Sie hatte eine stattliche Anzahl an Liebhabern, ihre Feinde nannten die Zarin «Messalina des Nordens» und behaupteten, sie habe sich sogar an Pferden vergangen! Was stimmt? In unserer brandneuen Geschichtsausgabe «Katharina die Große – Die Deutsche auf dem Zarenthron» erfahren Sir die Wahrheit. Hier weitere Infos.
Katharina die Große hatte es faustdick hinter den Ohren. «Je dicker, desto besser», war das Motto der Zarin deutscher Herkunft. Damit meinte sie allerdings nicht das, was manche jetzt denken mögen, sondern Havanna-Zigarren, die sie leidenschaftlich gerne rauchte.
Ein Kind von Traurigkeit war die gebürtige Prinzessin von Anhalt-Zerbst jedoch auch in anderer Hinsicht nicht, wie man in unserer brandneuen Geschichtsausgabe «Katharina die Große – Die Deutsche auf dem Zarenthron» erfährt.
«Er war schön wie der Tag»
Laut ihren Biografen soll die russische Herrscherin sage und schreibe 21 Liebhaber in ihren Bann gezogen haben. Neben der Ehe mit Zar Peter III. (ebenfalls deutscher Herkunft, nämlich vormals Herzog von Schleswig-Gottorf), die beiderseits sehr kühl war, gab es aber im Grunde nur zwei Männer, die Katharinas Lebensweg prägten: Zwölf Jahre dauerte die Liebe zu Fürst Grigori Orlow, der mit seinen Brüdern den Putsch ermöglichte, der sie 1762 auf den Thron brachte. Anschließend war Grigori Potjomkin für zwanzig Jahre ihr Herzensmensch und Seelenverwandter.
Ihr erster Geliebter war der Höfling Sergei Saltykow, der ihr nach fast zehnjähriger kinderloser Ehe mit Peter angeblich von Zarin Elisabeth zugeführt wurde, um dem Volk endlich den langersehnten Thronerben präsentieren zu können. In ihren Memoiren schrieb Katharina: «Er war schön wie der Tag.» Saltykow erhielt einen Posten als Diplomat in Schweden und könnte als der leibliche Vater ihres Sohnes Paul gelten, geboren 1754, der offiziell von Katharinas Ehemann anerkannt wurde.
Kinder fürs Reich
Damit nicht genug: Nach Paul bekam sie 1757 ihre Tochter Anna, die aus ihrer Verbindung mit Stanislaw Poniatowski, ihrem zweiten Liebhaber, hervorging. Anna verstarb 1759 früh im Kindbett, ein schwerer Schicksalsschlag für die Zarin. Poniatowski schrieb in seinen Erinnerungen: «Das war die Frau, die zur Lenkerin meines Schicksals wurde; mein ganzes Leben war ihr geweiht (…)». Katharina machte ihn zum König von Polen.
Doch aller guten Dinge sind drei: Mit dem eingangs erwähnten Potjomkin bekam die Zarin ihre zweite Tochter Elisabeth Temkina, geboren 1775. Um ihre Position als Herrscherin nicht zu gefährden, verheimlichte sie die Kleine regelrecht und übergab sie in die Obhut von Potjomkins Familie. Sie ließ ihr eine gute Ausbildung angedeihen und versorgte sie reichlich, doch das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter blieb distanziert.
Über Potjomkin gelangte Katharina schließlich an Alexander Jermolow, seinen Adjutanten, der 30 Jahre jünger als sie war. Die Beziehung war vorbei, als er mit Potjomkin nicht mehr zurechtkam. Sein Nachfolger war der Offizier Alexander Dmitrijew-Mamonow, 29 Jahre jünger und an Kunst und Literatur interessiert. Als er sich in eine andere Frau verliebte und diese 1789 heiratete, folgte ihm der 38 Jahre jüngere Platon Subow. Dieser gut aussehende, aber arrogante Gardeoffizier war dann auch der letzte Liebhaber der inzwischen 60-jährigen Zarin.
Mit Pferden!?
War die Zarin also ein Sexmonster? Der Historiker, Katharina-Biograf und Hauptautor von COMPACT-Geschichte «Katharina die Große – Die Deutsche auf dem Zarenthron», Jan von Flocken, erhebt Einspruch: «An sich gibt es kaum eine Persönlichkeit der neueren Geschichte, deren Leben so gut und ausführlich dokumentiert ist. Das Einzige, was sich langsam durchgesetzt hat, ist die Widerlegung der Geschichten vom Sexualmonster, das sie angeblich gewesen sei – bis hin zu solchen Schweinereien, dass sie es mit Pferden getrieben hätte. Da sind wir Historiker uns inzwischen einig, dass das Blödsinn ist. Also diese Verleumdungen grassieren jetzt nicht mehr.»

Solche Diffamierungen inklusive der Geschichte mit den Pferden gab es schon zu Katharinas Lebzeiten zuhauf. Gestreut wurden diese Gerüchte von den rivalisierenden Großmächten Frankreich und Großbritannien. Sogar als «Messalina des Nordens» wurde sie bezeichnet, nach der römischen Kaiserin, die wegen ihrer Sittenlosigkeit in die Geschichte einging.
All die Häme wird Katharinas Charakter freilich nicht gerecht. Sie selbst schreibt in ihren Memoiren: «Hätte ich in meiner Jugend einen Mann gehabt, den ich hätte lieben können, wäre ich ihm bis an mein Lebensende treu geblieben. Mein ganzes Unglück ist, dass mein Herz nicht einmal eine Stunde ohne Liebe leben kann.»
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