Nicht erst seit dem Verlust mehrerer Kampfflugzeuge steht Donald Trump mit dem Rücken zur Wand, die Kritik am Iran-Abenteuer wird immer größer. Insbesondere, weil keine Perspektive für ein Ende des Krieges zu erkennen ist, im Gegenteil. Doch statt Selbstreflexion radikalisiert sich der amerikanische Präsident immer weiter. Der Nahe Osten in Flammen – erfahren Sie alle Hintergründe dazu in unserer druckfrischen April-Ausgabe mit dem Titelthema „Gefahr für Deutschland“, um mitreden zu können. Hier mehr erfahren.
„Am Dienstag wird im Iran der Kraftwerk- und Brückentag gleichzeitig sein. So etwas hat es noch nie geben!!! Öffnet endlich die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben – wartet nur ab! Betet zu Allah“ – mit diesen wenig diplomatischen Worten wandte sich Donald Trump am Ostersonntag an die Öffentlichkeit. Und drohte dem Iran offen mit dem Angriff auf zivile Infrastruktur, insbesondere die Energieversorgung und zentrale Brücken. Zuvor hatte Trump tagelang behauptet, kurz vor dem Abschluss eines Deals zu stehen, während iranische Regierungsvertreter immer wieder betonten, überhaupt nicht mit den USA zu verhandeln und sich auf keine temporäre Feuerpause, welche die langfristigen Kriegsursachen nicht beseitigt und dem angegriffenen Land Sicherheitsgarantien gibt, einlassen zu wollen.
Die sichtlich erzürnte Wortwahl von Trump, der mehrfach Ultimaten aufgeschoben hatte, dürfte wohl auch mit der Erkenntnis zusammen hängen, dass der Iran nach mehr als einem Monat im Krieg weder entscheidend geschwächt ist, noch vor dem Zusammenbruch steht. Im Gegenteil, die Führung wirkt gefestigter denn je und die äußerliche Aggression hat das Volk zusammengeschweißt – genau davor war Trump, der anfangs andeutete, auf einen Regime-Change hinzuarbeiten, gewarnt worden. Doch er wollte nicht hören und hat sein Land jetzt in einen Krieg manövriert, für den es keinen leichten Ausweg mehr gibt. Und jede Beendigung der Angriffe einer gefühlten Kapitulation der USA gleichkäme, denn keines der Kriegsziele wurde bisher erreicht – ganz abgesehen davon, dass Trump das iranische Atomprogramm bereits nach den Angriffen im Sommer 2025 für ausgeschaltet erklärt hatte.

Auch in den USA wächst der Widerstand: Der frühere Vize-Sicherheitsberater von Barack Obama, Ben Rhodes stufte die neueste Zerstörungsankündigung von Trump sogar als angedrohtes Kriegsverbrechen ein und wirft die Frage in den Raum, weshalb der US-Präsident nicht auf Militärberater höre, die von einem Angriff auf den Iran abgeraten haben.
Öffnung der Straße von Hormus als neues Kriegsziel?
Wie absurd die Situation ist, zeigt sich an der Forderung Trumps, die Straße von Hormus wieder für den internationalen Schiffsverkehr zu öffnen: Vor Beginn der Aggression am 28. Februar 2026 war die Straße für jedermann passierbar, sogar ohne Gebühren. Wenn nun als Kriegsziel die Wiederöffnung ausgegeben wird, soll ein Status geschaffen werden, der vor fünf Wochen noch ganz alltäglich gewesen ist und für den kein einziger Soldat oder Zivilist hätte sterben müssen.

Ganz abgesehen davon, dass zwar derzeit über pakistanische Mittelsmänner zwischen den USA und dem Iran verhandelt wird, der Iran jedoch bisher ablehnt, einen Waffenstillstand zu schließen, der auf seine Kosten geht. Im Gegenteil, werden Entschädigungen für die US-Angriffe gefordert und eine langfristige Veränderung der Durchfahrtsmodalitäten für die Straße von Hormus in Aussicht gestellt. Was die angespannte Energiesituation durch langfristig steigende Transportkosten freilich weiter verschärfen wird.
Doch wie wird Trump reagieren, wenn das von ihm an den Iran gestellte Ultimatum in der Nacht zu Mittwoch verstrichen sein wird? Wird die Frist erneut aufgeschoben? Oder eskalieren die USA vollständig und treiben den Krieg damit in eine ganz neue Dimension? Zumindest die Huthi-Rebellen im Jemen haben bereits angekündigt, für einen solchen Fall auch die Einfahrt zum Roten Meer, die Engstelle Bab al-Mandab, schließen zu wollen. Es wäre der nächste Tiefschlag für die Versorgung Europas.
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