Jung, links, islamistisch: So tickt der typische Berliner Extremist. Der Verfassungsschutzbericht 2025 zählt fast 4.000 Linksextremisten in der Hauptstadt, mehr als doppelt so viele wie von rechts. So geht es nicht mehr weiter: Parteichefin Alice Weidel ist die Hoffnung für alle Patrioten – jetzt die passende Medaille bei COMPACT bestellen und ein klares Signal setzen. Hier mehr erfahren
Die Spreemetropole im Visier: Der Berliner Senat hat seinen Verfassungsschutzbericht für 2025 vorgelegt. Fast 4.000 Linksextremisten zählt der Bericht in der Hauptstadt, dazu 2.590 Islamisten und 1.700 sogenannte auslandsbezogene Extremisten, also Gruppen wie die kurdische PKK, türkische Graue Wölfe oder palästinensische Organisationen, die von Berlin aus für Ziele im Ausland operieren. Die Rechtsextremen stellen mit 1.480 Personen die kleinste Szene. Den Bericht eröffnen trotzdem sie.
Vier Szenen, eine Stadt
Der Verfassungsschutz (VS) operiert mit zwei zentralen Begriffen: Extremismus meint die Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, also durch Propaganda, Organisation oder politische Agitation, nicht zwingend durch Gewalt. Gewaltorientiert ist, wer physische Angriffe als politisches Mittel befürwortet oder ausübt.
Das Personenpotenzial des Rechtsextremismus liegt bei 1.480 Personen, davon 820 als gewaltorientiert eingestuft. Das größte Segment bilden 500 Personen außerhalb jeder Parteistruktur, gefolgt von 850 weitgehend unstrukturierten Rechtsextremisten. Die Parteien sind Randfiguren in diesem Spektrum: Der III. Weg kommt auf 80 Mitglieder, Die Heimat (ehemals NPD) auf 150.
Auffällig: Der VS zählt auch die sogenannte «Neue Rechte» zum verfassungsschutzrelevanten Spektrum. Hier stellt der Bericht klar, dass diese sich vom Nationalsozialismus zwar distanziert, aber stattdessen «die Diskurshoheit über bestimmte Themen erlangen» wollten, als Beispiel wird die Forderung nach Remigration genannt. Wer über Migration redet, gerät also schnell ins Visier: Zum Spektrum der «Neuen Rechten» in der Hauptstadt zählt der VS Gruppen wie die «Identitäre Bewegung Deutschland» mit ihrem Berliner Ableger «Aktiv Berlin» sowie das Veranstaltungslokal «Staatsreparatur» im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, das regelmäßig als Treffpunkt zentraler Akteure der Szene dient. Ihre Distanzierung vom Nationalsozialismus gilt dem VS dabei nur als «vordergründig», belegen können die Geheimdienstler das Gegenteil freilich nicht.
Das linksextreme Spektrum zählt 3.950 Personen, davon 650 gewaltorientiert: 330 Autonome und 320 Postautonome (ehemalige Autonome, die sich von der klassischen, militanten Straßenkampf-Szene gelöst haben, aber ideologisch im linksextremen Spektrum geblieben sind). Den mit Abstand größten Einzelblock stellt die Rote Hilfe mit 2.650 Personen. Sie finanziert und verteidigt jene, die für den VS die Brandstifter von morgen sind. Der Bericht stellt fest:
«Klandestin [im Verborgenen] agierende Kleingruppen propagieren und verüben Gewalt gegen staatliche Einrichtungen, Unternehmen und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur.»
Im islamistischen Spektrum zählt der VS 2.590 Personen: 1.250 Salafisten, davon 350 gewaltorientiert, davon 300 Anhänger der Hisbollah, der libanesischen Schiitenmiliz, 200 Hamas-Mitglieder und 450 Anhänger der Milli-Görüs-Bewegung, einer 1969 gegründeten islamistischen Organisation türkischer Herkunft, die über Moscheen und Vereine wirkt und eine islamische Gesellschaftsordnung anstrebt. Der Bericht stellt klar:
«Die Gefährdungslage durch den islamistischen Terrorismus bleibt für Deutschland und auch Berlin unverändert hoch.»
Innensenatorin Iris Spranger ergänzte:
«Der Resonanzboden für eine islamistische Indoktrination ist deutlich größer geworden.»
Beim auslandsbezogenen Extremismus dominiert die PKK mit 1.100 Personen, weit vor 450 türkischen Grauen Wölfen. Die palästinensische Szene ist überschaubar: BDS, die internationale Boykottbewegung gegen Israel, zählt in Berlin 50 Anhänger, Samidoun, ein weltweites Netzwerk zur Unterstützung palästinensischer Gefangener, lediglich 20.
Angstmache und Realität
Der VS stuft 820 Rechtsextremisten als gewaltorientiert ein, gegenüber 650 beim Linksextremismus. Der Fokus liegt damit häufig auf den Rechten. Bei tatsächlich verübten Gewaltverbrechen aber dreht sich das Bild: Die Berliner Polizei registrierte 2025 im links motivierten Bereich 237 Gewaltdelikte, rechts dagegen 133. Linke Gewalt überwiegt also deutlich.
Auch die Anzahl der Betroffenen spielt eine große Rolle: am 9. September 2025 legten Linksextremisten im Ortsteil Johannisthal Feuer an, zehntausende Berliner waren tagelang ohne Strom. Der Bericht stellt fest:
«Die diesen Straftaten zugrunde liegende Ideologie des Öko-Anarchismus hat spürbar zur Radikalisierung des gewaltorientierten Teils der linksextremistischen Szene beigetragen.»
Um den Strom-Terror von Berlin geht es auch in unserer Ausgabe «USA und AfD – Gefährliche Liebschaft». Spranger hatte bei der Vorstellung des Berichts gewarnt, die Anschläge hätten gezeigt, «wie schnell und hart wir alle von der Gewalt, die von Extremistinnen und Extremisten ausgeht, betroffen sein können». COMPACT war vor Ort: Unsere Reportage «Blackout: AfD hilft, Linke rasten aus!» zum Thema schlug ein wie eine Bombe.
Brisant: Eine Kategorie wird beim Geheimdienst nicht erhoben. Während Israelfeindliche Gruppen wie BDS, Samidoun und PFLP namentlich aufgeführt werden, findet sich kein entsprechendes Pendant für pro-israelische Extremisten, obwohl israelische Siedlermilizen im Westjordanland international als terroristische Organisationen eingestuft werden.
TikTok-Intifada
Was alle Szenen eint: Sie rekrutieren jung. Extremisten jeder Couleur setzen gezielt auf soziale Medien um junge Menschen zu erreichen, deren Weltbild noch formbar ist. Der VS warnt:
«Immer stärker nehmen vor allem Rechtsextremisten und Islamisten, aber auch Linksextremisten Jugendliche und junge Erwachsene ins Visier ihrer Propaganda.»
Im islamistischen Bereich hat sich dabei eine antiisraelische Internet-Community herausgebildet, der Verfassungsschutz nennt das Phänomen «TikTok-Intifada». Die «Palästina-Solidarität» fungiert als stärkstes Mobilisierungs- und Rekrutierungsthema im Netz.
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