Unsere gestrige Sendung «Sensation: Ossi-Mehrheit will AfD oder DDR zurück!» schlug ein wie eine Bombe. Tausende Ostdeutsche schrieben COMPACT ihre bewegende Geschichte. Die Frage ist nicht mehr, ob Merz stürzen wird, sondern wann: Wir zeigen Ihnen in unserer Juni-Ausgabe mit dem Titelthema «Und tschüss!» den Fahrplan zur Kanzlerdämmerung. Hier mehr erfahren.
Gestern Abend, 20:00 Uhr in Falkensee. COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer und Dominik Reichert hatten das Studio kaum verlassen, als die Kommentare bereits in Wellen hereinbrachen. Die Moderatoren hatten zuvor Zahlen auf den Tisch geknallt, die der BRD den Spiegel vorhalten: Zwei Drittel aller Ostdeutschen verspüren demnach heute DDR-Sehnsucht. Zum Vergleich: 1990 bezeichneten noch 72 Prozent ihre Lebensumstände in der DDR als unerträglich. Auch Björn Höckes Cottbuser Rede vom 19. September 2024 wurde in der gestrigen Sendung thematisiert:
«Natürlich war die DDR eine Diktatur. Aber die Älteren von euch können sich daran erinnern: Es gab soziale Sicherheit, es gab Vertrauen, es gab Nachbarschaft, es gab Solidarität, gelebte Solidarität. Es gab innere Sicherheit. Die Zustände, die wir heute haben, wären in der DDR undenkbar gewesen. Es gab Bildung, und zwar gute Bildung, vor allen Dingen in den Naturwissenschaften.»
Reichert stellte klar: «Das ist keine unkritische Glorifizierung der DDR, sondern eine historische Einordnung.» Elsässer ergänzte:
«Die Leute denken mit einer gewissen Nostalgie an die DDR zurück, aber nicht an die SED. Man unterscheidet das Alltagsleben und die soziale Sicherheit von den unterdrückerischen Elementen, die vom Parteiapparat und von der Stasi ausgingen.»
Dann öffnete sich die Schleusen auf Youtube: Ungezählte Ostdeutsche meldeten sich zu Wort. Erinnerungen kamen zurück: An Mütter, die allein vier Kinder großzogen und nie ohne Arbeit waren. Unbeschwerte Sommer an der Ostsee. Dann kam die Treuhand, mit ihr das Sterben ganzer Landstriche. Gemeinschaften, die plötzlich verschwanden. Viele aber verfluchen die DDR bis heute und erkennen in der BRD dasselbe Übel.
Als das Leben noch sicher war
Klaus-Peter Hoyer erinnert sich an Urlaube an der Ostsee, zwei, drei Mal im Jahr, immer Essen auf dem Tisch:
«Wir hatten Frieden und haben nicht die halbe Welt ausgeplündert, damit es uns besser geht als anderen.»
Und weiter: «Nicht so gut fand ich, dass wir den Weltkommunismus verbreiten mussten und das eigene Volk vernachlässigten, wie jetzt auch. Wir haben unser Volksvermögen für ein paar D-Mark verschleudert.»
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Janine Özcan, 1977 im Erzgebirge geboren, erinnert sich an ihre Mutter:
«Meine Mama hatte vier Kinder und war alleinerziehend. Sie hat immer Arbeit gehabt und wir hatten immer zu essen. Es war Zusammenhalt im Dorf spürbar. Ich bin froh, dass ich in der DDR aufgewachsen bin. Mit dem Westen kann ich nichts anfangen. Stumpfe Konsum- und Wegwerfgesellschaft.»
Robert Klautzsch war als DDR-Kind bis 22 Uhr draußen, ohne dass die Eltern sich Sorgen machten. Evelyn Olias legt nach: «Die Menschen in der DDR haben mehr zusammengehalten. Wir haben unseren kleinen Luxus mehr geschätzt.» Stefanie Kaiser, seit 1990 in München, vermisst nicht den Staat, sondern die Menschen:
«Was ich mir wünsche, wäre der soziale Zusammenhalt, die Großzügigkeit und Hilfe unter Nachbarn, Menschen, die aufeinander zugehen, Nachbarschaftshilfe besonders für alte Menschen.»
In München habe sie erlebt, wie Menschen tagelang tot in ihrer Wohnung lagen, bis es endlich jemand bemerkte. «Niemals war ich im Osten so einsam und fremd wie hier in Münchens Nachbarschaft», schreibt sie. Auch aus dem Westen meldet sich eine Stimme — User seelenlerche stellt klar: «Wir Westdeutschen sehnen uns doch auch nach der Vergangenheit zurück.»
Ulli geht noch weiter:
«Die DDR war vor allem eines nicht: Ein Staat des Krieges und des Hasses auf andere Völker. Die DDR hat nie versucht, das eigene Volk in einen Krieg für eine verkommene degenerierte Minderheit umzubringen. Und ehrlich gesagt bin ich es leid, die Geisel westlicher Arroganz und Verblödung zu sein. Die Einheit ist gescheitert und ich fühle mich den Russen tausendmal näher als den Westdeutschen — dafür haben die Erfahrungen nach 1990 gesorgt.»
Jan hält es knapper:
«Björn Höcke hat völlig recht — bei weitem nicht alles war schlecht in der DDR.»
Gudrun Böhm zieht daraus eine schlichte Konsequenz:
«Dann sollte es eine blaue DDR geben.»
Hanslembl9103 schreibt: «Die DDR war mein Deutschland, denn sie war, wie Björn Höcke richtig gesagt hat, ein deutscher Staat. Heute gibt es nur noch ein Land, das sich Deutschland nennt, aber nicht mehr deutsch ist.»
Verbrechen durch die Treuhand
Harald Pfeiffer bringt die Tragik der Nachwendezeit auf den Punkt:
«Ich habe die ersten 18 Jahre in der DDR gelebt. Alle hatten Arbeit und Betriebe waren in der Regel mehr als nur Betriebe. Es waren so eine Art Lebensgemeinschaften. Viele Kollegen waren auch Freunde. Als dann die Treuhand alles zerschlug, sind diese Gemeinschaften zerschlagen worden. Ganze Regionen wurden entvölkert, weil die Jungen in den Westen gingen, wo es Arbeit gab. Das ist die wahre Tragik, an der viele noch heute leiden.»
Ein Kommentator schreibt knapp: «Es war ein Verbrechen durch die Treuhand.» Gabor Panajotow sieht die Ursachen tiefer: «Ich glaube, das mit der DDR betrifft weniger den Staat DDR, sondern viel mehr das Zusammenleben der Menschen in der unteren und mittleren Ebene. Da es aktuell in den neuen Bundesländern in der Oberschicht nur Westdeutsche sind und es seit 1990 kein Ossi in die Oberschicht geschafft hat.»
Pest oder Cholera
Nicht alle blicken zurück mit großer Sehnsucht. Peter Hoffmann schreibt knapp:
«Es waren die Linken, die uns eingesperrt haben. Das Volk war Klasse.»
Maik Berodt differenziert:
«Ich habe die DDR 21 Jahre erleben dürfen und es lief wirklich viel schief, aber eines hat das DDR-System niemals versucht, uns auszurotten.»
Derwutburger3936 stellt klar: «Ich möchte nie nie nie wieder diese DDR-Diktatur. Genauso wie ich die jetzige Diktatur zutiefst verabscheue. Diese ist noch viel schlimmer als die DDR. Denn die wollen unbedingt Krieg und die Umvolkung Deutschlands.» Frank Sudekum fasst es bitterer zusammen:
«Wir Ossis haben die Cholera gegen die Pest eingetauscht.»
Werner Brosel will weder DDR noch Chaos: «In der DDR will ich auch nicht leben. Ich will ein normales Deutschland, wenn möglich mit AfD-Regierung, und dann sehen wir, ob sie es können.» Ein weiterer Kommentator ergänzt:
«Niemand will die DDR mit Mauer und Selbstschussanlagen zurück! Wir wollen einfach nur Politik für unser Volk.»
Andreas Marwitz differenziert: «Die Stasi war sehr extrem, aber solche verwahrlosten sozialen Zustände wie heute hat es nie gegeben. Das soziale Zusammenleben in der DDR war damals schon ein menschlicheres als in der BRD.» Manche ziehen eine noch härtere Bilanz. Marauljanowa5402 schreibt: «Bei allen Problemen der DDR, aber sie war kein Völkermordregime für die Einheimischen wie die BRD.»
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