Am 10. und 11. August 1936 errangen deutsche Turner bei den Olympischen Spielen in Berlin ihren größten Erfolg aller Zeiten bis heute. Durch ihre Leistungen verschafften sie der Disziplin neues internationales Renommee. Über die Spiele wie auch über andere Ereignisse unserer historische ist ein total schiefes Bild entstanden, das wir in unserer Sonderausgabe «Geschichtslügen gegen Deutschland» richtigstellen. Hier mehr erfahren.

    Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin begeistern die ganze Welt. Insbesondere die Eröffnungsfeier am 1. August übertraf alles bisher Dagewesene. Trompetengeschmetter, ein bunter Festzug, 3.000 Sänger und ein großes Orchester unter Stabführung von Richard Strauß faszinierten insbesondere die zahlreichen ausländischen Ehrengäste im Stadion. Unzählige weiße Tauben stiegen als Zeichen des Friedens empor. Die riesige Olympische Glocke mit der Aufschrift «Ich rufe die Jugend der Welt» läutete die Spiele ein, während über Berlin das Luftschiff «Hindenburg» mit olympischer Flagge kreiste.

    Organisatorische und sportliche Höchstleistungen

    Noch nie wurden Olympische Spiele bis dato aufwendiger präsentiert. Spektakuläre neue Wettkampfstätten waren zu bestaunen, das großzügig eingerichtete Olympische Dorf in Döberitz ließ die ausländischen Athleten ins Schwärmen geraten. Die Berliner erwiesen sich als hervorragende Gastgeber: Festlich, heiter, begeisterungsfähig und aufgeschlossen. Ein abwechslungsreiches Kulturprogramm und die touristische Rundumbetreuung rundeten den damals weltweit gerühmten Gesamteindruck ab.


    Eine «Olympia-Zeitung» erschien für die Dauer der Spiele. Der Rundfunk übertrug in 41 Länder. Das Fernsehen brachte die ersten Live-Übertragungen der Welt. Und Leni Riefenstahl setzte ihrem weltberühmten, zweiteiligen Olympia-Film neue Maßstäbe auf dem Gebiet der modernen Sportdokumentation.

    Da blieben sportliche Höchstleistungen nicht aus: In der Liste der erfolgreichsten Teilnehmer von Olympia 1936 in Berlin rangieren gleich hinter dem unvergessenen Jesse Owens (vier Goldmedaillen) die beiden deutschen Turner Konrad Frey (dreimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) und Alfred Schwarzmann (drei Gold- und zwei Bronzemedaillen). Die fabelhaften Leistungen beider Sportler zählten zu den Höhepunkten der eindrucksvollen Spiele.

    Goldregen für die Deutschen

    Die große Stunde der deutschen Turner schlug am 10. und 11. August: Nie zuvor waren zu einem olympischen Turnwettbewerb 100.000 Zuschauer gekommen, wie an diesen Tagen auf der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne. Und 40 Jahre hat es gedauert, bis die Deutschen in dieser Disziplin ihren Erfolg bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen wiederholen konnten. Sie gewannen in Berlin die Mannschaftswertung im Zwölfkampf nach zahlreichen dramatischen Augenblicken und vielen strittigen Entscheidungen der Punktrichter vor der favorisierten Schweiz und den Finnen.

    Olympia 1936: Jesse Owens läuft allen davon

    Die Vorentscheidung um Gold fiel im Pferdesprung (Pflicht) zwischen dem Deutschen Schwarzmann und dem Schweizer Eugen Mack. Schwarzmann setzte sich nach vorbildlicher Leistung trotz eines unverständlichen Punkteabzugs gegen den ebenbürtigen Gegner durch. Der Jubel kannte keine Grenzen.

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    In den Kürübungen ließen sich die deutschen Turner, allen voran Frey und Schwarzmann, den Vorsprung nicht mehr nehmen. Mit Letztgenanntem, Sieger in der Einzelwertung des Zwölfkampfes und im Pferdesprung, Dritter am Barren, Zweiter am Reck, Dritter im Zwölfkampf und im Bodenturnen, stellten die Deutschen den erfolgreichsten Teilnehmer. Bei den Damen gewannen die Deutschen ihren ersten internationalen Wettbewerb überhaupt. Sie erreichten im Achtkampf Gold vor der Tschechoslowakei.

    Renaissance des Turnsports

    Gold für Deutschland, Gold auch für Berlin: Die Spiele von 1936 sorgten nicht nur für eine Wiedergeburt nicht nur des deutschen Turnsportes. Nach komplizierten und langweiligen Wettkämpfen bei anderen internationalen Turnieren der vorherigen Jahre hatten sogenannte Experten schon das Ende des Turnen als olympische Disziplin vorausgesagt.

    Ein wunderbares Publikum, eine perfekte Organisation und natürlich großartige sportliche Leistungen hauchten der Disziplin neues Leben ein. Übrigens: So erfolgreich wie 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin waren deutsche Turner bis heute nicht mehr.

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