Ausgerechnet die auch von der Merz-Regierung vertretene Klima-Ideologie liefert gute Argumente für eine Renaissance der Kernenergie. Ohne Atomkraft werden die Kosten explodieren, besagt eine neue Expertise. Das hört die Wind- und Solar-Lobby gar nicht gerne. Im COMPACT-Comic «Uli rettet Deutschland» lesen Sie auf unterhaltsame Weise, warum nur die AfD zu vernunftorientierter Politik zurückkehren wird. Hier mehr erfahren.
Die Merz-Regierung macht keinerlei Abstriche von der fragwürdigen Klima-Ideologie. Erst kürzlich versicherte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, dass sowohl am Ziel der Klimaneutralität bis 2045 als auch am Ausbau der Erneuerbaren festhalte. Vor dem Hintergrund dieser Aussagen sorgt eine neue Studie für Ärger bei der Windkraft- und Solar-Lobby.
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COMPACT unterstützenDie Ulmer Denkfabrik Global Energy Solutions kommt darin zu einem eindeutigen Ergebnis: Strom allein aus Sonne und Wind würde den Strom in Deutschland mittelfristig unbezahlbar machen. Für eine sichere, günstige und «klimaneutrale» Energieversorgung ist Atomkraft unerlässlich. Zugleich hinterfragt die Untersuchung das Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), den Ökostromanteil am Bruttostromverbrauch in vier Jahren, also bis 2030, auf mindestens 80 Prozent zu erhöhen. Momentan sind es 58 Prozent.
Unbezahlbare Pläne der Regierung
Die Autoren der Studie mit dem Titel «Der klimaneutrale Strommix der Zukunft» stellt verschiedene Szenarien bis 2045 dar. Dabei rechnen die Experten von Global Energy Solutions nicht nur mit den Kosten für Bau, Betrieb, Wartung und Brennstoffe, die bei Windkraft- und Solaranlagen inzwischen niedriger als noch vor ein paar Jahren liegen. Sie kalkulieren auch die systemischen Gesamtkosten mit ein, etwa für Netzausbau, Abregelung überschüssigen Ökostroms, Import und die nötigen Reservekraftwerke, um die Grundlast aufrechtzuerhalten. Als Vergleichsgröße dient das Jahr 2022 mit Kosten von 141 Euro je Megawattstunde.
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Die Experten gehen in ihrer Untersuchung von einem stark gestiegenen Jahresbedarf von 950 Terawattstunden in einer stark elektrifizierten Wirtschaft aus. Momentan liegt die Zahl bei 530 Terawattstunden. Bei 100 Prozent Solar- und Windkraft mit fast 790 Gigawatt installierter Leistung (heute rund 220) steigen die Systemkosten den Forschern von Global Energy Solutions auf 321 Euro je Megawattstunde. Das ist mehr als das Doppelte des Referenzjahres 2022 und für viele Bürger schlichtweg unbezahlbar.
Allein schon bei 80 Prozent Erneuerbaren, also dem von Reiche vertretenen Ziel des EEG bis 2030, liegen die Kosten je nach Absicherung durch Reservekraftwerke zwischen 197 und 212 Euro. Großbatterien würden nur wenige Stunden helfen, denn als Langzeitspeicher taugten sie nicht. Sogenannte Erdgas-Peaker oder wasserstofffähige Anlagen würden die die Kosten weiter nach oben treiben.
Die zentrale Aussage der Studie: Eine starke Steigerung des Ökostrom-Anteils erhöhe die Systemkosten erheblich. Denn viel installierte Leistung bedeute nicht automatisch billigeren Strom: In Dunkelflauten müssten trotzdem andere Träger einspringen, hingegen erzwinge zu hohe Produktion teure Abregelungen. Die Netzausbau- und Importkosten wüchsen stark. Wenn Versorgungssicherheit und Klimaneutralität zugleich gewährleistet werden sollen, komme man der Kernkraft nicht vorbei.
Die kostengünstigste Alternative
Deren Optimaleinsatz beschreibt das «Kostenminimum-Szenario», das vor allem auf den Geldbeutel der Verbraucher Rücksicht nimmt. Demnach genügen 90 Gigawatt Grünstrom und 20 Gigawatt Energie aus Gaskraftwerken. Den Rest liefern grundlastfähige Kernkraftwerke mit 98 Gigawatt. Die Systemkosten sänken auf 125 Euro je Megawattstunde, zehn Prozent unter dem Niveau von 2022. Ein nicht unerheblicher Nebeneffekt: Deutschland würde wieder zum Nettoexporteur von Strom werden, könnte also wieder an der Stromproduktion verdienen.
Werden Merz, Reiche & Co. dies bei ihren Plänen berücksichtigen? «Kritiker halten den Vorschlag [der Experten von Global Energy Solutions] allerdings für unrealistisch, selbst wenn sich der Atomausstieg rechtlich zurückdrehen ließe. Kernkraftwerke seien viel zu teuer, die Technik sei riskant und kaum zu versichern, der gesellschaftliche Konsens fehle. Für die Endlagerung gebe es keine Lösung, die Uranbeschaffung führe zu neuen Abhängigkeiten», nörgelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Eine Rückkehr zur Atomkraft ist deswegen nur unter Federführung der AfD zu erwarten. Die hat dies als ausdrückliches Ziel im Programm.
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