Diakonie-Säuberung: Nach 15 Jahren wurde eine 60-Jährige fristlos gefeuert, weil sie für die AfD kandidiert. Demokratie ade! Zeit, hellhörig zu werden. Sichern Sie sich jetzt zur aktuellen Lage das Buch des Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt mit dem Titel «Deutschlands blaues Wunder». Gerade jetzt höchst aufschlussreich! Hier mehr erfahren.
Die diakonische Einrichtung Mission:Lebenshaus gGmbH in Jever im Landkreis Friesland in Niedersachsen hat ihre langjährige Mitarbeiterin Martina Müller fristlos gekündigt. Der Grund ist bizarr: Die 60-jährige kandidiert bei der Kommunalwahl in Niedersachsen für die AfD.
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COMPACT unterstützenIn einer Stellungnahme der Einrichtung hieß es hierzu:
«Nach unserer Auffassung steht die aktive Kandidatur für eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Organisation in einem schwerwiegenden Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und dem Auftrag von Kirche und Diakonie. Dabei geht es ausdrücklich nicht um parteipolitische Erwägungen. Entscheidend ist für uns die Frage, ob öffentliches Handeln mit den Loyalitätsanforderungen vereinbar ist, die für Mitarbeitende in kirchlich-diakonischen Einrichtungen gelten.»
Gesinnungsschnüffelei
Das Unternehmen erklärte, in seinen Einrichtungen könnten Menschen in vulnerablen Lebenslagen darauf vertrauen, dass man ihnen mit Achtung und Empathie begegne und unabhängig von Herkunft, Nationalität, Religion, Weltanschauung, sozialem Status oder persönlicher Lebenssituation für ihre Würde und ihre Rechte eintrete. Dieses Vertrauen zu schützen, gehöre zum Selbstverständnis als Teil der Diakonie. Dies soll offenbar nur mit Ausgrenzung von Andersdenkenden möglich sein.
Wer AfD wählt oder für sie kandidiert, soll keine sterbenden Menschen mehr begleiten dürfen? Die gleiche Diakonie, die sich sonst gerne als Hort der Toleranz und Vielfalt inszeniert, praktiziert hier blanke Gesinnungsschnüffelei.
Martina Müller fühlt sich zu Unrecht behandelt und das ist durchaus nachvollziehbar. In einem gemeinsamen Video mit AfD-Politiker Martin Sichert setzte sie sich zur Wehr.
Sie habe stets Berufliches und Privates getrennt, sich nichts zuschulden kommen lassen und Werte wie Menschlichkeit und Respekt gelebt. Eine Abmahnung forderte sie auf, ihre Kandidaturen zurückzuziehen. Als sie das ablehnte, kam die fristlose Kündigung. „Eine Kündigung – nur, weil ich kandidiere“, bringt sie es auf den Punkt. Sie bereitet eine Kündigungsschutzklage vor und will alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.
Martin Sichert befand, es sei Wahnsinn, wo man inzwischen in Deutschland angekommen sei, dass Arbeitgeber versuchten, Arbeitnehmer zu nötigen, nicht an demokratischen Wahlen teilzunehmen. So weit dürfe man es nicht kommen lassen.
Schon 2024 erklärte Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch: «Wer sich für die AfD einsetzt, muss gehen.» Lebenshaus gGmbH als Tochter des Bremer Vereins für Innere Mission und Betreiber von sechs Hospizen, setzt diese Linie jetzt konsequent um – mit existenzvernichtender Härte gegen eine langjährige, unbescholtene Mitarbeiterin.
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