsichtsratschef von Siemens Energy und Daimler Truck sowie ehemaliger Siemens-CEO, sieht in der bisherigen Amtszeit von Schwarz-Rot ein „Jahr der verpassten Chancen“. In einem Podcast kritisiert er jetzt vor allen Dingen Symbolpolitik wie die 1.000-Euro-Prämie und fordert ein klares Gesamtkonzept für die Zukunft des Standorts Deutschland. Und der prognostiziert: „Die Brandmauer wird in Flammen aufgehen.“

    Dazu passt eine neue Insa-Erhebung, wonach nur 28 Prozent davon ausgehen, dass die Union ihre Brandmauer zur Linken auf Dauer aufrechterhalten wird. 34 Prozent meinen das bezüglich der Brandmauer zur AfD. Fast jeder Dritte ist überzeugt, dass die Merz-Partei diese Bestimmung gegenüber beiden Parteien einreißen wird.

    Gewünscht wird: AfD-Kanzler!

    Übrigens: Eine bereits eine relativ deutliche Mehrheit würde statt Merz gerne einen AfD-Vertreter im Amt sehen. Bemerkenswerte 27 Prozent wünschen sich demnach einen AfD-Bundeskanzler, einen SPD- oder Unions-Regierungschef wollen lediglich 13 Prozent. 11 Prozent der Befragten befürworten derzeit einen grünen Bundeskanzler und neun Prozent einen von der Linkspartei.

    Nur 17 Prozent sprechen sich für eine Fortsetzung der Merz-Zeit nach dem Ende der aktuellen Legislaturperiode aus, 68 Prozent meinen, dass seine Kanzlerschaft spätestens 2029 ein Ende finden sollte. Bei der Sonntagsfrage liegt die CDU/CDU mit 24 Prozent folgerichtig auch hinter der AfD mit 26,5 Prozent.

    Maschmeyers Attacke

    Zurück zu Kritik von Unternehmern. Der bekannte Investor Carsten Maschmeyer hat jetzt die Bundesregierung und auch direkt Friedrich Merz attackiert. In mehreren veröffentlichten Videobotschaften kritisiert er dessen jüngste Aussagen zur Arbeitsleistung in Deutschland sowie zu geplanten Entlastungsmaßnahmen.

    Ausgangspunkt der Auseinandersetzung ist die aktuelle Debatte über die Arbeitszeit. Merz hatte argumentiert, in Deutschland werde insgesamt zu wenig gearbeitet und die Wirtschaft brauche mehr Effizienz, um wieder an Dynamik zu gewinnen.

    Maschmeyer widerspricht dieser Darstellung deutlich. Seiner Ansicht nach leisten die Menschen in Deutschland bereits viel, indem sie täglich arbeiten und mit ihren Abgaben das System tragen. „Nicht die Deutschen arbeiten zu wenig, sondern Arbeiten lohnt sich zu wenig.“ Das eigentliche Problem liege nicht in mangelndem Einsatz, sondern in fehlenden Anreizen. Besonders die im internationalen Vergleich hohen Lohnnebenkosten sieht er als zentralen Schwachpunkt. Maschmeyer ungewohnt deutlich:

    „Die Menschen in Deutschland haben kein Arbeitsmoralproblem. Sie haben leider ein Kanzlerproblem. Denn ein Kanzler sollte seine Bürgerinnen und Bürger stark reden und nicht schlechtreden.“

    Kritisch äußert sich Maschmeyer auch zur geplanten steuerfreien Prämie von 1.000 Euro: „Es ist ein Unfug und eine Täuschung der Bürger.“ Zwar werde diese Maßnahme als Unterstützung präsentiert, tatsächlich liege die finanzielle Last jedoch bei den Arbeitgebern. Viele Unternehmen könnten oder wollten diese zusätzliche Belastung nicht tragen, so seine Einschätzung.

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