Zu extrem fürs Militär, aber einflussreich in der Regierung. Itamar Ben-Gvir steht wie kaum ein anderer für den Rechtsruck in Israels Politik. Wegen dieser Ultrareligiösen mit ihren Endzeit-Plänen steht der Nahe Osten in Flammen: Ein Armaggedon-Szenario soll die Ankunft des Messias bringen.   In COMPACT 4/2026: „Gefahr für Deutschland“ beleuchten wir über Pläne und Hintergründe der zionistischen Brandstifter. Hier mehr erfahren .

    „Itamar Ben-Gvir ist ein Rechtsextremist, ein notorischer Rassist, der wegen seiner politischen Ansichten von der israelischen Armee nicht zum Wehrdienst eingezogen wurde.“ Das schreibt nicht die Taz, sondern die Jüdische Allgemeine über den amtierenden Sicherheitsminister Israels. Erst letzte Woche ließ er sich vor mehreren Galgen in einem Jerusalemer Museum filmen und drohte „Terroristen“ mit der Todesstrafe.

    Man sieht Itamar Ben-Gvir seine Durchtriebenheit allenfalls am leicht spöttischen Zug um den Mund an. Der Rest von ihm erscheint harmlos: grau melierte Haare und eine runde Brille, die etwas Eulenhaftes hat. Mit seinem rundlichen Gesicht, seinen weichen Zügen, seiner eher untersetzten Figur und der weißen Kippa, die er stets locker auf dem Kopf trägt, wirkt er wie ein normaler religiöser Jude, wie man ihn in Jerusalem oder in den Siedlungen zu Dutzenden sieht. Er hielt öffentlich Schilder hoch, auf denen „Vertreibe den arabischen Feind“ stand. Wegen rassistischer Hassrede, Behinderung eines Polizeibeamten und Unterstützung einer terroristischen Organisation stand er bereits vor Gericht. Insgesamt wurde Ben-Gvir mindestens achtmal verurteilt und über 50 Mal angeklagt.

    Ein Fan von Baruch Goldstein

    Als Vorsitzender der rechtsextremen Otzma Yehudit-Partei („Jüdische Stärke“) und mächtiger Koalitionspartner von Benjamin Netanjahu kann sich der Rechtsanwalt aber einiges mehr erlauben. Der Sohn einer kurdischen Jüdin und eines irakischen Juden gehört zu den radikalsten Kräften in der Knesset. Der religiöse Fanatismus wurde ihm aber nicht in die Wiege gelegt, Ben-Gvir radikalisierte sich erst in seiner Jugendzeit. Parallel studierte er Jura. Als junger Mann war er glühender Anhänger des orthodoxen Rabbiners Meir Kahane, jenem Rabbi, dessen Partei Kach 1988 vom Obersten Gericht wegen ihrer offen arabophoben und rassistischen Ausrichtung von den Knesset-Wahlen verbannt worden war. 1994 wurde die Kach sowie ihre Abspaltung die Kach Chai schließlich verboten.

    Einer von Meir Kahanes Anhängern erlangte zweifelhafte Berühmtheit: Der Terrorist Baruch Goldstein, der im Februar 1994 in Hebron 29 Muslime während des Gebets erschoss und mehr als hundert Menschen verletzte. Auch Jigal Amir, der 1995 Israels Premierminister Jitzchak Rabin hinterrücks erschoss, war von Kahanes Ideologie inspiriert. Das Bild von Goldstein schmückte jahrelang Ben-Gvirs Wohnzimmer, bis er es 2020 abnahm, um seine Parteikarriere voranzutreiben. Er distanzierte sich.

    2013 gründete Ben-Gvir mit zwei seiner Mitstreiter eine eigene Partei – die Otzma Jehudit. Bei der Knesset-Wahl 2022 kandidierte Otzma Jehudit im Bündnis mit Bezalel Smotrichs Religiös-Zionistischer Partei und feierte einen deutlichen Wahlerfolg. Im November 2022 wurde er Minister für Nationale Sicherheit. Kurze Zeit später, im Frühjahr 2023, spendierte Netanjahu seinem Sicherheitsminister eine eigene Polizeitruppe. Im Januar 2025 trat er wegen eines Gaza-Waffenstillstands zurück, kehrte aber im März 2025 in sein Amt zurück.

    Er lobte die brutale Hinrichtung von Palästinensern

    In dieser Machtposition gefällt er sich und schreckt vor Gewalt und Terror nicht zurück. Fünf Länder – Großbritannien, Australien, Kanada, Neuseeland und Norwegen – sanktionierten ihn und Finanzminister Bezalel Smotrich wegen des Verstoßes gegen die Menschenrechte. Er drängt auf die Wiedereinführung der Todesstrafe, verbot, dass palästinensische Terroristen in israelischen Gefängnissen frisches Brot bekommen und sorgt für die Bewaffnung radikaler Siedler.

    Im November 2025 lobte er die brutale Hinrichtung von zwei Palästinensern durch israelische Sicherheitskräfte. Zwei Videos, aufgenommen von gegenüberliegenden Gebäuden zeigen den Ablauf: Nachdem ein Bagger das Garagentor einzureißen begann, kamen zwei Männer hervor, hoben die Hände und zeigten, dass sie keine Sprenggürtel trugen. Auf Anweisung der Sicherheitskräfte legten sie sich auf die Straße. Dann befahl man ihnen, zurück unter das Tor zu kriechen. Kaum waren sie dort, eröffneten die Truppen das Feuer. Anschließend riss der Bagger das Tor ganz nieder, das über den Leichen der beiden Männer zusammenstürzte.

    Im Dezember 2025 entwickelte er die Idee, Alligatoren als Wächter um ein Hochsicherheitsgefängnis schwimmen zu lassen – eine makabere Vorstellung, die aktuell noch geprüft wird. Die Inspiration holte er sich von einem Gefängnis in den Vereinigten Staaten, was auch als „Alligator-Alcatraz“ bekannt ist. Itamar Ben-Gvir hat bewiesen, dass man in Israel heute nicht mehr extremistisch genug sein kann, um vom israelischen Militär abgelehnt zu werden, aber sehr wohl extremistisch genug, um das Land mitzuregieren.

    Wegen extremistischer Zionisten wie Ben Gvir hat der Konflikt im Nahen Osten hat eine neue Stufe erreicht – die Weltbrandgefahr erfasst auch Deutschland, steigende Spritpreise sind erst der Anfang!. In COMPACT 4/2026 „Gefahr für Deutschland“ beleuchten wir die Hintergründe und Zusammenhänge. Hier mehr erfahren.

     

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