Katharina die Große eroberte die Krim und wurde zur russischen Patriotin. COMPACT würdigte sie am 20. Juni mit einer großen Festveranstaltung. Wir ehren sie zudem mit einer prunkvollen Silbermedaille, die sie hier bestellen können.
Katharina die Große verbindet die deutsche und die russischen Geschichte wie kaum eine andere historische Persönlichkeit. Friedrich der Große höchstpersönlich arrangierte ihre Heirat am Hof von St. Petersburg. Für Russland war sie von herausragender Bedeutung: Unter ihrer Herrschaft wurden die Krim und sämtliche Schwarzmeer-Gebiete erobert – exakt die Regionen, die Selenski und die NATO Moskau heute militärisch streitig machen.
Zu ihrem Andenken haben wir am 20. Juni auf dem Rittergut in Stößen eine großartige Festveranstaltung mit Sektempfang, Filmpremiere des COMPACT-Animationsfilms «Katharina die Große» und einer Vorstellung der Katharina-Geschichtsausgabe. Auch Dr. Ilja Roschkow, Pressesprecher der russischen Botschaft, war anwesend und hielt eine Rede:
Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst möchte ich das Interesse der deutschen Öffentlichkeit an der Person Katharina II. begrüßen und der Redaktion der Zeitschrift „Compact“ für die Organisation dieser für unser gemeinsames historisches Gedächtnis so wichtigen Veranstaltung danken.
Zuallererst ein Zitat: „Die russische Nation ist eine besondere Nation auf der Welt, die sich durch Einsicht, Intelligenz und Stärke auszeichnet“. Das hat einmal eine Deutsche auf dem russischen Thron gesagt, nämlich Katharina II.Katharina II., geborene Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg, erblickte das Licht der Welt am 2. Mai 1729 in der preußischen Stadt Stettin.
1743 wurde sie von der russischen Zarin Elisabeth als Braut für deren Nachfolger Peter gewählt. Die 15-jährige Sophie kam im Russischen Reich 1744 an. Sofort nach der Ankunft beschäftigte sie sich intensiv mit der russischen Sprache und der Geschichte Russlands. Außerdem studierte sie die orthodoxe Lehre, weil sie danach strebte, Russland tief zu verstehen, das für sie zur neuen Heimat wurde. Natürlich half das Sophie, das Vertrauen des russischen Volkes zu gewinnen. Sommer 1744 entschloss sie sich, zum orthodoxen Glauben überzutreten. Dabei nahm Sophie den Namen Katharina an. Bald verlobten sich Katharina und Peter, und nach der Hochzeit vertiefte sich Großfürstin Katharina in die Selbstbildung. Sie befasste sich gerne mit Philosophie, Geschichte, Rechtswissenschaft und wurde von den Schriften von Voltaire, Montesquieu und Diderot begeistert.
Nachdem Zarin Elisabeth im Januar 1762 gestorben war, wurde der Ehemann Katharinas als Peter III. gekrönt. Er saß aber nicht lange auf dem Thron – Katharina wurde schon im Oktober 1762 zur Kaiserin Russlands. Ihre Herrschaft gilt als eine „glänzende Epoche” oder eine „goldene Ära”.
Wenn wir über Katharina die Große sprechen, darf man nicht vergessen: Ihre historische Bedeutung hängt nicht nur mit militärischen Siegen zusammen, sondern auch mit weitreichenden staatlichen Reformen. Katharina II. ging als Reform-Kaiserin in die Geschichte ein. Ihr Ziel war es, die Verwaltung des riesigen Landes effizienter zu gestalten. Auf diese Besonderheit wies auch der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Wladimirowitsch Putin, hin, der die Kaiserin sogar als die effizienteste Herrscherin Russlands bezeichnete.
Die Politik Katharinas wird häufig mit dem historischen Begriff „aufgeklärter Absolutismus“ beschrieben – als Versuch, die Ideen der europäischen Aufklärung mit der russischen Staatstradition zu verbinden.
Dabei ist die innere Einstellung Katharinas hervorzuheben, die zwar Deutsche war, aber in jeder Hinsicht ihre Frömmigkeit, ihr orthodoxes Bekenntnis und ganz allgemein ihre Russischkeit betonte – und dies sowohl vor ihrer Machtübernahme als auch danach bis zu ihrem Tod gerne tat. Sie sprach bewusst kein Deutsch, drückte sich mündlich und schriftlich hervorragend auf Russisch aus, liebte Volksspiele und investierte Geld in die Sammlung von Denkmälern der russischen Geschichte und Folklore. Mit den Worten des russischen Dichters Alexander Sumarokow: „Peter gab uns das Dasein, Katharina – die Seele.“
Als Kaiserin war Katharina II. sehr aktiv und setzte die Politik Peters des Großen fort. Dabei erwies sich die Kaiserin als weitsichtige und kluge Monarchin. Obwohl Katharina II. viele europäische Methoden schätzte, war sie der Meinung, dass diese Methoden gründlich an die russischen Realitäten angepasst werden müssten, denn sie verstand Russland und alle russischen Besonderheiten.
Sie führte eine umfassende Verwaltungsreform durch, deren Prinzipien bis 1929 beibehalten wurden, und gründete viele neue Städte, darunter Sewastopol, Odessa, Cherson und Krasnodar. Die russischen Großstädte wurden modernisiert. Katharina die Große leitete auch eine Justizreform ein und ordnete die russischen Gesetze. Die Wirtschaft wurde stark liberalisiert. Die Russische Akademie der Wissenschaften genoss bei den Europäern hohes Ansehen. Das russische Bildungssystem entwickelte sich dynamisch, die Bildungsmöglichkeiten für Frauen wurden deutlich verbesserts. Außerdem ordnete Katharina II. den Ausbau der Waisen- und Witwenfürsorge an.
Katharina II. war eine leidenschaftliche Kunstfreundin. Unter anderem bewunderte sie die Werke von den Autoren der Aufklärung. Die Kaiserin selbst war eine vielseitige und fruchtbare Schriftstellerin. Neben Opern, Dramen und Komödien schuf sie auch ein Märchenbuch für ihre beliebten Enkelkinder. Außerdem unterstützte sie die weitere Entwicklung von Theaterkunst, Verlagswesen und Journalismus.
Das Museum Eremitage wurde auch unter Katharina der Großen gegründet. Als 1764 eine Gemäldesammlung auf Anweisung der Kaiserin in Berlin gekauft wurde, bildete sie den Grundstein für die Eremitage.
Das berühmte „Einladungsmanifest“ der Kaiserin Katharina II. vom 22. Juli 1763 leitete die massenhafte Einwanderung von ausländischen Siedlern ins Russische Reich ein. Die deutschstämmige Kaiserin ermutigte sie aktiv zur Ansiedlung, damit die dünn besiedelten Steppengebiete bewohnt und kultiviert werden. Das Manifest sicherte ausländischen Siedlern zahlreiche Rechte zu und versprach vielerlei Vergünstigungen. Bereits im 18. Jahrhundert, insbesondere aber im 19. Jahrhundert entstanden blühende deutsche Kolonien im Russischen Reich, deren Bewohner es dank ihres Fleißes zu einem beachtlichen Wohlstand brachten. Bald wurden die Russlanddeutschen zu einem der zahlreichsten Volksgruppen des multinationalen Russlands und spielten eine große Rolle in der Geschichte des Landes.
Auch die russische Außenpolitik war unter Katharina der Großen besonders erfolgreich. Das Russische Reich wurde nicht nur als Vermittler anerkannt, sondern war auch Initiator einiger wichtiger internationaler Initiativen. Russland wurde nicht nur als Großmacht, sondern auch als Schutzmacht der orthodoxen Christen in der Welt anerkannt.
Unter Katharina der Großen wurden die russischen Grenzen durch eine Reihe glorreicher militärischer Siege sowohl nach Westen als auch nach Süden erheblich erweitert. Das russische Territorium vergrößerte sich um die Halbinsel Krim und andere wichtige Gebiete. Die Positionen Russlands am Schwarzen Meer und im Baltikum wurden erheblich gestärkt.
1783 erklärte die Kaiserin im Manifest „Über die Annahme der Halbinsel Krim, der Insel Taman und der gesamten Kuban-Seite in den russischen Staat“, dass die Krim „von nun an für alle Zeiten“ Teil des Russischen Reichs ist. Die Annahme der Krim in Russland erfolgte auf Bitte der Bewohner der Halbinsel selbst – in russischen Archiven befinden sich bis dato zahlreiche sog. Schwurblätter, in denen die Krim-Bewohner ihre Treue gegenüber Russland geschworen haben.
Dies war vielleicht eine der demokratischsten Beitrittsformen von neuen Gebieten in jener Zeit. Die Ära von Katharina der Großen zeigt, dass eine langfristige Entwicklung die Schaffung funktionierender Institutionen, die Förderung des Bildungswesens, eine gute Verwaltung und eine strategische Zukunftsperspektive erfordert. Ihre Person bietet heute Anlass, über die Entwicklung des Staates, die Rolle von Reformen und die Fähigkeit zu sprechen, Veränderungen mit der Wahrung der Stabilität des Landes in Einklang zu bringen.
So hat der russische Präsident Wladimir Putin beschlossen, im Jahr 2029 ihren 300. Geburtstag groß zu feiern. Ein Organisationskomitee für die Vorbereitung und Durchführung der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde bereits eingerichtet; der Veranstaltungsplan soll in Kürze verabschiedet werden.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
COMPACT macht diese große Vergangenheit wieder lebendig – mit dieser Medaille zu Ehren von Katharina der Großen aus feinstem Silber. Hier bestellen.




