Auf der weltgrößten Computerspielmesse in Köln preist man Interaktivität und Demokratie – nur nicht mit der AfD. Der Branchenverband erklärt die Partei für unerwünscht und lässt stattdessen Minister und den Bundespräsidenten quatschen. Wie eng der Meinungskorridor mittlerweile verläuft, zeigt Julia Ruhs in ihrem Buch «Links-grüne Meinungsmacht». Ein absolutes Muss! Hier mehr erfahren. 

    Vertreter der größten Oppositionspartei Deutschlands sind auf der Kölner Gamescom, der weltweit größten Computerspielmesse, nicht erwünscht. «Diejenigen, die demokratische Prinzipien und eine offene Gesellschaft bekämpfen, so wie die AfD es tut, die sind nicht unser Partner und die sind auf einer Gamescom nicht willkommen», so Felix Falk, der Geschäftsführer des Branchenverbandes Game.

    Man trete, so Falk, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und den Rechtsstaat, für Vielfalt und das respektvolle Miteinander unterschiedlicher Perspektiven sowie für eine offene Gesellschaft ein. Die Ironie liegt auf der Hand: Ausgerechnet auf einer Messe, die Interaktivität und das Aushandeln von Entscheidungen preist, wird eine im Bundestag vertretene Oppositionspartei pauschal als Feind der offenen Gesellschaft markiert.

    Falk formulierte es so: Games seien kein Zuschauersport, Demokratie auch nicht. In Filmen und Büchern treffe jemand anderes die Entscheidung, im Spiel sei man es selbst. Das ist zwar nicht falsch, aber warum trifft man dann nicht auch die Entscheidung, mit Personen ins Gespräch zu kommen, mit deren Weltbild man nicht einverstanden ist? Gespräch heißt nicht Zustimmung.

    Keine Gespräche mit der AfD

    Der Verband Game hat nach eigenen Angaben schon seit Jahren kein Gespräch mit der AfD gesucht und deren Politiker auch nicht eingeladen. Der rote Teppich wurde hingegen Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU), EU-Kommissarin Henna Virkkunen, Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgerollt.

    Der Gamescom Congress stellt in diesem Jahr unter den Titeln «Spielfeld Demokratie» und «Der Games-Effekt» den Einfluss von Videospielen und Unterhaltungselektronik auf Demokratiebildung und ihre Rolle als Innovationsmotor für Medizin, Bildung, Industrie und Verwaltung in den Mittelpunkt.

    Steinmeier nannte in seiner Rede digitale Spiele kulturrelevant und damit auch relevant für die Demokratie – «im Guten wie im Schlechten». Zugleich forderte er «klarere Regeln, um Gewaltverherrlichung, die Verbreitung von extremistischen und demokratiefeindlichen Inhalten zu verhindern».

    Umso auffälliger ist, dass ausgerechnet auf einem Kongress über Demokratie und gesellschaftlichen Nutzen eine im Bundestag vertretene Oppositionspartei von vornherein nicht vorgesehen ist. Wer Minister und den Bundespräsidenten empfängt, betreibt eine politisch kuratierte Bühne. Eine offene Gesellschaft muss sich daran messen, ob man den Streit mit dem Gegner noch aushält.

    Wer bestimmt, was wir denken dürfen – und was nicht? In ihrem Buch «Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes» legt Mut-Moderatorin Julia Ruhs schonungslos offen, wie woke Netzwerke Medien, Kultur und Politik dominieren und jede abweichende Meinung diffamieren.  Hier bestellen.

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