Das Tagebuch des US-Drosten liegt vor. Es gibt diverse Ungereimtheiten und skandalöse Vorgänge, die jetzt aufgeklärt werden könnten. Aber Medien zeigen sich noch immer ohne Interesse. In den USA ist der Druck auf Anthony Fauci insgesamt zwar groß, doch bislang reicht es nicht. Unsere Anklageschrift liegt bereit. Wie liefern unser Paket „Das Impftribunal“ mit entlarvenden Fakten zu den Corona-Verbrechen. Hier mehr erfahren.

    Anthony Fauci galt während der Corona-Show als das wissenschaftliche Gesicht der US-Regierung unter Joe Biden. Kaum ein anderer Berater prägte die amerikanische Gesundheitspolitik so stark wie der langjährige Leiter des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID).

    Doch inzwischen ist der Immunologe gefühlt überführt. Seine Tagebuchaufzeichnungen, Untersuchungen des US-Senats und die anhaltende Debatte über den Ursprung von SARS-CoV-2 nähren den Vorwurf, dass zwischen Faucis internen Einschätzungen und seinen öffentlichen Aussagen erhebliche Unterschiede bestanden haben.

    Bewusste Täuschung

    Hintergrund der jetzigen Vorladung ist, dass der republikanische Senator Rand Paul, Sohn des einstigen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul, derzeit vorrangig darauf drängt, den Ursprung des Coronavirus zu ermitteln, um so die Verlogenheit der damals Verantwortlichen aufzudecken. Schon im vergangenen Jahr ließ er in diesem Zusammenhang Personen aus 14 US-Behörden vorladen. Mit Fauci erschien nun eine der prominentesten Figuren vor dem Ausschuss. Paul ist davon überzeugt, dass Fauci mit seinen Aussagen zum Ursprung des Virus bewusst täuschen wollte.

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    Schon Ende Januar 2020 schrieb Anthony Fauci in seinen Notizen, dass der Markt in Wuhan wahrscheinlich nicht der Ort war, an dem das Virus entstanden ist. Nach den damaligen Erkenntnissen war der Markt vielmehr ein Ort, an dem sich das Virus besonders schnell verbreitete.

    Propaganda trotz Zweifeln

    Seine Aufzeichnungen zeigen außerdem, dass er hinter den Kulissen mit führenden Virologen sprach. Diese Wissenschaftler diskutierten damals ausdrücklich auch die Möglichkeit, dass das Virus aus einem Labor stammen könnte. Dabei ging es immer wieder auch um die Furinspaltstelle, also um ein genetisches Merkmal des Virus, das seine Ansteckungsfähigkeit erhöht. Anfang Februar 2020 äußerten mehrere Wissenschaftler intern Zweifel, ob dieses Merkmal allein durch natürliche Entwicklung entstanden sein könnte. Sie besprachen damals ausdrücklich die Möglichkeit, dass ein Laborunfall eine Rolle gespielt haben könnte.

    Wenige Wochen später erschien dann aber der viel beachtete Fachartikel „The Proximal Origin of SARS-CoV-2“. Darin wurde ein Laborursprung quasi ausgeschlossen. Zu den Autoren gehörten mehrere Wissenschaftler, die zuvor an den internen Diskussionen beteiligt gewesen waren. Fauci und der damalige NIH-Direktor Francis Collins hatten Entwürfe des Artikels erhalten und seine Veröffentlichung ausdrücklich und trotz aller Zweifel begrüßt.

    Auch bei anderen Themen werfen die Dokumente Fragen auf. So zeigen sie, welchen Einfluss Fauci auf politische Entscheidungen zu Schulschließungen, Lockdowns, Maskenempfehlungen und später auch auf Impf- und Boosterstrategien ausübte. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass er mehrfach unmittelbar auf Entscheidungen der Gesundheitsbehörde CDC einwirkte und deren Leitung zu Kursänderungen bewegte. Diese Machtfülle ging weit über eine rein wissenschaftliche Beratung hinaus.

    Ebenso wird diskutiert, ob Fauci die Gefährlichkeit des Virus inssgesamt öffentlich anders darstellte als intern bewertet. Während er Anfang Februar 2020 intern eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate notierte, warnte er wenige Wochen später vor dem Kongress vor einem wesentlich gefährlicheren Erreger.

    Hinzu kommt die seit Jahren kontrovers diskutierte Finanzierung der EcoHealth Alliance. Die Organisation erhielt über viele Jahre Fördergelder, unter anderem vom NIAID. Im Zusammenhang mit Forschungsprojekten am Wuhan Institute of Virology geriet deshalb die Frage in den Mittelpunkt, ob US-Steuergelder indirekt Arbeiten unterstützt haben könnten, die für einen möglichen Laborunfall relevant gewesen wären.

    Rolle von Medien

    Es sind nicht nur Anthony Faucis veröffentlichte Tagebücher, die derzeit Fragen aufwerfen. Es ist auch die Reaktion großer Medien, die einmal mehr zeigt, wie hartnäckig sich ein wesentlicher Teil des Journalismus gegen echte Corona-Aufarbeitung sträubt.

    Ignoranz war in diesem Zusammenhang jetzt beispielsweise beim Deutschlandfunk festzustellen. Anstatt die Dokumente zu beleuchten, Aussagen mit den Tagebucheinträgen abzugleichen und offene Fragen zu stellen, konzentriert sich der Sender in seiner Betrachtung auf die politische Herkunft der Fauci-Kritik. Nicht die Widersprüche stehen im Mittelpunkt, sondern die angeblich „rechten“ Kritiker. Nicht die Dokumente sind das Thema, sondern diejenigen, die sie veröffentlicht haben.

    Dieses Muster ist inzwischen vertraut. Sobald unbequeme Informationen auftauchen, werden erst einmal die Überbringer der Nachricht problematisiert. Das ersetzt zwar keine Recherche, erspart aber die Auseinandersetzung mit den eigentlichen Inhalten. Dabei liefern Faucis eigene Aufzeichnungen durchaus Stoff für kritische Nachfragen.

    Jahrelang erklärte Fauci öffentlich, er habe keine Lockdowns empfohlen. Seine Notizen aus dem März 2020 zeichnen jedoch ein anderes Bild. Dort beschreibt er Gespräche mit New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, in denen er Schulschließungen sowie die Schließung von Bars und Restaurants befürwortete.

    Pappfigur von Anthony Fauci in einem Impfzentrum in San Francisco. Foto: David A. Litman I Shutterstock.com

    Besonders bemerkenswert sind interne Diskussionen über die Kommunikation zur Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe. Nach den veröffentlichten Unterlagen spielten offenbar nicht ausschließlich wissenschaftliche Erwägungen eine Rolle. Auch politische Auswirkungen auf Booster-Kampagnen und Impfpflichten wurden berücksichtigt. Sollte staatliche Kommunikation tatsächlich strategisch an politischen Zielen ausgerichtet worden sein, wäre das ein Vorgang von erheblicher Tragweite. Genau darüber müsste diskutiert werden.

    Die alten Narrative…

    Stattdessen recycelt der Deutschlandfunk Begriffe aus dem Jahr 2020. Wieder ist von „Narrativen“, „rechten Medien“ und „Verschwörungstheorien“ die Rede. Es ist dieselbe Sprache, mit der während der dunklen Jahre all jene diskreditiert wurden, die unbequeme Fragen stellten. Dass sich inzwischen zahlreiche damalige Gewissheiten relativiert haben – vom Laborursprung über die Schutzwirkung gegen Übertragung bis hin zur Wirksamkeit vieler Maßnahmen –, scheint diese Routinen kaum verändert zu haben.

    Es geht also auch um einen Journalismus, der sich in der Corona-Zeit viel zu oft als Verteidiger staatlicher Kommunikation verstand, statt sie kritisch zu hinterfragen. Wer damals nahezu jede Regierungsposition als „wissenschaftlich alternativlos“ präsentierte, steht heute vor der unangenehmen Aufgabe, eigene Fehlurteile einzugestehen. Vielen Redaktionen scheint das schwerzufallen. Also wird weiter geframt.

    Dabei lebt Wissenschaft gerade vom Zweifel. Journalismus ebenso. Corona hat gezeigt, wie gefährlich es ist, politische Entscheidungen hinter dem Etikett der „alternativlosen Wissenschaft“ zu verstecken. Ebenso gefährlich ist ein Mediensystem, das diesen Prozess nicht aufarbeitet, sondern verteidigt. Anthony Fauci muss sich kritischen Fragen stellen. Medien auch. Am Ende müssen Handschellen klicken.

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