Migrationswende? Laut dem aktuellen Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks leben in Deutschland rund 2,7 Millionen Asylmigranten. Unter den Industrienationen ist die BRD damit einsame Spitze. Das ganze Polit-Desaster zeigen wir unserer Juni-Ausgabe mit dem Titelthema «Und tschüss!». Der Fahrplan zur Kanzlerdämmerung! Hier mehr erfahren.

    Der aktuelle Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR weist für Ende 2025 weltweit 35,6 Millionen Flüchtlinge und Personen in flüchtlingsähnlichen Situationen aus. Die größte Gruppe in Deutschland stellen Ukrainer mit 1,2 Millionen, gefolgt von 668.600 Syrern und 288.300 Afghanen. Länder wie die Türkei treten derweil auf die Bremse: Ankara verzeichnete binnen eines Jahres ein Minus von 19 Prozent.

    Die Grenzen verschwimmen

    Auf dem Papier unterscheidet die UNHCR klar: Ein Flüchtling flieht vor Verfolgung oder Krieg und kann nicht gefahrlos zurückkehren. Ein Migrant verlässt seine Heimat freiwillig und steht weiterhin unter dem Schutz seiner Regierung. In der Praxis verschwimmt die Grenze.

    Die UN-Zahlen basieren auf Meldungen der nationalen Behörden, in Deutschland also dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Das UNHCR sammelt und veröffentlicht die Daten, prüft aber nicht eigenständig, ob jeder Einzelfall den Flüchtlingsbegriff der Genfer Konvention erfüllt.

    Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, ist das zentrale Abkommen des internationalen Flüchtlingsrechts, dem heute 149 Staaten angehören. Sie legt fest, wer als Flüchtling gilt und welchen Schutz er genießt. Kernprinzip: Kein Flüchtling darf in ein Land zurückgeschickt werden, in dem ihm Verfolgung droht. Deutschland hat die Konvention ratifiziert und ist damit völkerrechtlich verpflichtet, anerkannte Flüchtlinge aufzunehmen.

    Migranten-Krawalle in einem Asyl-Lager auf der griechischen Insel Idomeni 2016. Viele dieser Gewaltaffinen landeten später in Deutschland. Foto: Giannis Papanikos / Shutterstock

    Asyl bekommt aber nur, wer nachweislich verfolgt wird, wegen Religion, Herkunft oder politischer Überzeugung. Wer vor Krieg oder allgemeiner Gewalt flieht, erhält subsidiären Schutz. Wer lediglich bessere Lebensbedingungen sucht, hat rechtlich keinen Anspruch. In der Praxis stellen jedoch viele Wirtschaftsmigranten Asylanträge. Im ersten Halbjahr 2025 lag die Asyl-Anerkennungsquote in Deutschland bei nur 26,5 Prozent. Abgelehnte Bewerber müssten also ausreisen, verweigern dies aber in der Regel. Da auch Abschiebungen häufig scheitern, weil Herkunftsstaaten nicht kooperieren, bleiben auch abgelehnte Asylsuchende überwiegend in Deutschland.

    Das teure Schweigen der Politik

    Innerhalb der EU steht die Bundesrepublik ohne Konkurrenz. Deutschland beherbergt fast dreimal so viele Flüchtlinge wie Polen mit 980.000, dem zweitgrößten Aufnahmeland in der EU. Frankreich folgt mit 689.000, Italien mit 307.000. Die Kosten schlagen sich entsprechend nieder: Für 2025 plant der Bund rund 24,3 Milliarden Euro für asylbezogene Ausgaben ein, ohne die Milliardenlasten, die Länder und Kommunen zusätzlich tragen. In der Bevölkerung wächst der Unmut: 84 Prozent der Deutschen finden laut einer ZDF-Umfrage, dass zu viele Menschen in Deutschland Asyl suchen.

    Die Türkei verzeichnet hingegen mit nur noch 2,4 Millionen Flüchtlingen einen Rückgang von 19 Prozent. Seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 sind über eine Million Syrer aus den Nachbarländern zurückgekehrt, allein 510.000 aus der Türkei. Tanju Özcan, Bürgermeister von Bolu und Mitglied der sozialdemokratischen, nationalistisch verwurzelten Oppositionspartei CHP, beschrieb offen, wie er arabischsprachige Ladenschilder entfernen ließ, Lizenzen entzog und Wasserrechnungen für Flüchtlinge erhöhte:

    «Wir hatten 20.000 Flüchtlinge, jetzt sind es unter 100.»

    In Deutschland blieb eine vergleichbare Entwicklung aus. Der leichte Rückgang bei den Syrern in der Statistik täuscht. Wer eingebürgert wird oder einen anderen Aufenthaltstitel erhält, verschwindet aus der UNHCR-Zählung, bleibt aber im Land. Die UNHCR-Sprecherin Eujin Byun rief dazu auf, Geduld zu bewahren, bis eine «freiwillige, sichere, würdige und nachhaltige Rückkehr» möglich sei. Gleichzeitig kamen im selben Zeitraum rund 4.800 neue syrische Asylbewerber hinzu.

    Den ersten Platz weltweit belegt Kolumbien mit 2,8 Millionen aufgenommenen Personen, nur knapp vor dem Migrationsparadies BRD. Der Vergleich hinkt jedoch: Die Südamerikaner beherbergen fast ausschließlich Menschen aus dem Nachbarland Venezuela. Eine vergleichbare geografische oder sprachliche Nähe zur Herkunftsregion fehlt Deutschland vollständig.

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