Für den SPD-Chef wird die Luft immer dünner. Die Umfragewerte für die Sozis fallen weiter, auf der Beliebtheitsskala ist er kaum noch messbar, und die Wahlen im Osten der Republik kommen immer näher. Jetzt steht sie an, „Die Entscheidung“! So lautet auch die Titelgeschichte der druckfrischen neuen COMPACT-Ausgabe. Hier mehr erfahren.
Nur noch zehn (!) Prozent der Bundesdeutschen halten Lars Klingbeil und Bärbel Bas für die richtige Besetzung an der sozialdemokratischen Parteispitze. Über 50 Prozent halten sie für Fehlbesetzungen. Selbst 47 Prozent der eigenen Genossen sehen die Zeit dieser Doppelspitze abgelaufen. Das geht aus einer aktuellen Yougov-Meinungsumfrage hervor.
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COMPACT unterstützenJetzt spitzt sich die Lage weiter zu. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik könnten die Sozis an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. In Sachsen-Anhalt steht die SPD derzeit knapp über sechs Prozent. Wenn es nicht klappt, schwimmen die Felle davon. Die Bild spekuliert: „Dann wird der Druck so stark, dass Bas und Klingbeil den Weg für eine neue Parteiführung freimachen müssen. Nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin würden sie auf einem Sonderparteitag ihre Parteiämter abgeben.“
Der Kampf vo Antifa-Lars
Es könnte also gut sein, dass Klingbeil ausgerechnet an der Stärke der AfD scheitert. Dabei hatte er sich doch schon frühzeitig dem Kampf gegen Rechte verschrieben. In einer ZDF-Reportage aus dem Jahre 2017 plauderte er: „Ich hab angefangen mit der Politik, weil ich mich gegen Rechts eingesetzt hab und in der Antifa mit aktiv gewesen bin“
Bei den Linksextremisten war er also aktiv. Hat er Rechte mit dem Hammer bearbeitet? Hat er Steine geschmissen? Hat er Polizisten von hinten in den Rücken getreten? Man traut es ihm eigentlich nicht zu. Eigentlich wirkt er manchmal wie im falschen Körper, kommt eher rüber wie ein hilfloses Mobbing-Opfer. Dabei hat er immerhin die Spitze der SPD erklommen und sich somit als intrigenfest erwiesen.
Man glaubt, er sei vielleicht fingerfertig im Häkeln oder Querflötespielen, er ist aber Fan des FC Bayern München und war 14 Jahre lang Gitarrist einer Rockband. In die SPD ist er als 18-Jähriger eingetreten. Nach und nach arbeitete sich der Niedersachse dann zum Vize-Chef der Jusos hoch.
Im Januar 2005 rückte er für den vorzeitig ausgeschiedenen Abgeordneten Jann-Peter Janssen in den Bundestag nach. 2009 schaffte er es erneut in das Hohe Haus, wenn auch nur über die Landesliste. Ende 2017 wurde er auf Vorschlag vom kurz vorher grandios gescheiterten Kanzlerkandidaten Martin Schulz SPD-Generalsekretär – obwohl ohne Gegenkandidaten erhielt er jedoch lediglich 70,6 Prozent der Stimmen.
Wendehals
Dass der 1,96-Meter-Hüne manchem Genossen bis heute nicht geheuer ist, könnte damit zusammenhängen, dass er ein Wendehals ist, der je nach Opportunität sein Fähnchen in den Wind hängt. Zunächst radikaler Juso und Antifant, schloss er sich 2015 dem Seeheimer Kreis an, also dem sogenannten rechten Parteiflügel.
Ähnlich sein Lavieren in der Ostpolitik. Lange galt er als russlandfreundlich, was vermutlich seiner früheren Nähe zu Putin-Freund Gerhard Schröder geschuldet ist. Schon als Student hat er für den damaligen Kanzler gearbeitet. Der wiederum unterstützte seinen treuen Adlatus später massiv, besonders im Wahlkampf 2017.
Parteiintern bis heute kritisch beäugt wird darüber hinaus seine Verbindung zum einstigen Bundestagsabgeordneten Heino Wiese, einem klassischen Strippenzieher, der über Jahre als Putin-Versteher galt und auch wiederholt mit dem russischen Präsidenten zusammengetroffen ist. Klingbeil hatte zwischen 2001 und 2003 im Wahlkreisbüro dieses SPD-Haudegens gearbeitet und zählte später selbst zum Verein Deutschland-Russland – Die neue Generation, ein Netzwerk für junge Führungskräfte aus beiden Ländern, das bis etwa 2017 aktiv war.

Was die Parteilinken früher nervte: Obwohl Kriegsdienstverweigerer, hat Klingbeil immer wieder Sympathien für die Bundeswehr aufblitzen lassen – vielleicht aufgrund der Prägung durch seinen Vater, der Berufssoldat war. So setzte er sich mehrfach für die Anhebung des Wehretats ein und gehörte zeitweise den Präsidien der Lobbyvereine Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik und Förderkreis Deutsches Heer an. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 vergaß Klingbeil ganz schnell seine entspannungspolitische Seite.
Trotz magerer Beliebtheitswerte ging es für den umtriebigen Lars immer weiter nach oben auf der politischen Karriereleiter. Im Dezember 2021 wurde er als Nachfolger von Walter-Borjans an der Seite von Saskia Eskens Parteivorsitzender. Bei der Kür zum Fraktionschef im Bundestag Ende Februar 2025 schwächelte er erneut: Er erhielt zwar 85,6 Prozent – aber das war deutlich schlechter als bei seinem Vorgänger Rolf Mützenich in den Vorjahren.
1978 in Soltau vor den Toren Hamburgs zur Welt gekommen, wuchs Lars Klingbeil im niedersächsischen Städtchen Munster auf, Heimat des Deutschen Panzermuseums. Vater war Berufssoldat, Mutter Einzelhandelskauffrau, Schwester nach seinen Angaben Polizistin. Nach dem Abitur 1998 entschied er sich für den Zivildienst und studierte anschließend in Hannover Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte. Von 2001 bis 2004 war er Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Lars Klingbeil selbst berät den Verein Liquid Democracy, der vorgibt, demokratische Prozesse auch im digitalen Bereich fördern zu wollen. Das reicht offenbar aus, um Zugriff auf staatliche Fördertöpfe zu erhalten. In diesem Fall sind mehrere Zahlungen dokumentiert. Von Januar 2020 bis Januar 2025 flossen 654.980,08 Euro Steuergelde
Die Luft für Klingbeil wird immer dünner. Die Umfragewerte für die SPD fallen weiter, auf der Beliebtheitsskala ist er kaum noch messbar, und die Wahlen im Osten der Republik kommen immer näher. Jetzt steht die an, „Die Entscheidung“! So lautet auch die Titelgeschichte der druckfrischen neuen COMPACT-Ausgabe. Hier bestellen.





