Die Süddeutsche Zeitung hat am 10. März 2026 ihren Account auf X abgeschaltet. Offizielle Begründung: Die Plattform sei zu „verroht“, ein „konstruktiver Dialog“ nicht mehr möglich. Das klingt nach Haltung, wirkt aber wie ein Rückzug aus einer Öffentlichkeit, die sich nicht mehr kontrollieren lässt. Wie schlimm es um die Meinungsfreiheit in Deutschland steht, zeigt auch das Buch „Links-grüne Meinungsmacht: Die Spaltung unseres Landes“ der geschassten Fernsehmoderatorin Julia Ruhs auf. Hier mehr erfahren.
_ von Team Petr Bystron
X war für die SZ nie ein echter Debattenraum. Die Redaktion sendete, die Nutzer reagierten, doch Antworten blieben selten. Austausch fand kaum statt. Gleichzeitig war die Plattform ein Ort, an dem Kritik sichtbar wurde – direkt, ungefiltert, für alle. Genau diese Öffentlichkeit scheint zunehmend zum Problem geworden zu sein.
10.000 Abonnenten verloren
Die Reaktionen auf den Abschied fielen entsprechend aus. Spott, Häme, offene Ablehnung. Viele Nutzer warfen der SZ vor, nie ernsthaft an Dialog interessiert gewesen zu sein. Der Vorwurf trifft einen wunden Punkt. Wer kaum reagiert, kann sich schwer auf fehlenden Austausch berufen. „Verrohung“ wirkt in diesem Licht weniger wie Analyse, sondern wie Ausrede.

Der Rückzug kommt nicht zufällig. Die Zahlen zeigen einen klaren Trend. Die verkaufte Auflage lag im vierten Quartal 2025 bei 251.402 Exemplaren, nach 268.986 im Vorjahr. Der Rückgang ist deutlich. Vertrauen verschwindet nicht plötzlich, es erodiert schrittweise. Wer Leser verliert und sich zugleich aus offenen Debattenräumen zurückzieht, beschleunigt diesen Prozess.
Kritiker: Gezielte Einflussnahme vor EU-Wahl
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch die Rolle der SZ in politisch hoch aufgeladenen Affären. Ein zentraler Punkt ist die sogenannte Ibiza-Affäre im Jahr 2019. Gemeinsam mit dem Spiegel veröffentlichte die SZ das heimlich aufgenommene Video, das zum Sturz der österreichischen Regierung führte. Die Aufnahme war illegal zustande gekommen, ihre Veröffentlichung bis heute umstritten. Kritiker sprechen von gezielter Einflussnahme auf politische Prozesse kurz vor der EU-Wahl.
Auch in jüngerer Zeit steht die SZ im Kontext entsprechender Vorwürfe. Im Umfeld der „Voice-of-Europe“-Affäre wurden konservative Politiker, die für eine andere Ukraine-Politik eintraten, medial unter Druck gesetzt. Besonders betroffen war der AfD-Politiker Petr Bystron. Gegen ihn wurden 29 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Konkrete Belege für die erhobenen Vorwürfe stehen weiterhin aus. Kritiker sprechen von einer politisch motivierten Kampagne mit massiver medialer Begleitung.
In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Name OCCRP. Das Netzwerk, mit dem die SZ kooperierte, wurde über Jahre auch aus staatlichen US-Quellen finanziert. Für Kritiker ist das ein Hinweis auf mögliche Einflussstrukturen. Der Vorwurf lautet: Medienkampagnen könnten gezielt eingesetzt worden sein, um Wahlen zu beeinflussen und unliebsame politische Kräfte zu schwächen.
Ob Ibiza oder aktuelle Affären – im Kern steht immer die gleiche Frage im Raum: Wo endet Journalismus, und wo beginnt politische Intervention?
Rückzug statt Auseinandersetzung
Der Abschied von X wirkt vor diesem Hintergrund wie ein Ausweichen. Gerade dort wurde die SZ mit genau diesen Themen konfrontiert. Nutzer erinnerten an Ibiza, stellten Fragen zu Bystron und verwiesen auf internationale Netzwerke. Die Plattform war unbequem, weil sie diese Debatten sichtbar machte.
Die Zensur nimmt immer weiter zu, während Räume für Debatten selten werden: Wie schlimm es mittlerweile um die Meinungsfreiheit in Deutschland steht, belegt das neue Buch „Links-grüne Meinungsmacht eindrucksvoll: Die Spaltung unseres Landes“ der geschassten Fernsehmoderatorin Julia Ruhs auf. Jetzt bestellen!





