Der von den USA und Israel attackierte Iran hat mit Vergeltungsschlägen empfindliche Schäden an US-Militäreinrichtungen angerichtet. Eine grundlegende Bilanz findet sich auch im aktuellen COMPACT-Magazin unter der Überschrift „Der Papiertiger“. Lohnt! Hier mehr erfahren.
Die Gesamtschäden an US-Militäreinrichtungen und -ausrüstung im Nahen Osten infolge iranischer Vergeltungsangriffe haben bereits 13 Milliarden US-Dollar überschritten, berichtet jetzt das Wall Street Journal unter Berufung auf eigene Berechnungen.
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COMPACT unterstützenDie Zeitung merkt an, dass die Islamische Republik seit Beginn der amerikanisch-israelischen Militäroperation gegen den Iran am 28. Februar über 2.000 Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele im Nahen Osten geflogen hat. Mindestens 20 US-amerikanische Militäreinrichtungen in acht Ländern wurden beschädigt. Darüber hinaus haben die iranischen Streitkräfte etwa 42 amerikanische Flugzeuge, hauptsächlich große Drohnen, aber auch Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe beschädigt oder zerstört.
Gegen jedes Völkerrecht
Die USA und Israel begannen am 28. Februar den Krieg gegen den Iran. Im Juni unterzeichneten Washington und Teheran eine Absichtserklärung, die einen sofortigen Stopp der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich des Libanon, forderte. In der Nacht zum 8. Juli nahmen die USA wieder jedoch großangelegte Luftangriffe gegen den Iran auf und warfen ihm vor, gegen die Bestimmungen des Abkommens über die Straße von Hormus verstoßen zu haben.
Sechs Wochen lang, zwischen Ende Februar und Mitte April 2026, lieferten sich die Vereinigten Staaten und Israel also einen Schlagabtausch mit dem Iran, den sie gegen jedes Völkerrecht und inmitten laufender Verhandlungen vom Zaun gebrochen hatten. Seither schweigen die Waffen mehr oder weniger. US-Medien nutzten die Zeit, um die bei den iranischen Vergeltungsschlägen entstandenen Verluste zu recherchieren.
Wochenlang weigerte sich das Pentagon, eine transparente Bilanz der eigenen Verluste vorzulegen. Brisante Informationen kamen schließlich vom Kongress: der Congressional Research Service (CRS), vergleichbar etwa dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages, wertete Erklärungen des Hegseth-Ministeriums, des Zentralkommandos Centcom sowie Medienberichte aus und legte Ende Mai ein Ergebnis vor, das viele überraschte.
Demnach wurden 13 amerikanische Soldaten getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Schon das ist deutlich mehr als die US-Streitkräfte bei ihren letzten Militäroperationen, etwa in Venezuela oder bei den Luftschlägen gegen die iranischen Atomanlagen im Juni 2025 einstecken mussten – bei beiden Missionen gab es praktisch keine eigenen Verluste.
Heftige Verluste
Doch diesmal krachte es gewaltig: nicht weniger als 42 Militärflugzeuge gingen laut den CRS-Recherchen verloren oder wurden schwer beschädigt: vier F-15E Strike Eagle, eine F-35A Lightning II, eine A-10 Thunderbolt II, sieben KC-135 Stratotanker, ein E-3 Sentry-Aufklärungsflugzeug, zwei MC-130J Commando II, ein HH-60W-Rettungshubschrauber sowie 24 (!) MQ-9-Reaper-Drohnen und eine MQ-4C-Triton-Aufklärungsdrohne.
Allein die Triton-Drohne, deren Absturz die US-Marine im April offiziell bestätigte, schlägt mit rund 240 Millionen Dollar zu Buche. Drei der vier F-15 wurden über Kuwait – angeblich! – durch Friendly Fire abgeschossen, eine weitere über iranischem Gebiet. Beim Absturz einer KC-135 über dem Irak, die dort wohl von pro-iranischen Milizen abgeschossen wurde, kamen alle sechs Besatzungsmitglieder ums Leben. Ein Drohnenangriff auf den Hafen Shuaiba in Kuwait hatte zuvor bereits sechs Reservisten das Leben gekostet und mehr als zwanzig weitere verwundet.
Die Drohnenverluste dürften inzwischen noch höher liegen, als der CRS-Bericht nahelegt. Nach Angaben des Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg, der sich auf eine anonyme Quelle beruft, hat der Iran „seit Beginn des Krieges Ende Februar mehr als zwei Dutzend MQ-9 Reaper-Drohnen der US-Streitkräfte zerstört“.
Insgesamt soll die amerikanische Reaper-Flotte damit um bis zu 30 der leistungsfähigen und extrem teuren Hightech-Waffen geschrumpft sein – nahezu ein Fünftel des Vorkriegsbestandes im Wert von knapp einer Milliarde Dollar. Die verbliebene Flotte umfasst nach Angaben des stellvertretenden Pentagon-Planungschefs, General David Tabor, nur noch rund 135 Maschinen – deutlich weniger als der langjährige Mindestbestand von 189 Stück. Hinzu kommt: Hersteller General Atomics hat die Produktion mittlerweile eingestellt.
Nach oben korrigiert
Und die Kosten des amerikanischen Iran-Abenteuers wachsen immer weiter. Sprach Pentagon-Rechnungsprüfer Jules W. Hurst III. im April noch von 25 Milliarden Dollar Gesamtkosten, musste er die Summe schon am 12. Mai auf 29 Milliarden nach oben korrigieren. Mit internen Bewertungen vertraute Regierungsvertreter bezifferten die tatsächlichen Kosten gegenüber CBS News sogar auf annähernd 50 Milliarden Dollar. Und die Harvard-Ökonomin Linda Bilmes schätzte allein die direkten Militärausgaben der ersten 40 Kriegstage auf rund zwei Milliarden Dollar täglich – das wären also nicht 29 und auch nicht 50, sondern 80 Milliarden US-Dollar. Die Verluste noch gar nicht eingerechnet.
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