Verzweiflung pur: Eine Studie aus Bayern belegt sechsfach höhere Suizidrate in grünen Berufen.  Und das, weil viele dem wirtschaftlichen Druck nicht mehr standhalten können. In seinem Buch «Der hybride Krieg gegen Deutschland» ordnet Gerhard Wisnewski diese Entwicklung in ein größeres Bild ein. Hier mehr erfahren.

    Das Bundesgesundheitsblatt zeichnet mit Blick auf wissenschaftliche Daten auf Grundlage der Polizeilichen Kriminalstatistik Bayern ein düsteres Bild. Zwischen 2017 und 2024 wurden in sogenannten grünen Berufen – wie zum Beispiel der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau – 463 Suizide erfasst. Die geschätzte Suizidrate war rechnerisch teilweise sechsfach so hoch wie der der übrigen Bevölkerung. Besonders stark betroffen sind Männer zwischen 18 und 59 Jahren. In dieser Altersgruppe lag die Suizidrate um das 3,4-fache über der der übrigen Bevölkerung. Über alle Altersgruppen gerechnet erreichte der Faktor sogar 6,1.

    Die Landwirtschaft geht den Bach herunter

    Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sprach von einer Suizidrate, die «ums Dreifache höher» sei als in der Allgemeinbevölkerung. Er verwies auf überbordende Bürokratie, den Klimawandel, den Wegfall von Pflanzenschutzmitteln, Liquiditätsprobleme und einen Vertrauensverlust in die Politik. Seiner Ansicht nach sind Frauen weniger betroffen, weil sie robuster seien und sich schneller Hilfe holen würden. Möglicherweise liegt es aber auch schlicht daran, dass laut offiziellen Zahlen aus dem Jahr 2023 88,8 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Männern geleitet wurden.

    Die Landwirtschaft geht in Deutschland allgemein den Bach herunter und nicht jeder kann mithalten. Von 2014 bis 2024 verloren die deutschen Agrarbetriebe 31.800 Höfe und schrumpften damit auf 255.000. Der Rückgang betrug 11,1 Prozent. Wer den Hof aufgeben muss, verliert oft nicht nur den Arbeitsplatz, sondern auch den Lebenssinn. Die meisten Betriebsleiter arbeiten gefühlt rund um die Uhr, ohne klare Freizeit oder Vertretung.

    Der Hof ist Erbe und Identität. Wer ihn aufgeben muss, verliert häufig auch den sozialen Halt und das Gefühl, noch gebraucht zu werden. Gleichzeitig gilt in der Branche weiterhin das Bild, dass man als Landwirt stark sein und durchhalten müsse. Über psychische Belastung zu sprechen oder Hilfe zu suchen, wird von vielen als Schwäche empfunden. Liquiditätsprobleme, die nach Rainers eigenen Angaben jeden dritten Landwirt betreffen verstärken den Druck.

    Zu spät

    Schon 2024 rollten die Traktoren in Massen gegen immer neue Auflagen durch die Republik und blockierten in mehreren Städten stundenlang Straßen und sogar Parteizentralen von SPD, FDP und Grünen. Die damalige Ampel wollte den Agrardiesel streichen und die Kfz-Steuerbefreiung für Landmaschinen kippen. Doch die Wut griff noch tiefer. Jahrelange Überregulierung, der Druck des EU-Green-Deal und der schrittweise Entzug wirksamer Pflanzenschutzmittel hatten sich aufgestaut.

    Mittlerweile sitzt eine neue Bundesregierung im Amt, mit Alois Rainer als Agrarminister. Der Agrardiesel ist wieder zurück, einzelne bürokratische Vorschriften wurden gestrichen, und das Ministerium spricht von Entlastungen in Millionenhöhe.

    Die Entlastungen der neuen Bundesregierung kommen für viele zu spät und greifen zu kurz. Suizide entstehen häufig aus jahrelangem Druck, Isolation und die Angst, den Betrieb zu verlieren. Wer schon tief in der Krise steckt, für den ändert die Wiederherstellung des Diesels oder das Streichen einer Nachweispflicht nichts mehr an der aufgestauten Belastung.

    Die Deutschen werden wirtschaftlich gnadenlos ausgeplündert. In seinem Buch «Der hybride Krieg gegen Deutschland» ordnet Gerhard Wisnewski die Energie-Ausbeutung unseres Volkes in ein größeres Bild ein. Hier mehr erfahren.

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