Friedrich Merz verkündet den Sieg über die illegale Migration. Alle Polizeigewerkschafter widersprechen ihm scharf. Die Realität auf der Straße sehe anders aus. Warum der Kanzler absolut untauglich ist, zeigen wir in unserer COMPACT-Ausgabe „Der Totengräber“. So geht es nicht mehr weiter. Hier mehr erfahren.
Berlin, 28. April 2026. Bundeskanzler Friedrich Merz gibt sich siegessicher. „Die Zahlen sind so klar und so deutlich zurückgegangen, dass man davon sprechen kann, dass wir große Teile des Problems jetzt gelöst haben“, sagt er zur Migrationspolitik seiner Regierung. Aus den Reihen der Polizei kommt prompter Widerspruch. Zwei Gewerkschaftschefs und ein renommierter Wissenschaftler zeichnen ein anderes Bild. Die Zahlen geben ihnen recht.
Selbstlob mit Ablaufdatum
Heiko Teggatz, seit vergangener Woche neuer Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), lässt kein gutes Haar an Merz‘ Selbstlob: „Bei weitem ist der Großteil des Problems nicht gelöst“, feuert er in Richtung Berlin. Den Rückgang der illegalen Migration schreibt er dem Kanzler nicht zu. Das sei „einzig und allein auf das entschlossene Handeln des Innenministers“ zurückzuführen. Für eine echte Trendwende fordert Teggatz „konsequente Rückführung derer, deren Schutzstatus erloschen ist“. Wer sein Gastrecht missbrauche und Straftaten begehe, solle das Land verlassen.

Sein Kollege Manuel Ostermann, Gewerkschaftschef der Bundespolizei, erkennt nur zaghafte Fortschritte. Flächendeckende Grenzkontrollen seien „die entscheidende Basis“ für eine leichte Entspannung gewesen. Doch dann folgt das Aber:
„Damit ist das Problem längst nicht gelöst. Von einer echten Wende in der Migrationspolitik kann keine Rede sein.“ Sein schärfster Vorwurf gilt der Abschiebepolitik: „Sie bleibt, wenn überhaupt, nur Stückwerk.“
Der 35-jährige CDU-Politiker und Bundespolizeibeamte hat sich seit Jahren als ungewöhnlich scharfe Stimme gegen die Migrationspolitik profiliert. Amnesty International reichte eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn ein, Jan Böhmermann widmete ihm eine ganze Sendung.
Im Maschinenraum
Auch aus der Wissenschaft prasselt Kritik auf den Kanzler ein. Der Konstanzer Asylrechtler Prof. Daniel Thym zeigt sich offen verwundert über das Berliner Selbstlob:
„Im Maschinenraum der Asylpolitik hat sich kaum etwas geändert“
Und weiter: „Die Gesetze sind zu streng und kompliziert, es gibt zu viele Behörden und unterschiedliche IT-Systeme, Gerichtsverfahren dauern lange.“ Das Ergebnis: Abschiebungen funktionierten „notorisch schlecht“. Merz müsse sich beim Thema Rückführungen immens anstrengen.

Die nackten Zahlen sind vernichtend. Laut einer parlamentarischen Anfrage des AfD-Abgeordneten Gottfried Curio gingen die monatlichen Abschiebungen nach der Regierungsübernahme durch die Union sogar zurück: von durchschnittlich 2.035 Personen von Januar bis April auf nur noch 1.831 von Mai bis Dezember 2025. Wer die Migrationswende ausgerufen hat, liefert beim zentralen Instrument weniger als der Vorgänger.
Die Rechnung, die Merz nicht aufmacht
Merz hat bei den Asylerstanträgen teilweise recht. 2025 sanken sie um 50,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf 113.236 Erstanträge. 2026 setzt sich der Trend fort: In den ersten drei Monaten gingen die Erstanträge um weitere 37,8 Prozent zurück.
Doch das Bild trügt. Die Folgeanträge stiegen im selben Zeitraum um 107,4 Prozent. Wer abgelehnt wird, stellt einen neuen Antrag. Abschiebungen funktionieren weiterhin schlecht. Der Rückgang an der Eingangstür ändert nichts daran, dass das Haus voll bleibt.

Hinzu kommt: Asylerstanträge machen nur einen kleinen Teil der Gesamtzuwanderung aus. Dazu kommen Arbeitsmigration, Familiennachzug und ukrainische Flüchtlinge, von denen Ende Februar 2025 noch 1,25 Millionen in Deutschland registriert waren.
Die Straße weiß es besser
Seit 2015 haben Gewalttaten gegen Polizeibeamte um 38,5 Prozent zugenommen. 2024 waren über 106.000 Beamte Opfer von Gewalttaten. Die Männer und Frauen, die täglich an vorderster Front stehen, spüren die angespannte Lage mit jedem Einsatz.
Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), findet im April 2026 klare Worte:
„Was unsere Kolleginnen und Kollegen erleben, ist beschämend für unsere Gesellschaft. Wenn der Satz ‚Scheiß Bulle‘ oder gar Morddrohungen zum Alltag gehören, dann läuft etwas fundamental falsch.“
Die über 106.000 Opferfälle seien laut GdP „nur die sichtbare Spitze des Eisbergs“. Seine Forderung an die Politik ist unmissverständlich: „Die Menschen in Deutschland fühlen sich unsicher, wir Polizisten brauchen mehr Unterstützung, und die Politik muss das jetzt umgehend lösen.“
Zur Einordnung: Insgesamt gibt es drei große Polizeigewerkschaften. Ostermann vertritt die Bundespolizisten. Die DPolG und die GdP vertreten dagegen beide Polizeibeamte in ganz Deutschland, allerdings gegründet aus unterschiedlichen politischen Traditionen. Die GdP gilt als sozialdemokratisch ausgerichtet, die DPolG als konservativer. Dass beide unisono widersprechen, macht die Kritik an Merz umso schwerer zu ignorieren.
In unserer COMPACT-Ausgabe „Der Totengräber“ zerlegen wir Merz‘ Unfähigkeit bis ins Letzte: Von gebrochenen Versprechen bis hin zu seiner Totalrückzugshaltung. Lesen Sie nach, warum dieser Kanzler das Land in den Abgrund führt – und wie Alternativen aussehen könnten. Hier gleich bestellen.





