Es kann es einfach nicht lassen! Selbst unmittelbar vor der Wahl kommt Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir mit neuen Schock-Aussagen um die Ecke: Alle Palästinenser sollen aus dem Gaza-Streifen verschwinden, so seine Ansage. Er spielt auch eine Rolle im hochbrisanten COMPACT-Spezialheft „Schurkenstaat – Geschichte und Gegenwart Israels“. Spannender geht es nicht! Hier mehr erfahren.
In einem Interview mit der Jerusalem Post, der größten englischsprachigen Tageszeitung Israels, hat sich der berüchtigte Sicherheitsminister Ben-Gvir einmal mehr ausgetobt. Jetzt verlangt er einen palästinenserfreien Gaza-Streifen. So klingt das: „Wenn Sie mich fragen, was in Gaza getan werden sollte: Wir sollten das gesamte Gebiet erobern. Alles davon!“ Und dann:
„Es ist unser Land, das des jüdischen Volkes. Und wir sollten die Auswanderung fördern.“
Dies hätte vor einiger Zeit auch der US-Präsident vorgeschlagen. „Das ist ein sehr guter Plan!“ Und die Palästinenser? „Warum schicken wir sie nicht nach Frankreich? Gebt ihnen gute Bedingungen in anderen Ländern, vielleicht Großbritannien, London oder Orten wie diesen. Auf eine besonders rücksichtsvolle Behandlung hätten die Leute seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 kein Recht. Sie könnten nicht mehr behaupten, Gaza sei ihre Heimat. Er habe in Kabinettssitzungen immer wieder gefordert: „Lasst uns Gaza bombardieren. Lasst uns gezielte Tötungen vornehmen.“ Und weiter: „Stellen Sie sich vor, sie hätten auf mich gehört.“
Chrupalla: „Ein Irrer!“
In der nächsten Regierung will er unbedingt Verteidigungsminister werden, daraus macht er kein Geheimnis. Dabei wird er logischerweise sehr skeptisch gesehen, AfD-Chef Tino Chrupalla hatte ihn gerade in einem Interview als „Irren“ bezeichnet. Damit ist er nicht allein: „Itamar Ben-Gvir ist ein Rechtsextremist, ein notorischer Rassist, der wegen seiner politischen Ansichten von der israelischen Armee nicht zum Wehrdienst eingezogen wurde.“ Das schreibt nicht etwa die Taz, sondern die Jüdische Allgemeine über Ben Gvis. Der hatte übrigens bereits vor den Angriffen vom 7. Oktober für „die Bombardierung Gazas“ plädiert.
Unlängst ließ er sich vor mehreren Galgen in einem Jerusalemer Museum filmen und drohte „Terroristen“ mit der Todesstrafe. Man sieht Itamar Ben-Gvir seine Durchtriebenheit am leicht spöttischen Zug um den Mund direkt an. Der Rest von ihm erscheint harmlos: grau melierte Haare und eine runde Brille, die etwas Eulenhaftes hat.
„Vertreibe den arabischen Feind“
Mit seinem rundlichen Gesicht, seinen weichen Zügen, seiner eher untersetzten Figur und der weißen Kippa, die er stets locker auf dem Kopf trägt, wirkt er wie ein normaler religiöser Jude, wie man ihn in Jerusalem oder in den Siedlungen zu Dutzenden sieht. Er hielt öffentlich Schilder hoch, auf denen „Vertreibe den arabischen Feind“ stand. Wegen rassistischer Hassrede, Behinderung eines Polizeibeamten und Unterstützung einer terroristischen Organisation stand er bereits vor Gericht. Insgesamt wurde Ben-Gvir mindestens achtmal verurteilt und über 50 Mal angeklagt.
Seine irrsten Aussagen: „Ich finde, es sollten in Gaza gezielte Tötungen ausgeführt werden, wobei jede Nacht 30 bis 40 ausgeschaltet werden. Nicht nur diejenigen, die eine unmittelbare Gefahr bedeuten – es gibt dort Menschen, die es nicht verdient haben, zu leben. Sie sollten nicht am Leben sein. Sie sind nicht einmal Menschen.“ Und: „Jeder, der sich [der Grenze] nähert, muss eine Kugel abbekommen. Wir können nicht zulassen, dass Frauen und Kinder sich der Grenze nähern“, wütete Ben-Gvir während einer Kabinettssitzung im Februar 2024. Oder im Juni 2026: „Für jede Träne einer israelischen Mutter müssen tausend libanesische Mütter weinen. Der gesamte Libanon muss in Flammen aufgehen.“
Hoffen wir also auf ein Wahlergebnis heute in Israel, das solche Gestalten aus der politischen Verantwortung spült. Ben-Gvir spielt auch eine Rolle im hochbrisanten COMPACT-Spezialheft „Schurkenstaat – Geschichte und Gegenwart Israels“. Spannender geht es nicht! Hier bestellen.





