Millionen Fernsehzuschauer bekamen am vergangenen Donnerstag mit, wie unsouverän Friedrich Merz in einer RTL-Sendung eine kritische Kinderärztin abkanzelte. Jetzt fällt auch der Sender der taffen Frau in den Rücken. Wir brauchen dringend einen Wechsel im Kanzleramt. Unsere Alice-Weidel-Kanzlermedaille in feinstem Silber symbolisiert das. Hier mehr erfahren.

    Das RTL-Spezial Am Tisch mit Friedrich Merz wird immer noch hitzig diskutiert. Dort hatte ihn eine Kinderärztin mit messerscharf formulierter Kritik an der Gesundheitspolitik der Bundesregierung konfrontiert, von „menschenverachtenden Maßnahmen“ gesprochen. Der Kanzler wütete gegen die Frau zurück, versuchte, sie vor laufender Kamera niederzumachen. Sie reagierte gelassen. Doch die Szene, überall im Internet verbreitet, hat offenbar ein Nachspiel.

    Abgehoben, kritikunfähig

    Wie Merz der Kinderärztin über den Mund fuhr, unterstreicht einmal mehr, warum er der unbeliebteste Kanzler der deutschen Geschichte ist. Neben seinem politischen Versagen agiert er betont abgehoben und völlig kritikunfähig. Das kam auch in der RTL-Sendung zum Tragen. Statt auf die Frage zu antworten und vielleicht sogar den Mut der Ärztin zu loben, in einem solchen Sendeformat so klar und deutlich aufzutreten, giftete er:

    „Das geht jetzt ein bisschen über das normale Maß der Kritik hinaus. (…) Das ist eine persönliche Herabsetzung, die geht zu weit. (…) Dass wir Probleme haben und dass wir die lösen müssen, einverstanden. Aber das geht zu weit.“

    Die Angemotzte blieb betont ruhig: „Das, was Sie im Gesundheitssystem machen, Herr Merz, geht auch zu weit.“ Anschließend hatte sie berichtet, dass der Kanzler auch weit nach der Sendung noch in Rage gewesen sein. Bei einem Fototermin aller Sendungs-Teilnehmer habe er sie erneut attackiert und davon gesprochen, dass ihr Aussagen in der Sendung „straffällig gewesen“ sein. Sie habe ihm dann ein erneutes Treffen vorgeschlagen, um die Angelegenheit auszudiskutieren: Und er: „Er lachte mich aus.“

    Die Ärztin: „Ich hab dann gesagt: ‚Kommen Sie doch, zeigen Sie Volksnähe. Kommen Sie zu unserer Demo.“ Merz soll mit einem höhnischen Kichern reagiert und einen Satz gesagt haben: „Ganz sicher nicht.“ Gegenüber der Bild kommentierte sie: „Das ist unser Bundeskanzler. Ich lasse das so stehen.“ Ein Fotograf, der Augenzeige dieser Begegnung gewesen ist, bestätigt. „Er war sehr von oben herab, auch dieses Lachen. War nicht schön.“

    Nun hat sich RTL in die Debatte um diesen Merz-Auftritt eingemischt und sich öffentlich von der Kinderärztin distanziert. In einer eigens formulierten Erklärung heißt es, man habe „mit Befremden“ die Äußerungen der Ärztin zur Kenntnis genommen. Die Vorgänge nach der Ausstrahlung des Formats könnten „in keiner Weise bestätigt“ werden.

    Gesundheit statt Sparwahn!

    Die 39-jährige Medizinerin hat für das kommende Wochenende eine Demonstration vor dem Bundestag in Berlin angekündigt. Das Motto lautet: „Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn.“ Ihre Kritik richtet sich in erster Linie gegen das „GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz“, womit die Politik Krankenkassen ab 2027 um rund drei Milliarden Euro jährlich entlasten will. Gespart werden soll vor allem bei ei Ärzten. Ab 2027 fallen bestimmte Vergütungen, beispielsweise für Früherkennungsuntersuchungen, ambulante Operationen und Psychotherapie weg. Darüber hinaus sollen einige Vergütungen für Haus- und Kinderärzte gekürzt und Hygienezuschläge gestrichen werden.

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