Festival geplatzt! Er sollte den Sommer eröffnen, nun bleibt die Bühne leer. Kanye West (Künstlername Ye) erhielt keine Einreiseerlaubnis für Großbritannien, das Wireless Festival wurde abgesagt. In COMPACT-Spezial „Satan, Pop und Hollywood“ dringen wir tief in die Abgründe der Musik- und Filmindustrie ein und zerren die geheimen Strippenzieher und Verbrecher ans Licht. Hier mehr erfahren.

    Im Juli sollte London zum Mekka der internationalen Hip-Hop-Szene werden. Kanye West war als Zugpferd des Festivals vorgesehen, einer der größten Stars im Hip-Hop und seit Jahren zugleich eine der umstrittensten Figuren im Musikgeschäft. Am Dienstag zog die britische Regierung die Reißleine und ließ ihn nicht ins Land.

    Stopp nach Eklats

    Die Entscheidung fiel im britischen Innenministerium und wurde gegenüber der BBC bestätigt. Grundlage war eine etablierte Regel: Die Einreise kann verweigert werden, wenn die Anwesenheit einer Person als nicht „förderlich für das öffentliche Wohl“ gilt.

    Der Schritt reihte sich in eine lange Serie von Kontroversen um den Rapper ein. Eigentlich war West einst ein gefeierter Star der US-Musikindustrie gewesen. Alben wie „The College Dropout“ (2004) und „Late Registration“ (2005) hatten den Hip-Hop geprägt. In den folgenden Jahren häuften sich jedoch die Skandale um den Musiker, Produzenten und Modedesigner, der sich inzwischen Ye nennt.

    Im Mai 2025 veröffentlichte er auf der Plattform X den Song „Heil Hitler“. Schon der Titel setzte auf maximale Provokation. Im Refrain hieß es: „All my N****s Nazis … Heil Hitler“. Das Stück endete mit dem Sample einer Hitler-Rede. Weiter schrieb West:

    „Ob ihr meine Arbeit für richtig haltet (…) Ihr stimmt jetzt ab! Wenn ja, dann steht zu mir, wie ich zu euch gestanden habe.“

    Der Text griff auch persönliche Konflikte auf. West rappte: „Diese Leute haben mir meine Kinder weggenommen, dann haben sie mein Bankkonto eingefroren. Ich habe so viel Wut in mir, habe keine Möglichkeit, sie herauszulassen.“ Kritiker sahen darin keinen künstlerischen Ausdruck, sondern eine bewusste Grenzüberschreitung. Ted Deutch vom American Jewish Committee erklärte: „Das ist kein Ausdruck von Kunst, sondern blanke Hassrede.“

    „Neonazi-Shirt“: Wieder Wirbel um Kanye West

    Bereits zuvor hatte West wiederholt für Aufsehen gesorgt. Im Oktober 2022 schrieb er auf Twitter, er gehe in „death con 3 [militärische Alarmstufe] on JEWISH PEOPLE“. Am 1. Dezember desselben Jahres sagte er in einer Sendung: „Ich liebe Hitler.“

    Für zusätzliche Entrüstung sorgte ein Treffen im November 2022. West war bei Donald Trump in Mar-a-Lago zu Gast und erschien dort gemeinsam mit dem rechten Influencer Nick Fuentes, dem vorgeworfen wird antisemitische Verschwörungstheorien zu verbreiten. Das Abendessen wurde international breit aufgegriffen. Im gleichen Jahr hatte er sich außerdem mit der konservativen Aktivisten und Moderatorin Candace Owens mit „White Lives Matter“-Pullovern ablichten.

    Streaming-Plattformen entfernten Inhalte, Geschäftspartner zogen sich zurück. West selbst kritisierte das und schrieb:

     „‚Heil Hitler‘ wurde von allen digitalen Plattformen gesperrt (…) sie halten die N****rs buchstäblich unten.“

    In der Debatte wurde zudem immer wieder auf seine eigene Einordnung verwiesen. West hatte bereits 2019 öffentlich gemacht, dass bei ihm eine bipolare Störung diagnostiziert worden sei. Auf dem Cover seines Albums „Ye“ hatte er dazu geschrieben: „I hate being Bi-Polar, it’s awesome.“

    Premierminister Keir Starmer erklärte West hätte „niemals als Headliner eingeladen werden dürfen“, Seine Regierung stehe „fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft“. Für die Veranstalter bedeutete der Schritt das sofortige Aus. Das Wireless Festival wurde abgesagt, alle Tickets wurden erstattet. In einer Stellungnahme hieß es:

    „Antisemitismus in all seinen Formen ist abscheulich, und wir erkennen die realen und persönlichen Auswirkungen dieser Vorgänge an.“

    Noch zuvor habe man verschiedene Partner und Sponsoren einbezogen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Erst mit wachsender Kritik soll sich die Lage gedreht haben. Große Geldgeber, darunter PepsiCo, zogen sich zurück.

    Kanye West stellte klar, er habe die Debatte verfolgt und wolle Vertreter der jüdischen Gemeinschaft im Vereinigten Königreich „persönlich vor Ort treffen“. Und weiter: „Worte allein reichen nicht aus“, erklärte er, entscheidend sei, „durch mein Handeln zu zeigen, dass ich mich ändere“. Zugleich äußerte er die Hoffnung, „ein Gespräch zu beginnen und zuzuhören“.

    Brisante Enthüllungen: In COMPACT-Spezial „Satan, Pop und Hollywood“ dringen wir tief in die Abgründe der Musik- und Filmindustrie ein und zerren die geheimen Strippenzieher und Verbrecher ans Licht. Nichts für schwache Nerven! Hier mehr erfahren.

     

     

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